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Kalabrien – der entdeckenswerte Südzipfel Italiens

Geheimtipps Kalabrien

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Kalabrien, am äußersten Südzipfel des Stiefellandes ist von zwei Meeren umspült, dem Ionischen Meer mit kilometerlangen Sandstränden und dem Tyrrhenischen Meer mit Steilküsten, malerischen Buchten und kleinen, hübschen Dörfern.

Für Badenixen und Wassersportler sind diese 800 Kilometer traumhafter Strände meist schon völlig ausreichend, um einen superschönen, erholsamen Urlaub zu erleben. Aber die Region bietet viel mehr! Hier unsere Geheimtipps Kalabrien.

Wenige Kilometer im Landesinneren verlocken drei sehr unterschiedliche Nationalparks zum Wandern, Rafting und weiteren sportlichen Aktivitäten und in den urigen Bergdörfern überraschen Einflüsse fremder Kulturen. Zudem erwartet Sie eine spannende Küche, geprägt von unterschiedlichen kulturellen Einflüssen und interessante Weine aus heimischen Rebsorten.

Genießen Sie das tiefblaue Meer mit den noch nicht überlaufenen, himmlischen Stränden im nördlichen Teil der Tyrrhenischen Küste und lassen Sie sich von der ursprünglichen Landschaft im Landesinneren verzaubern.

Faszinierende Natur in purezza

Der Parco Nazionale del Pollino ist der größte Nationalpark in Italien und ein wahres Eldorado für Naturliebhaber. Auf einer Fläche von 192.565 Hektar, zwischen der Basilikata und Kalabrien, ist die Pflanzen- und Tierwelt noch unberührt und wie geschaffen, um sich vom Alltagsstress zu erholen.

Vom Hafenstädtchen Scalea führt eine verhältnismäßig gut ausgebaute Straße in diese wilde Bergwelt und dabei ist der Weg das Ziel.

Reizende Bergdörfer verlocken immer wieder zum Anhalten, wie zum Beispiel das Dörfchen Santa Domenica di Talao mit „bella vista“ auf das Meer und die Gebirgswelt des Pollino. Weiter geht es nach Papasidero, einen verschlafenen Ort am Fluss Lao gelegen.

Wer Lust auf Rafting und Rivertrekking hat oder sich im Abenteuerpark austoben möchte, hier kümmern sich junge engagierte Menschen um die angebotenen, sehr unterschiedlichen Aktivitäten. Weniger anstrengend und sehr erholsam ist eine Wanderung entlang des Lao-Flussufers.

Ganz in der Nähe befindet sich La Grotta del Romito, eine Höhle, die Sie in die vorgeschichtliche Vergangenheit von Papasidero entführt.

Die kurvige Straße schlängelt sich weiter durch diese einzigartige Naturlandschaft, die immer wieder zu kleinen Stopps einlädt.

Hübsch anzusehen ist der Parco della Lavanda, der Lavendelpark, der vor allem zwischen Juni und August während der Blütezeit nicht nur einen hinreißenden Anblick bietet, sondern auch verführerisch duftet. Ein Spaziergang durch die blühenden Lavendelfelder, inmitten dieser herrlichen Berglandschaft, ist eine Wohltat für die Seele.

Nächstes Ziel ist das pittoreske Dorf Morano Calabro, das zur Vereinigung der I borghi più belli d’Italia (schönste Dörfer Italiens) gehört, und das zu Recht. Die eng aneinander liegenden Häuser kuscheln sich an eine Bergkuppe vor der majestätischen Kulisse der Pollino-Gebirgskette.

Gönnen Sie sich eine Pause in diesem liebenswerten Dorf! Bummeln Sie durch die verwinkelten, romantischen Gassen, die dank der hier angesiedelten zahlreichen Künstler wieder zu neuem Leben erweckt worden sind.

Traumhaft der Blick von der Burgruine auf die wunderschöne Berglandschaft und das bezaubernde Dorf. Sehenswert sind auch die Kirche San Bernardino aus dem 15. Jahrhundert und die Magdalenenkirche, die im 16. Jahrhundert im Barockstil erbaut und Ende des 18. Jahrhunderts umgebaut wurde.

Um diese Bergregion besser zu verstehen, lohnt sich ein Besuch des Museo di Storia dell‘ Agricoltura e della Pastorizia mit beeindruckenden Exponaten aus dem Tierreich und zudem zeigt es anschaulich, wie mühsam das Leben der Menschen in dieser verlassenen Gegend war.

Der Magen knurrt allmählich? Dann lohnt es sich noch einige Kilometer nach Castrovillari zu fahren in die Via Jetticelli 55.

Im Ristorante di Alia isst man seit der Eröffnung in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gleichbleibend gut. Neben einer köstlich kalabrischen Küche erwartet Sie auch ein herzlicher Service.

Civita – romantisches Dorf mit spannender Geschichte

Nächstes Ziel ist Civita, eines der 32 Dörfer, die im Pollino-Gebirge von Albanern gegründet wurden und wo bis heute viele alte Traditionen bewahrt wurden. Sensationell ist die Lage auf 450 Meter über der Raganello-Schlucht.

