Geheimtipps für Genießer im Monferrato
Spricht man vom Piemont, denken die meisten sofort an große Rotweine wie Barolo oder Barbaresco, Trüffelmärkte, edle Schokolade und gemütliche Trattorien mit herzhafter Küche.
Dies trifft auf alle acht Provinzen der flächenmäßig größten Region des italienischen Festlands zu, aber für mich ist die Provinz Monferrato besonders entdeckenswert, da sie touristisch noch nicht so stark frequentiert ist.




Es erwarten Sie malerische Landschaften mit Reben, Obstbäumen oder Haselnusssträuchern, historische Dörfer, die mit ihren unterirdischen Kellern zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, charaktervolle Weine, unwiderstehliche kulinarische Genüsse und heimelige Trattorien.
Begleiten Sie mich auf eine unvergessliche Genussreise in meinen Piemont-Geheimtipp Monferrato.
Die malerische Stadt Alessandria liegt eingebettet in einer idyllischen Landschaft und verlockt mit vielen kleinen Plätzen, mittelalterlichen Gassen und eleganten Arkaden zum Bummeln. Die traditionellen Cafés und Pasticcerien laden zum Verweilen ein.
Versäumen Sie auf keinen Fall, einen Bacio di Dama (Damenkuss) zu probieren, denn die Halbkugeln aus Haselnusskeksen, gefüllt mit Schokolade, sind die Spezialität der Stadt.


Das liebenswerte centro storico erstreckt sich von der Piazza della Liberta mit beeindruckenden Palazzi aus unterschiedlichen Epochen zum Ufer des Tanaro, den zwei Brücken überqueren.
Absolut sehenswert ist die monumentale, sechseckige Citadella di Alessandria, eine der größten Festungsanlagen Europas. Sie wurde im 18. Jahrhundert von König Vittorio Amedeo II. erbaut und begeistert mit ihrer Mächtigkeit selbst Geschichtsmuffel.




Leidenschaftlichen Radfahrern wird sicherlich das Fahrradmuseum von Alessandria gefallen, in dem die Geschichte des Radsports anschaulich dargestellt wird.
Eine weitere Attraktion der Stadt sind die Borsalino-Hüte, eine der ältesten italienischen Luxusmarken. Diese eleganten und zeitlosen Hüte zierten zum Beispiel die Köpfe von Humphrey Bogart im Film Casablanca, Alain Delon, Robert Redford und Marlon Brando.
Wer gerne Hüte trägt, für den ist das Museo del Cappello Borsalino am Corso Cento Cannoni 21 ein Muss, und danach finden Mann oder Frau im Borsalino Store in der Galleria Guerci garantiert die passende Kopfbedeckung.



Im Jahr 2014 wurden einige historische Orte mit unterirdischen, in Sandstein gehauenen Kellern zur Aufbewahrung der Weine von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt – die Infernot.
Dank des fehlenden Lichts, der natürlichen Belüftung, der optimalen Temperatur und Feuchtigkeit war es im 19. Jahrhundert ein idealer Platz, um hochwertige Weine perfekt zu lagern.
Die unterirdischen Räume sind unterschiedlich gestaltet, teils sind die Wände dekoriert, manchmal steht ein Tisch aus Stein in der Mitte, um die Weine zu verkosten.




Ein abwechslungsreicher und ereignisreicher Ausflug führt Sie in die Dörfer Vignale, Frasinello, Cella Monte, Rosignano und weiter nach Ozzano. Es lohnt sich, überall einen Stopp zu machen, um diese kulturellen Schätze der Weinkultur zu entdecken.
Besonders besuchenswert sind die Keller und das auf einem Hügel liegende Dörfchen Cella Monte, das zu Recht zu den schönsten Dörfern in Italien zählt.
Beim Bummel durch die Gassen von Cella Monte kann man an den Mauern eingeschlossene Muscheln erkennen, die darauf hinweisen, dass hier vor Millionen von Jahren ein Meer war und die Hügel des Monferrato waren das Archipel.
Das Meer verschwand und hinterließ Sandstein, der zum Bau der Häuser verwendet wurde. Jeder Winkel dieses mittelalterlichen Kleinods erzählt eine Geschichte und besonders die unterirdischen Gänge und Lagerräume.


In dieser Gegend gedeiht neben Barbera auch die Rebsorte Grignolino, die bereits im 13. Jahrhundert hier kultiviert wurde, aber lange in Vergessenheit geriet. Allmählich wird jedoch der Wein aus der uralten Rebsorte wiederentdeckt und ist, leicht gekühlt, ein wunderbarer Essensbegleiter.
Im Mittelalter nannte man Asti die Stadt der 100 Türme, erbaut von Adeligen, um ihren Reichtum zu demonstrieren. Heute sind nur noch wenige Türme erhalten, wie der 38 Meter hohe Torre Comentina auf der Piazza Roma, der auch San Bernardino-Turm genannt wird, weil er viele Jahrhunderte als Glockenturm der Kirche San Bernardino diente.
Ein wenig höher ist der Torre Troyana mit 44 Metern. Wenn man die 199 Stufen nach oben nicht scheut, bietet sich ein grandioser Blick auf Asti und die umliegende Hügellandschaft.


