Immenstaad am Bodensee: Manuelas 15 Insider-Tipps rund um Schloss Kirchberg
Immenstaad, Manuela Neuner-Jehle | Insider-Tipps einer Gastgeberin rund um Schloss Kirchberg | Weingüter, stille Badestellen und Ausflüge abseits der Promenade | persönlich ausgewählt vor Ort | für Genießer und Naturliebhaber | Bodensee | Deutschland
Manuela Neuner-Jehle lebt auf Schloss Kirchberg in Immenstaad am Bodensee und verrät hier ihre persönlichen Geheimtipps für die Region. Sie ist nicht nur Schlossherrin, sondern auch Gastgeberin, naturverbunden und wasseraffin, und Expertin des östlichen Bodensees.
Mit dem Schloss Kirchberg haben sich Manuela und ihr Mann Casimir vor bald 18 Jahren einen gemeinsamen Lebenstraum erfüllt. Heute führt sie das Anwesen gemeinsam mit ihrer Tochter Anna und ihrer Mutter Rosemarie fort – und kennt inzwischen jede Fliese und jede Buchsbaumhecke, weil sie hier selbst Hand angelegt hat. Sie liebt ihre Rolle als Hausherrin der Apartments im Schloss, weiß um die Besonderheiten der Umgebung, kennt deren einzigartiges Flair und liebt den Seeduft. Ihre kleinen und großen Glücksmomente teilt sie nicht nur persönlich mit ihren Besuchern, sondern auch mit unseren Leserinnen und Lesern, die diese Ecke des Bodensees entdecken möchten.
Vier Apartments liegen im Ostflügel des Schlosses, nur durch ein paar Reihen Weinreben vom Bodensee getrennt. Hundertjährige Parkettböden treffen hier auf moderne, hochwertige Einrichtung, draußen lädt ein Barockgarten mit 4.000 Buchsbäumchen zum Lustwandeln ein. Genau dieser Mix aus historischer Substanz und persönlicher Handschrift macht Schloss Kirchberg zu einem echten Charmingplace – kein Hotel, sondern ein Zuhause auf Zeit, das man sich mit einer Familie teilt, die selbst hier lebt.







Bevor Immenstaad zum beliebten Urlaubsort wurde, war es jahrhundertelang ein Fischerdorf – das Ortsbild war geprägt von Fischerhütten direkt am Ufer. Eine davon steht bis heute am Kniebach: die alte Hütte der Fischerfamilie Dickreiter, vom Heimatverein liebevoll restauriert und als kleines, lebendiges Museum zugänglich gemacht. Durch Glasscheiben blickt man hinein und sieht Originalwerkzeuge aus Jahrzehnten Immenstaader Fischereigeschichte.
Mir gefällt, dass man diese Geschichte heute noch spürt, wenn man durch den Ort geht – Immenstaad ist kein Ort, der sich neu erfunden hat, sondern einer, der seine Wurzeln sichtbar werden lässt.

Zwischen Immenstaad und dem Ortsteil Kippenhausen liegt auf 454 Metern Höhe der Hohberg – ein eiszeitlicher Hügel, umgeben von Weinreben und Obstbäumen. 2007 wählten ihn die Leser der Zeitschrift HÖRZU zum schönsten Aussichtspunkt Deutschlands. Eine Panoramatafel und ein kostenloses Fernrohr helfen bei der Orientierung, an klaren Tagen reicht der Blick bis zur Alpenkette.
Wer mag, verbindet den Abstecher mit einer Runde auf dem Apfel- und Weinspazierweg, der direkt am Hohberg vorbeiführt – ein 7,4 Kilometer langer Rundweg, auch mit Kinderwagen gut zu schaffen.

Von der Schiffslände in Immenstaad legt zwischen Mai und Oktober die Lädine ab – der originalgetreue Nachbau eines historischen Lastenseglers, wie er vor rund 300 Jahren den Bodensee befuhr.
Statt Motorengeräusch hört man nur das Knarren des Holzes und das Wasser am Rumpf. Eine halbe Stunde reicht, um zu spüren, wie sich der See früher angefühlt haben muss, bevor die ersten Dampfschiffe kamen.
Von Schloss Kirchberg bin ich in wenigen Schritten am Seeufer und kann dort unten am See entlang nach Hagnau oder nach Immenstaad laufen. Es ist ein sehr schöner kleiner Weg, an dem auch immer wieder kleine Buchten liegen.
Hier gehe ich im Sommer fast täglich zum Schwimmen, denn meist hat man so eine Bucht ganz für sich allein und kann, besonders morgens, die Stille und den Kontakt zur Natur genießen. Nur die Wasservögel leisten Gesellschaft. Das sind meine geheimen Plätze, die ich schätze und mit den Schlossgästen teile.