Civita zählt ebenfalls zu den schönsten Dörfern Italiens! Außergewöhnlich sind die über vierzig imposanten Schornsteine, die bizarr aussehen, aber damals dennoch gut durchdacht konstruiert wurden, damit der Rauch auch bei starkem Wind gut abziehen konnte.

In Civita, das 1471 von den vor den Osmanen flüchtenden Albanern gegründet wurde, ist die albanische Kultur auch heute noch deutlich spürbar. So sprechen die Einwohner noch immer ihre eigene Sprache, die Arbereh genannt wird, und die Küche ist eine köstliche, deftige Mischung beider Nationen.

Einige kleine Läden verlocken in den heimeligen Gassen zum Shoppen der traditionellen Köstlichkeiten. In den Sommermonaten ist Civita stark von Touristen bevölkert, dennoch ist ein Besuch absolut empfehlenswert, weil man in eine völlig andere Welt eintaucht.

Sensationell ist der Blick auf die eindrucksvolle Ponte di diavolo (Teufelsbrücke), die die Raganello-Schlucht überspannt.

Unter der Brücke ist der Eingang in den Canyon und von hier aus kann man Wanderungen entlang des Flüsschens mit glasklarem Wasser unternehmen. Im Sommer ist ein Bad in diesem kühlen Nass ein erfrischendes Vergnügen!

Von der Aussichtsplattform La Culletta im Ortsteil Magazeno hat man einen grandiosen Ausblick auf die Brücke und die faszinierende Naturwelt bis hinüber zum Ionischen Meer.

Über Frascineto, eine weitere von den Albanern gegründete Gemeinde, geht’s zur E 45 und durch den Nationalpark Pollino, der 2015 als UNESCO Global Geopark ausgezeichnet wurde, zurück nach Scalea.

Diese Tour ist nur eine von vielen Ausflugszielen in die grandiose Naturwelt des Pollino-Gebirges, das überall mit tiefen Wäldern, zauberhaften Tälern, rauschenden Wasserfällen und kristallklaren Bächen begeistert.

Auf den vielen Wanderungen, die in diesem riesigen Naturpark angeboten werden, entdeckt man eine spannende Tier- und Pflanzenwelt und man kann auf wundersame Weise die Sorgen des Alltags hinter sich lassen.

Viele Anregungen für spannende Touren erhalten Sie natürlich auch im charmanten Gästehaus La Pastorella, das sozusagen am Tor zum Nationalpark liegt.

Weitere Tipps gibt es auf der Website des Parco Nazionale del Pollino, sowie auf diesem Informations-Portal – hier finden Sie auch wertvolle Tipps zu typischen Produkten und ihren Herstellern im Nationalpark.

Und immer wieder lockt das Meer…

Von Ihrer Unterkunft, etwa dem Hotel La Pastorella in Maierà, ist es nur ein Katzensprung zum Tyrrhenischen Meer, das mit seinen herrlichen Stränden zum Baden, Sonnen und Seele baumeln einlädt.

Fährt man vom Hafenstädtchen Scalea Richtung Norden, bieten sich viele schöne Möglichkeiten, einen Sonnentag am Meer zu erleben, wie zum Beispiel die Grotta Azzurra, eine natürliche Höhle, die ihren Namen dem azzurblau schimmernden Meer verdankt.

Besonders bezaubernd ist auch der Strand Praia a Mare mit der vorgelagerten mächtigen Klippe, eine der eindrucksvollsten entlang der Küste.

Als leidenschaftliche Autofahrerin finde ich es herrlich, am besten mit einem Cabrio, die Küste entlang Richtung Süden zu fahren und dann und wann einen Stopp einzulegen, wenn ein Strandabschnitt oder ein Dorf besonders einladend aussieht.

Sich einfach treiben lassen und Meer, Sonne und Wind genießen, das ist für mich ein wahres Urlaubsvergnügen.

Für alle, die nicht so gerne Autofahren, empfiehlt Karin Wosnitzka, eine absolute Kalabrien-Kennerin, in Scalea mit dem Regionalzug Richtung Süden zu fahren. Der Zug fährt direkt entlang der Küste und man hat den Eindruck, direkt auf dem Meer zu schweben.

Zwischendurch kann man an einem der Orte aussteigen und mit dem nächsten Zug weiterfahren. Welches Fortbewegungsmittel Sie auch benutzen, ein Aufenthalt im Städtchen Diamante ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Der Küstenort bietet einige kulturelle Sehenswürdigkeiten und ist berühmt für seine scharfen Peperoncini und für die Cedro-Haine, weshalb der Küstenabschnitt auch Costa dei Cedri genannt wird.

Hochgeschätzt bei Genießern ist der aromatische Likör aus den Cedrofrüchten, die bei uns Zitronat-Zitronen heißen. Die Früchte mit der knorrigen Schale werden zu Zitronat und zu köstlicher Marmelade verarbeitet.

