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Toskanische Liebe: Matuffi

Matuffi - Rezept Toskana

Geben wir es doch mal zu: Wir Deutschen sind verrückt nach der Toskana. Nach ihren malerischen Landschaften, die immer wieder die eigenen Klischees erfüllen, nach den idyllischen Zypressenalleen, den hübschen Dörfern, den mittelalterlichen Städten und natürlich dem Essen.

Ich auch. Bei meinem letzten Besuch hatte ich eine Portion Liebeskummer im Gepäck, ich war frisch getrennt und allein unterwegs. Ich war auf Italien-Reise in der Nähe von Lucca und hatte von einem Einheimischen einen Tipp für ein Mittagessen bekommen. Wenig später saß ich in einem einfachen Restaurant, vor mir stand ein Teller Matuffi, die Köchin hatte mir das Gericht empfohlen.

Matuffi kommt aus der Region um Lucca und ist ein einfaches Maismehl-Gericht. Die Polenta wird mal mit Ragù, mal mit einer Pilzsoße, und in der einfachsten Variante mit einer Tomatensoße serviert. Für letztere hatte ich mich entschieden. Und schon der erste Löffel hatte mich überzeugt: So cremig und fein die Polenta, so samtig die Soße.

Die Köchin stand hinter ihrem Tresen und beobachtete mich wohlwollend, während ich jeden einzelnen Löffel genoss. Als ich fertig war, eilte sie hervor, schnappte mir meinen Teller weg, verschwand in der Küche und kam mit einer zweiten kleinen Portion wieder.

Vielleicht hatte sie mir angesehen, dass ich Liebeskummer hatte, vielleicht hatte sie sich nur so über meinen Appetit gefreut. Auf jeden Fall aber schmeckte ihr Matuffi wie eine Umarmung.

Rezept Toskana: “Matuffi”
Für 2-3 Personen / einfach / Zubereitungszeit ca. 40 Minuten

Zutaten für Matuffi

200 g Polenta
1,7 Liter Wasser
800 g ganze, geschälte Tomaten aus der Dose
1 TL Tomatenmark
2 Schalotten
2 Knoblauchzehen
1 Lorbeerblatt
60 g Parmigiano Reggiano
1 Bündel frisches Bio-Basilikum
Olivenöl
Salz, Pfeffer, etwas Zucker

Zubereitung von Matuffi und Soße

Schritt 1: Die Schalotten und den Knoblauch pellen, beides fein hacken.

Schritt 2: Etwas Olivenöl in einen großen Topf geben, die Schalotten darin auf mittlerer Flamme anschwitzen, bis sie glasig geworden sind. Dann den Knoblauch dazugeben und für 30 Sekunden mit anbraten.

Schritt 3: Die Tomaten dazugeben und mit einem Holzlöffel grob zerquetschen.  Einen Strunk Basilikum dazugeben. Wer wie ich ebenfalls die Rinde von alten Parmesan-Stücken aufbewahrt, um sie in Tomatensauce auszukochen, der findet hier die Gelegenheit zu einer idealen Nutzung und gibt ein Stückchen dazu. Das Lorbeerblatt ebenfalls dazugeben. Den Deckel auflegen und die Soße für etwa 25 Minuten leicht simmernd einkochen lassen.

Wer bisher keine Parmesanrinden sammelt: Fangen Sie ruhig mal damit an. Es lohnt sich! Falls Sie jetzt keine zur Hand haben, machen Sie einfach weiter mit Schritt 4.

Schritt 4: Nun bereiten wir die Polenta zu. Dazu einen großen Topf mit 1,7 Liter Wasser aufsetzen und etwas salzen. Sobald das Wasser kocht, lässt man die Polenta einrieseln und rührt alles kräftig mit dem Schneebesen um, damit die Polenta keine Klumpen bildet. Für etwa 5-7 Minuten weiterrühren, dann vom Herd nehmen. Die Konsistenz sollte deutlich flüssiger als übliche Polenta-Gerichte sein.

Schritt 5: Den Parmesan reiben. Ein Löffel davon kommt in die Polenta, die danach noch mit einem Hauch Olivenöl versehen und anschließend mit Salz abgeschmeckt wird.

Schritt 6: Das Basilikum und das Lorbeerblatt aus der Soße fischen, diese anschließend mit Salz, Pfeffer und bei Bedarf etwas Zucker abschmecken.

Schritt 7: Nun kann angerichtet werden. Dazu zunächst eine kleine Kelle Polenta in einen tiefen Teller geben, darauf eine kleine Kelle der Soße geben. Etwas Parmesan darüber streuen. Nun wieder etwas von der Polenta darauf geben, diese mit etwas Soße, Parmesan und frischem Basilikum toppen und servieren.


Angelika Schwaff

Angelika Schwaff

Food Kolumnistin & Reisebloggerin – Autorin

Angelika hat ihre Berufung gefunden und nimmt ihre Leser mit auf kulinarische Reisen. Unter anderem auch die Leser von ZEIT ONLINE. Sie hat Journalistik studiert, als Dokumentarfilmerin gearbeitet und war bis 2012 Pressesprecherin von Germanwings. Noch immer nimmt sie für gutes Essen jeden Weg in Kauf.

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