Auch wenn nur noch wenige Türme vorhanden sind, die Stadt hat sich dennoch ihren mittelalterlichen Charme bewahrt. Beim Flanieren durch die schmalen Gassen der Altstadt entdeckt man an fast jeder Ecke eine Sehenswürdigkeit.
Beeindruckend ist die Kathedrale Santa Maria Assunta, die ursprünglich im gotischen Stil erbaut wurde und dann im 13. Jahrhundert einen romanischen, siebenstöckigen Glockenturm erhielt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das sakrale Bauwerk immer wieder verändert und echte Hingucker sind die Kirchenfenster!
Die älteste gotische Kirche der Stadt ist die Stiftskirche San Secondo, nahe dem Palazzo Civico, dem prachtvollen Rathaus.



Die autofreie Piazza San Secondo ist genau richtig, um in einer der zahlreichen Bars oder Cafés eine Pause einzulegen. Von der sieben Kilometer langen Stadtmauer aus dem 12. und 14. Jahrhundert sind nur noch wenige Mauerreste des inneren Mauerrings erhalten.
Da das Städtchen touristisch nicht übervölkert ist, kann man sich in aller Ruhe die verlockenden Schaufester der aparten Boutiquen, der verlockenden Genussläden und Wineshops ansehen.
Jedes Jahr am dritten Sonntag im September ist in Asti richtig was los, denn dann findet der Palio di Asti statt, ein traditionelles Fest mit einem spektakulären Pferderennen, bei dem die 14 Stadtteile und 7 weitere Städte der Provinz um das Banner wetteifern.
Der Palio findet seit 1275 alljährlich statt und soll das älteste Pferderennen in Italien sein. Auch turbulent, aber ein wenig gemächlicher, geht es jeden Mittwoch beim Wochenmarkt auf der Piazza Alfieri zu.

Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit, um in einer der Enoteche einen Asti Spumante zu trinken, den prickelnden meist süßlichen, aromatischen Schaumwein, der seit 2014 DOCG Status hat und das Markenzeichen der Stadt ist.
Nicht zu verwechseln mit dem Moscato d’Asti DOCG, der ebenfalls aus einer Muskateller-Traube hergestellt wird, aber ein alkoholarmer, finessenreicher, nur leicht moussierender Wein ist, der perfekt mit Dolce harmoniert.

Käseliebhaber empfehle ich einen Stopp im Borgo Affinatori in Castello di Annone, am Stadtrand von Asti. Im Jahre 2018 haben Barbara und Lorenzo ihre Leidenschaft, Käse zu affinieren, verwirklicht und diesen Borgo in ein Käseparadies verwandelt.
Mit ihren optimal gereiften heimischen Käsesorten beliefern sie viele Ristorante im Piemont, nehmen sich aber dennoch – nach rechtzeitiger Anmeldung – gerne die Zeit, um interessierten Käsefans ihre Reifekeller zu zeigen.




Eine Führung durch die verführerisch duftenden Käse-Reifekeller ist ein Genuss für die Nase und später, bei der anschließenden Verkostung, für den Gaumen. An den Wochenenden kann man im dazugehörenden urigen Restaurant köstliche Käsegerichte genießen.
Lesen Sie hier unseren Beitrag über die besonderen Weine der Gegend und die Weinregion Monferrato.

Wer von Anfang Oktober bis Ende November im Monferrato weilt, hat die Qual der Wahl, welchen Trüffelmarkt er besucht. Auf dieser Trüffel-Website der Region Monferrato erfahren Sie, wo Trüffelmärkte stattfinden.
Oder noch besser: Lassen Sie sich von Heidi und Antonio Brandi von unserem Charmingplace Casa da Brandi empfehlen, welcher der spannendste ist.
Denn in den hübschen Dörfern des Monferrato kann man die Qualität der Trüffel noch ohne Touristenansturm völlig entspannt prüfen und sich beraten lassen.



Wenn auch Trüffel bei Feinschmeckern die Nase vorne haben, die Piemonteser Haselnüsse, die im Monferrato bestens gedeihen, sind wegen ihres feinen Aromas, insbesondere nach dem Rösten, einzigartig.
Sie dürfen die Region nicht verlassen ohne Nocciola Piemonte IGP im Gepäck, Sie würden einen Hochgenuss versäumen.

Neben der bereits erwähnten Ortschaft Cella Monte gehört auch Cocconato, das auch des milden Klimas wegen “Riviera des Monferrato” genannt wird, zur Vereinigung der I borghi più belli d’Italia.
Der geschichtsträchtige Ort ist harmonisch eingebunden in eine zauberhafte Landschaft und ist die Heimat des traditionellen Frischkäse Robiola. Den Käse mit dem feinsäuerlichen Aroma und der cremigen Konsistenz sollte man unbedingt verkosten.
Nizza Monferrato lockt, umrahmt von Weinhügeln, mit einem kulturellem Reichtum und italienischem Lebensstil Genussmenschen aus aller Welt an.