„An einem Tag vom Fußgänger zum Kapitän“ ist der Slogan des SUP- und Bootsverleihs Seewärts in Immenstaad. Für diejenigen, die im Schloss Kirchberg zu Hause sind, könnte die Aussage nicht treffender sein, denn der Verleih ist über den oben beschriebenen Weg entlang des Seeufers in nur 25 Minuten zu Fuß zu erreichen.
Während man als Kapitän für die Motorboote einen eigenen Führerschein braucht, stehen zahlreiche SUPs und Kajaks zur Auswahl, so lässt sich der Bodensee unbeschwert vom Wasser aus erkunden. Sogar einen Grundkurs für SUP und verschiedene Wasserspaß-Pakete gibt es. Sowohl für ruhige Einzelgänger als auch für Gruppen und Wassersportler auf der Suche nach Adrenalin-Kicks ist hier das Richtige dabei.
Die Blumeninsel Mainau ist mit ihren rund 45 Hektar eine der meistbesuchten Attraktionen am Bodensee – und das aus gutem Grund. Zwischen Barockschloss, Palmenhaus und dem zweitgrößten Schmetterlingshaus Deutschlands lässt sich ein ganzer Tag verbringen. Im Sommer blühen rund 9.000 Rosen in fast 400 Sorten, im Herbst übernehmen die Dahlien das Farbregiment.
Von Meersburg aus, nur eine kurze Fahrt von Schloss Kirchberg entfernt, legt mehrmals täglich ein kleines Schiff direkt zur Mainau ab – die Überfahrt dauert keine 20 Minuten und ist deutlich entspannter als die Anreise mit dem Auto.
Ergänzung von Charmingplaces-Gründerin Anja Fischer: Wer auf der Mainau ein stilles Highlight abseits der großen Attraktionen sucht, sollte im Café Vergissmeinnicht vorbeischauen. Ich bin mit Gräfin Sandra Bernadotte befreundet, die das Café 2010 gegründet hat – als Ausbildungsort für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf. Hier werden Kaffee und selbstgebackener Kuchen serviert, und mit jedem Besuch unterstützt man direkt die Arbeit mit den jungen Menschen, die hier ihre ersten Schritte ins Berufsleben machen.



Nur wenige Schritte von Schloss Kirchberg entfernt liegt das Winzerdorf Hagnau direkt am Seeufer. Es ist beschaulich und tief mit dem Weinbau verwurzelt, wovon auch die historische Traubenpresse aus dem Jahr 1737 zeugt – die größte Touristenattraktion des Ortes.
Am liebsten bin ich morgens dort, wenn der Ort noch ruhig ist und das Licht flach über das Wasser fällt.
Ein Geheimtipp in Hagnau für ein unkompliziertes am See sein und Genießen ist der Kiosk am Minigolf Hagnau, mit seiner kleinen Speisekarte und kühlen Getränken. Da holt man sich, was man mag, und genießt dann in der ersten Reihe auf der schönen Mauer unmittelbar am See, um später von dort aus auch direkt ins Wasser zu hüpfen.



Ebenfalls direkt von zu Hause, ist es zu Fuß möglich, den Weinlehrpfad Hagnau zu erreichen, er startet am Rathausplatz von Hagnau. Die vier Kilometer lange Wanderung über den Obst- und Weinwanderweg mache ich gerne, um meine Heimat immer wieder mit anderen Augen zu erleben.
Jedes Mal entdecke ich etwas Neues, denn entlang des Weges sind 25 Infotafeln mit Fotos, Geschichten und Fachkenntnissen rund um die Geschichte des Dorfes und seiner Landwirtschaft angebracht. Je nach Jahreszeit und Gemütsverfassung bin ich dann mehr oder weniger aufnahmefähig für bestimmte Erzählungen und kann in immer neue Geschichten eintauchen, obwohl ich sie ja eigentlich alle schon lange in- und auswendig kennen sollte. Sogar Rezepte hält der Weg bereit: Nachkochen erwünscht!
Am Panoramapunkt lege ich dann immer eine Pause ein – der Blick reicht bis zum Säntis – bevor ich mich wieder auf den Heimweg ins Schloss mache.

in Weg führt vorbei am Weingut Aufricht, wenn man bei uns in der Gegend ist und Wein und gute Stimmung liebt. Im „Fräulein Seegucker” trinkt man Wein zwischen den Reben mit Blick auf den See, es ist einfach bezaubernd. Hausgemachte Gerichte aus regionalen Zutaten, inklusive frischem Fisch aus dem Bodensee, bringen die Aromen der Region auf die Teller und die Weine sind sowieso der Knaller.
Die frohe und leichte Atmosphäre findet ihren Höhepunkt, wenn Gäste sich ans Klavier trauen, das dort steht, und auf Musikerinnen und Musiker wartet, die solche Momente mit ihrem Können begleiten wollen.

Weniger bekannt als das Weingut Aufricht ist das Weingut Schmidt mit seiner Weinbar Pinot.
Ein Insider-Tipp unter den Insider-Tipps, der zu meinen Lieblingsadressen zählt. Schöner kann man nicht auf den See blicken! Auf der herrlichen Terrasse trinkt man den Wein von Schmidt und isst dazu von der kleinen Karte. Das Gebäude selbst ist schon einen Besuch wert, denn seine Architektur ist sehr außergewöhnlich, im positivsten Sinn.
In letzter Zeit hat sich die Pinot Weinbar immer mehr herumgesprochen und ist unter Kennern begehrt, also unbedingt reservieren.