In der Chili-Hochburg Diamante findet jedes Jahr Anfang September das Festival del Peperoncino statt. Im Herbst, zur Reifezeit der Peperoncini, werden sie wie Wäsche an den Häusern und Balkonen der Stadt zum Trocknen aufgehängt.

Aber auch ohne dieses heitere Fest ist die Altstadt mit ihren historischen Kirchen, den unzähligen Treppchen und den engen Gassen mit den Wandmalereien einen Besuch wert.

Diese Wandmalereien, Murales genannt, waren in den 80er Jahren die Idee eines Künstlers, die dann viele Nachahmer fand. An die 250 Gemälde – von religiösen Motiven bis zu modernen Bildern – machen einen Spaziergang kurzweilig.

In den vielen kleinen, hübschen Läden findet man reizende Geschenke rund um die knallroten Schoten, sei es als Gewürz, als Motiv auf Servietten oder Schürzen und als schicken Schmuck. Und natürlich stehen auf der Speisekarte der Ristorante viele leckere, kalabresische «scharfe Gerichte».  

Cosenza – Provinzhauptstadt und kulturelles Zentrum

Cosenza, am Rande des Sila-Gebirges und am Zusammenfluss der Flüsse Crati und Busento ist ein wichtiger wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt Kalabriens. Dank der Universität mit 30.000 Studenten ist das Stadtbild jung und lebendig.

Der Corso Mazzini ist nicht nur eine beliebte Shoppingmeile. Hier kann man zudem bei jedem Wetter und bei Tag und Nacht beeindruckende Skulpturen vieler Künstler bestaunen.

Sehenswert ist auch der romanisch-gotische Dom und das Teatro Rendano di Cosenza vis a vis des Palazzo del Governo.

Das Museo dei Bretti  mit Funden aus der frühen Geschichte der Stadt ist in einem ehemaligen Kloster mit einem sehenswerten Innenhof untergebracht. Für Kunstinteressierte ist die Nationalgalerie mit Gemälden von kalabresischen und neopolitanischen Künstlern einen Besuch wert.

Überragt wird die Stadt vom Castello di Cosenza , 937 n. Chr. erbaut, das  auf dem Hügel Pancrazio thront. Im Jahr 2008 begannen umfangreiche Instandsetzungsarbeiten und seit 2015 ist das Schloss eine kulturelle Begegnungsstätte, wo Tagungen, Ausstellungen und Konzerte stattfinden.

Zu einem Stadtbummel in bella Italia gehört für mich das Entdecken von Feinkostläden und Pasticcerien, denn so erfährt man auf anschauliche Weise, welche kulinarischen Leckerbissen man sich nicht entgehen lassen sollte.

In Cosenza liegen gleich zwei verführerische Läden nah beieinander. In der Antica Salumeria in der Via Degli degli Stadi 21 verlocken handwerklich hergestellte herzhafte und süße Köstlichkeiten aus der Region, die man im kleinen dazugehörenden Bistro auch gleich probieren kann.

Auf eine zweihundertjährige Geschichte kann das Gran Caffè Renzelli zurückschauen, derzeit von der siebten Generation geführt. In einem Ambiente, das ein wenig an ein Wiener Kaffeehaus erinnert, finden Süßschnäbel eine große Auswahl an unwiderstehlichen Leckereien, dazu einen köstlichen Espresso oder ein Gläschen Spumante, und das Glück ist perfekt. So angenehm gestärkt kann man die Rückreise antreten.

Neugierigen Weinliebhabern empfehle ich noch elf Kilometer weiter Richtung Südwesten nach Spezzano Piccolo, zum Weingut Spiriti Ebbri zu fahren. Es erwarten Sie außergewöhnliche Weine aus heimischen Rebsorten und sympathische Winzer.

Mehr erfahren Sie unter unserem Weintipp Spiriti Ebbri.

Kalabrien individuell entdecken

Wenn Sie außer einem Strandurlaub und Wandern im Nationalpark mehr über diese unglaublich vielfältige Region im südlichsten Winkel von Italien kennenlernen möchten, empfehle ich Ihnen, von Katrin Wosnitzka eine Rundreise – abgestimmt auf Ihre persönlichen Bedürfnisse – zusammenstellen zu lassen.

Die Freiburgerin lebte lange Zeit in Kalabrien, der Heimat Ihres Ehemanns, und kann Sie daher bestens beraten, welche Tour von Maierà aus für Sie die passendste ist. Mehr über die Kalabrienspezialistin Katrin Wosnitzka auf ihrer Website.

Weitere Informationen über Kalabrien finden Sie im DuMont Reise-Taschenbuch Kalabrien von Ilona Witten, neu aufgelegt im Frühjahr 2022, das Sie auch in Ihrem lokalen Buchhandel erhalten.


Monika Kellermann Wein & Genuss - Autorin

Monika Kellermann

Wein & Genuss – Autorin

Monika Kellermann schreibt nicht nur seit vielen Jahren in Artikeln und Büchern über Wein und Genuss. Die Autorin ist auch Expertin für italienischen Lebensstil und kennt die Region rund um den Gardasee besonders gut, da sie dort neben München ihre zweite Heimat gefunden hat.

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