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Sonnenaufgang zwischen den stoanerne Mandln

Kühle Morgenluft streicht um meine nackten Beine. Naiv, mit kurzen Hosen um fünf Uhr am frühen Morgen auf 1600 Meter zu starten. Aber meine Sinne sind abgelenkt, statt aufs Frösteln konzentriere ich mich aufs Sehen. Es ist stockdunkel. Auch hier hatte ich mich verschätzt, im Glauben, dass mir die Sterne und der Mond genügend Licht schenken würden, meinen Weg zu finden. Aber zu spät, umdrehen kommt nicht in Frage, auf gar keinen Fall will ich mir das Erlebnis entgehen lassen, von dem mir so viele Einheimische vorgeschwärmt hatten. 

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Mein Ziel ist der Sonnenaufgang um 6 Uhr 23 am Gipfelkreuz des Schönecker Bergplateaus, um das sich seit mehr als 500 Jahren die Stoanerne Mandln türmen. Mehr als 100 zu mannshohen Figuren aufgestapelte Steinplatten, mystisch, stolz, der Ewigkeit gewidmet. 

Gerichtsprotokolle aus dem Jahr 1540 besagen, dass sich hier einst Frauen der umliegenden Täler trafen, um ihr seit Jahrhunderten überliefertes Wissen um Kräuter und Essenzen auszutauschen und die Magie des Ortes und ihre Gemeinschaft in Tänzen um die steinernen Figuren feierten. Anders genannt auch Hexentänze und Teufelsfeiern, “ein magischer Kratfort” unisono die Meinung aller, die mir davon berichteten.

Mit festen Schritten ertaste ich mir meinen Weg. Langsam gewöhnen sich meine Augen an die Dunkelheit und ich beginne mein Abenteuer zu genießen. Die Tannen links und rechts um den inzwischen weiß leuchtenden Bergpfad geben mir Geleit. Nordwind streicht durch ihre benadelten Arme und läßt sie sanft tanzen. Nach einer halben Stunde passiere ich die Auener Alm. In ein paar Stunden werde ich hier ein deftiges Frühstück mit Speck und Eiern einnehmen-  als krönenden Abschluss zu diesem frühmorgendlichen Abenteuer.

Die Sonne schickt ihre erste Vorboten des Lichts hinter mir über den Horizont. Die Magie beginnt. Schemenhaft erkenne ich auf einmal Umrisse von weißen Pferden. Leise bewegen sie sich über den saftig grünen, leicht moosigen Untergrund. Sanft schnaubend, anmutig. Fast wie verzauberte Seelen wirken sie in diesem Licht. Ich bin hingerissen und teile gerne meinen Apfel, den ich von der dunklen Hotelrezeption am frühen Morgen stibitzt habe. Wer ist nicht gerne mit solchen Fabelwesen befreundet. Weiter gehts, in 15 Minuten müsste ich am Gipfel sein, ich folge dem ausgetretenen Pfad. Welche Geschichten gibt es hier wohl von den Schicksalen all der Menschen zu erzählen, die diesen Kraftort aufsuchten. Ich fühle mich eins mit der Zeit. 

Und da sehe ich sie: Ein Heer von  Steinmännchen, von knie- bis mannshoch über den gesamten Gipfel verteilt. Die Stoanerne Mandln. Schauermärchen um Teufelsfeiern, Gewittermachen und sogar das Verspeisen von Kindern ranken um diesen Ort. Uralte Ritz-Zeichen lassen sogar vermuten, dass dieser Aussichtsplatz ein keltischer Kultplatz von vor Jahrtausenden war. Ehrfürchtig laufe ich durch die Gassen der Steine Richtung Gipfelkreuz. Von hier aus will ich den Moment des Tagesanbruchs genießen, wenn die Sonne ihr rotes Morgenfeuer über die Berggipfel des Horizonts ergießt. Ich setze mich auf einen großen Stein und lasse meinen Blick schweifen. Schafe liegen kreuz und quer auf der Rückseite Hangs. Kleine Lämmchen, eng an ihre Mutter geschmiegt. Ein Bild völligen Friedens. So sitze ich glückselig mit einer heißen Tasse Tee in der Hand und warte auf die Sonne. Ein traumhafter Start in einen wundervollen Tag!

Anreise zu den Stoanerne Mandln

Anreise
Von Sarnthein bis nach Auen und dort am großen Parkplatz parken.  Von dort den Weg Nr. 2 zur Auener Alm und zum Auenjoch. Dort geht es auf dem Pfad Nr. 5 weiter zu den Stoanerne Mandln. Zurück kommt man auf demselben Weg.

Auf Google Maps anzeigen.

Aufstiegszeit
Circa 1 – 1.30 Stunden
Mehr Informationen finden Sie hier.

Tipp: Nach dem Sonnenaufgang in die Auener Alm zum deftigen Frühstück mit Speck und Eiern einkehren!

Anja Fischer

Anja Fischer

Head of Glücksmomente Charmingplaces

Anja entdeckte als Reiseveranstalterin über 20 Jahre schöne Orte. Heute teilt sie nicht nur „Charmingplaces“ mit Ihnen sondern auch Insider Adressen, Geheimtipps für spannende Erlebnisse, sie kocht für Sie und erzählt Ihnen von besonderen Begegnungen und Momenten.

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Ein Kommentar

  1. […] besondere Authentizität, die uns sehr begeistert. Dabei empfehlen wir folgende Erlebnisse: Eine Sonnenaufgangswanderung zu den stoanernen Mandeln, eine Wanderung zur Hauserberg Alm (vielleicht haben Sie das Glück, dass […]

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