Weinkennern ist das Städtchen bekannt als geschätzte Region für Barbera-Weine, die man in großer Auswahl nach einem Bummel durch die liebenswürdige Altstadt in der Enoteca Regionale di Nizza genießen kann.
Außerdem erfährt man dort mehr über diese DOCG und die Besonderheiten der Barbera-Weine.


Golfspieler wird der 36-Loch Platz Golfplatz Margara mit seiner 50jährigen Geschichte erfreuen. In einer wunderschönen Parklandschaft mit majestätischen Eichen schlängelt sich der Fairway durch die sanften Hügel des Monferrato.
Nach so einem entspannten Spiel hat man sich ein köstliches Abendessen im Ristorante La Braja mit heimischer Küche in Montemagno verdient. Ein wunderbarer Abschluss einer Golfrunde, egal wie man gespielt hat. Die gute Küche und der freundliche Service lassen auch ein schlechtes Spiel schnell vergessen.


Die Stadt Alba gehört zwar zu den Langhe, liegt aber zum Beispiel nur etwa 45 Kilometer von der Casa da Brandi entfernt und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Alleine schon die Lage ist bezaubernd, aber auch die pulsierende, von römischer Geschichte geprägte Altstadt sorgt für gute Laune.
Wie Asti war auch Alba geprägt von über 100 Geschlechtertürmen, als Zeichen des Wohlstands. Einige sind noch erhalten und sie tauchen beim Bummeln durch die engen Gassen immer wieder auf.




Ganz besonders lebhaft geht es zur Trüffelzeit in Alba zu. Wer es etwas ruhiger möchte, besucht, wie gesagt, die Trüffelmärkte im Monferrato. Feinschmecker, die gerne in Sternerestaurants gehen, werden in Alba garantiert fündig.
Neben dem Drei-Sterne-Restaurant Piazza Duomo, im Herzen der Stadt, gibt es einige weitere Sterne-Restaurants, aber auch eine Vielzahl an guten Trattorien mit typisch Piemonteser Küche.
Außerhalb der Trüffelzeit erlebt man vor allem an den Samstagen das ganz spezielle Flair dieser charmanten Stadt, denn dann ist Markttag.

Die Hauptstadt des Piemont ist kein Touristenmagnet und für viele Italienreisende immer noch ziemlich unbekannt. Viele vermuten eine Industriestadt, aber dem ist nicht so.
Diese Stadt ist wunderschön, allen voran die fast völlig verkehrsbefreite Altstadt von Turin, mit den von herrlichen Arkadengängen gesäumten Plätzen, in denen historische Cafés und Chocolaterien zum Innehalten verlocken.

Beeindruckend die Piazza Castello, wo einst das Herz Turins schlug, umrahmt von herrlichen Palazzi und dem königlichem Palast, die ehemalige Residenz der Königsfamilie Savoyen, heute UNESCO-Weltkulturerbe.
Ich liebe es, durch die etwa 18 Kilometer langen Arkadengänge, welche diese fantastischen Plätze säumen, zu flanieren. Sie laden verführerisch zum Shoppen, Café trinken oder zum Aperitivo ein.

Die Piazza Vittoria Veneto ist mit einer Länge von 360 Meter und 11 Meter Breite einer der größten Plätze der Welt. In dieser historischen Stadt gibt es unendlich viel zu entdecken, es wird niemals langweilig.
Auf keinen Fall dürfen Sie sich die Mole Antonelliana, das Film-Museum, entgehen lassen. Für mich ein unvergessliches Erlebnis, nicht nur wegen des Panoramaaufzugs in der Mitte der riesigen Kuppel, der zur 85 Meter hoch gelegenen Aussichtplattform führt, von der sich ein atemberaubender 360 Grad-Blick auf Turin und die Alpen bietet.
Sollten Sie bislang die faszinierende Stadt Turin nicht kennen, die etwa 80 Kilometer vom Monferrato entfernt liegt, kann ich Ihnen nur wärmstens empfehlen.






Monika Kellermann
Wein & Genuss – Autorin
Monika Kellermann schreibt nicht nur seit vielen Jahren in Artikeln und Büchern über Wein und Genuss. Die Autorin ist auch Expertin für italienischen Lebensstil und kennt die Region rund um den Gardasee besonders gut, da sie dort neben München ihre zweite Heimat gefunden hat.
Mehr über Monika erfahren
Für gute weiße Alba Trüffel müssen Sie tief in die Tasche greifen, jedoch ist das keine Garantie für Qualität. Wir haben im Piemont eine sichere Quelle gefunden.
Das Tartar ist eine piemontesische Spezialität und schmeckt am besten, wenn Elena vom Charmingplace La Corte di Lequio sie zubereitet.
Mit einer faszinierenden Bildsprache gelingt es dem Film, den Trüffeljägern durch die piemontesischen Wälder und dem wertvollen Pilz in die Welt der Dekadenz zu folgen.
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