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Bestes Arme-Leute-Essen: Stroncatura Calabrese

Mein italienischer Nachbar Jacopo schrie soeben „Mamma mia!“ – vor fünfzehn Minuten hatte ich ihm einen Teller Stroncatura Calabrese aufgetischt.

Jacopo kommt aus Norditalien und weiß daher nicht um die interessante Geschichte dieses ehemaligen Arme-Leute-Essens, das sogar einmal in Italien verboten wurde. Nein, nicht weil es so wahnsinnig gut schmeckt, sondern weil die Pasta einst tatsächlich aus zusammengefegten Getreideresten hergestellt wurde und so billig verkauft werden konnte.

Es brauchte die Umami-Bombenkraft der Sardelle, um daraus ein schmackhaftes Gericht zu machen. Das Volk liebte das Rezept dennoch heiß und innig.

Heute kommen nur beste Zutaten in die Nudeln, die Stroncatura gilt als Delikatesse, in Deutschland ist sie nur in ausgewählten Geschäften zu ergattern. Genauso wie die dazugehörigen süß-scharfen Peperoncini, die unter Kennern heiß begehrt sind. Die Schoten wachsen und gedeihen in der kalabrischen Sonne bei idealen Bedingungen und schmecken daher besonders intensiv.

Und obwohl mein italienischer Nachbar nicht so gerne scharf isst  (er behauptet, er wäre dadurch deutscher als ich), hat er sich auch noch einmal von dem getrockneten Chili, das ich ihm mitgegeben hatte, nachgenommen. Tatsächlich, Mamma Mia!

Information zum Rezept „Stroncatura Calabrese“:
für 2 Personen / einfach / Zubereitungszeit: ca 30 Minuten

Zutaten für Stroncatura Calabrese

250 g Stroncatura Pasta oder ersatzweise gute Vollkorn-Linguine
8 Cherrytomaten
2 Knoblauchzehen
50 g Semmelbrösel
50 g schwarze entsteinte Oliven
4 Sardellenfilets
40 g Parmesan
getrocknete oder frische Peperoncini aus Kalabrien nach Geschmack*
ein halbes Bund Petersilie
Olivenöl
Salz und Pfeffer

* ich habe einen guten Teelöffel genommen, aber man sollte sich langsam an den richtigen Schärfegrad herantasten

Zubereitung

Schritt 1: Einen großen Topf mit Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen.

Schritt 2: In der Zwischenzeit alle Zutaten vorbereiten. Zunächst den Knoblauch schälen und fein hacken, die Oliven halbieren, die Tomaten waschen und vierteln. Die Sardellen aus dem Glas nehmen und ebenfalls fein hacken. Die Petersilie waschen und in einem Sieb trocknen lassen. Wer frischen Peperoncino nutzt, schneidet die Schote längst auf und holt vorsichtig die Kerne heraus. Im Idealfall nutzt man dafür Latexhandschuhe. Anschließend wird die Schote klein gehackt.

Schritt 3: Das Wasser kräftig salzen, die Pasta hineingeben und nach Packungsanleitung kochen lassen. Gelegentlich umrühren.

Schritt 4: Die Semmelbrösel in eine große Pfanne geben und dort schnell auf mittlerer Flamme anrösten, bis sie goldbraun sind. Dann aus der Pfanne in eine entsprechend große Schüssel füllen und beiseitestellen. Die Pfanne mit einem Küchenpapier auswischen.

Schritt 5: In derselben Pfanne etwas Olivenöl heiß werden lassen, darin zunächst den Knoblauch für 30 Sekunden anschwitzen, dann etwas Chili dazugeben, kräftig umrühren. Nun auch die Sardellenfilets hinzugeben und unter Rühren im heißen Fett schmelzen lassen. Schließlich auch die Tomatenstücke in die Pfanne geben und zerfallen lassen. Gelegentlich umrühren.

Schritt 5: In der Zwischenzeit den Käse reiben und die Petersilie hacken.

Schritt 6: Sobald die Pasta kurz vor Ihrem (also dem der KöchINNEN) idealen Garpunkt ist, gibt man sie direkt aus dem Pastatopf in die Pfanne zur Soße. Zudem gibt man eine gute Kelle oder auch mehr von dem Pastawasser in die Pfanne und rührt dort alles kräftig um, bis die Soße die gewünschte Konsistenz hat. Im Idealfall ist sie cremig, aber nicht zu fest und haftet gut an der Pasta. Schließlich kommen auch die Oliven hinzu und werden untergerührt. Alles gegebenenfalls mit etwas mehr Salz oder Pfeffer abschmecken.

Schritt 7: Die Pasta auf zwei Schüsseln verteilen und mit gerösteten Semmelbröseln, frischer Petersilie und Parmesan bestreuen und servieren. Wer noch extra Schärfe mag, streut sich noch mehr Peperoncino über das Gericht.


Angelika Schwaff

Angelika Schwaff

Food Kolumnistin & Reisebloggerin – Autorin

Angelika hat ihre Berufung gefunden und nimmt ihre Leser mit auf kulinarische Reisen. Unter anderem auch die Leser von ZEIT ONLINE. Sie hat Journalistik studiert, als Dokumentarfilmerin gearbeitet und war bis 2012 Pressesprecherin von Germanwings. Noch immer nimmt sie für gutes Essen jeden Weg in Kauf.

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