Das Restaurant Malereck wird von Edith geführt, der Schuppen 13, ein paar Hundert Meter weiter, von ihrem Mann Mariano. Beide Lokale sind direkt am See gelegen. Da schaue ich dann von meiner Pasta ins Wasser und freue mich an der tollen italienischen Küche.
Die Köstlichkeiten bestellen einige auch als Take-away, einschließlich der vielen Segler, die hier vorbeikommen, und sich exzellenten Proviant auf den See mitnehmen. Da bekomme ich immer richtig Lust zum Mitsegeln, was mit Joyce und dem Bodenseeskipper auch tatsächlich möglich ist.

Eine besondere Verbindung hat das Schloss Kirchberg mit dem Kloster und Schloss Salem. Bereits rein architektonisch ist zu erahnen, dass die beiden etwas gemeinsam haben: Schloss Kirchberg war der ehemalige Sommersitz von Schloss Salem.
Der Grundstein der Anlage wurde im Mittelalter gelegt und die einstige Abtei entwickelte sich zu einer der bedeutendsten der Region. Im 18. Jahrhundert wurde das Anwesen zum Schloss. Heute haben wir das Glück, dass viel von dem prachtvollen Erbe erhalten ist. Kaisersaal, Bibliothek und Wohnung des Abtes beeindrucken mit ihrem Prunk und auch die weitläufige Gartenanlage nach barockem Vorbild steht um nichts nach.
Im Klostermuseum warten Exponate aus über 700 Jahren Klostergeschichte und wer das Schloss mit allen Sinnen erleben möchte, der bucht einen Rundgang durch den Weinkeller mit Weinverkostung.

Wenn man so etwas wie eine Lieblingsburg haben kann, dann ist es für mich die Burg Meersburg. Sie liegt im Zentrum von Meersburg, damit in direkter Seenähe, und ist sehr spannend. Das liegt nicht nur an der märchenhaften Architektur und der bewegten Geschichte, sondern vor allem an den zahlreichen Events, die hier stattfinden.
Rundgänge und Themenführungen sind nur der Anfang: Mit den Wochenenden der „Belebten Burg“ kommt das Mittelalter ins Heute und es wird getanzt, musiziert, gekocht und geschmiedet. Mein besonderes Highlight sind jedoch die Weinproben in der Burg – mit Blick auf den Bodensee.



Noch viel weiter in die Vergangenheit führen einen die Pfahlbauten im ältesten archäologischen Freilichtmuseum in Deutschland. Wie das Leben vor 6.000 Jahren am Bodensee ausgesehen hat, veranschaulicht das Museum und die 23 Pfahlbauten zeigen nachgebildete Dörfer aus zwei Epochen, die über 3.000 Jahre umfassen. Absolut faszinierend!
Zum Museum gehören auch topmoderne Präsentationen, wie die Multimediashow Archeorama, der Museums-Neubau und zahlreiche Events und Aktivitäten für Kinder.

Mit dem Starrluftschiff über den Bodensee fliegen – das ist in Friedrichshafen möglich. In der Geburtsstadt der Zeppeline kann man den Zeppelin Hangar besichtigen, Zeppelin-Souvenirs kaufen, im Hangar-Restaurant speisen und dabei Starts und Landungen beobachten. Und schließlich bleibt nur noch die Qual der Wahl zwischen den verschiedenen Flugrouten.
Am interessantesten finde ich den 120 Minuten langen Zeppelin-Rundflug über den ganzen Bodensee. Bei dieser Gelegenheit gleiten die Blumeninsel Mainau, das Pfahlbautenmuseum, Kreuzlingen, Romanshorn, Arbon, Rorschach und Bregenz unter einem vorbei. Ein unvergessliches Erlebnis für besondere Anlässe.
Erschwinglicher ist ein 30-minütiger Flug über Friedrichshafen, die Evangelische Schlosskirche und deren Kuppeltürme. Adrenalin trifft Geschichte!

Weitere Insidertipps am Bodensee hat Monika Kellermann gesammelt. Sie führt uns vorbei am östlichen Bodensee und bringt uns auf die Blumeninsel, nach Lindau und Lindenberg.
Der Bodensee gehört schon immer zu Anja Fischers Lieblingsorten. Die vielgereiste Gründerin von Glücksmomente-Charmingplaces hat schon einiges erlebt, gesehen und verkostet, doch es zieht sie immer wieder an die Ufer des Schwäbischen Meers. Die schönsten Ferienwohnungen, Boutiquehotels und Erlebnistipps rund um den Bodensee sind von ihr handverlesen und persönlich getestet. Nur das Beste vom Besten kommt in unsere Sammlung.
Beitrag aktualisiert: Juli 2026

Lydia Stöflmayr
Texterin & Autorin
Lydia ist freie Texterin, Autorin und Dolmetscherin. Sie liebt es, neue Sprachen, Kulturen und Mentalitäten kennenzulernen. Dabei spielt Sprache eine wesentliche Rolle und eben vor allem die richtigen Worte zu finden. Diese Aufgabe hat sie zu ihrer Profession gemacht.
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