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Rezepttipp Emilia-Romagna: Piadine aus dem Casa Artusi

Rezepttipp Emilia-Romagna Casa Artusi

Sie sind leidenschaftlicher Genießer und Liebhaber der italienischen Küche? Worauf warten Sie dann noch? Nichts wie hin ins Casa Artusi, Urheimat der italienischen Hausmannskost, Restaurant, Kochschule, Kochbuch-Bibliothek, Weinkeller, Eventlocation und unseres Rezepttipps in Forlimpopoli, nahe dem Städtchen Forli, in der Romagna!

Sitz dieses Schlaraffenlandes ist ein monumentaler Kirchenkomplex im Herzen von Forlimpopoli. Das Genuss-Zentrum entstand zu Ehren ihres prominenten Bürgers Pellegrini Artusi, Verfasser des ersten Gesamt-Italienischen-Kochbuchs. 

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Pellegrini Artusi (1820-1911), geboren in Forlimpopoli, bereiste als Kaufmann das Stiefelland von Nord nach Süd und war begeistert von den unterschiedlichen, regionalen Gerichten die ihm in den Trattorien aufgetischt wurden. Der Genießer schrieb sich nicht nur die Rezepte auf, er machte sich auch Notizen über die typischen Lebensmittel der Region und die Eigenheiten der Menschen. Als er dann in Pension war, schrieb er alle seine Erfahrungsschätze auf und veröffentlichte 1891 sein Buch mit dem Titel „La scienza in cucina e l´arte di mangiar bene“. Die deutsche Ausgabe heißt „Von der Wissenschaft des Kochens und der Kunst des Genießens“ und ist bis heute im Buchhandel erhältlich. Mit 790 Rezepten zeichnete er eine bis dahin einmalige kulinarische Landkarte von Italien.

Erst im Jahre 2007 besann man sich in Forlimpoli des renommierten Bürgers und baute das bis dahin ungenutzte  Kirchenareal der Chiesa dei Servi  in eine gastronomische Kultstätte um.  Von diesem Moment an wurde die reizende Kleinstadt zu einer Pilgerstätte für Gourmets. Auf 2800 Quadratmeter dreht sich alles um die Kultur des guten Essens und Trinkens. Da ist zum einen die Bibliothek mit über 40.000 Büchern aus dem Nachlass von Artusi, im sehenswerten Keller lagern Weinflaschen und Olivenöl und im dazugehörenden Ristorante kann man sowohl klassische Gerichte von Artusi als auch kreative Neuinterpretationen genießen. Im Mittelpunkt stehen bei Andrea Erbacci, der zusammen mit seiner Mutter Venerina Ingrasso und seiner Schwester Ilaria das Restaurant betreibt, stets Lebensmittel der jeweiligen Saison. Wer nur Lust auf ein Glas Wein und eine piadene hat, der klassische Snack der cucina romagnola, der geht in die Osteria, die jedoch nur abends geöffnet ist. 

Und dann gibt es noch die Kochschule, wo die mariette geduldig den Kochinteressierten zeigen, wie ein Pastateig todsicher gelingt,  und wie man ihn, ohne zu Hilfenahme einer Pastamaschine, dünn ausrollt. 

Marietta Sabatini war die Haushälterin von Artusi und die einzige Frau, die ihn überall hin begleiten und sogar seinem Koch helfen durfte. Zu ihren Ehren heißen die Damen, die den Teilnehmern bei den Kochkursen hilfreich zur Seite stehen, mariette.  Nebenbei bemerkt, und das macht diese Kurse so authentisch, die mariette sprechen ausschließlich italienisch mit einem sympathischen Romagnolo-Dialekt, sie erklären aber so herzlich und einfühlsam, dass man alles versteht, auch wenn man nicht italienisch spricht. 

Sehr beliebt sind die Kurse, bei denen man die Fingerfertigkeit für die einzigartigen kleinen Teigtäschchen, den cappelletti romagna, erlernt.  Um diese tatsächlich so schön zu formen, wie es die mariette machen, bedarf es allerdings sehr viel Übung. Ich habe daher Susy Patrito Silva, die Direktorin der Casa Artusi, gefragt, ob sie mir stattdessen verraten kann, wie man eine richtig gute piadene zubereitet. Da ich meine Gäste am Gardasee gerne zu einem aperitivo einlade, sind piadine für mich ideale stuzzicchini (Appetithäppchen). Bislang waren meine Ergebnisse nicht wirklich toll, und die gekauften aus dem Supermarkt, waren auch nicht der Hit. Deshalb hier das Artusi-Rezept, das ich natürlich sofort ausprobiert habe…. 

Sollten Sie Ende Juni in der Romagna Urlaub machen, versäumen Sie nicht, das Festa Artisiana zu besuchen. Neun Tage lang dreht sich im Zentrum von Forlimpopoli alles, aber auch wirklich alles um Köstlichkeiten aus Küche und Keller! Der Himmel auf Erden für Gourmets und solche, die es werden wollen. 

Zubereitungszeit 40 Minuten | Für 5 Piadine

Zutaten

500 g Mehl, am besten Weichweizen aus der Emilia Romagna (Typ 1)
80 g Schweineschmalz, am besten von der Rasse Mora Romagnola (presidio Slow Food) oder 3 bis 4 EL Olivenöl, extra vergine 
Ca. 3 g Speisenatron oder 10 g Hefe in Pulverform 
Ca. 300 ml Wasser, je nachdem wie viel das Mehl aufnimmt
8 g süßes Salz von Cervia

Zubereitung

  1. Mehl auf ein Backbrett häufen, in die Mitte eine Mulde drücken und das Schmalz in Flöckchen oder das Olivenöl hineingeben. Speisenatron oder Hefe mit 4 bis 5 EL Wasser verrühren und dazugeben. Salzen und mit dem Mehl verquirlen, dabei immer so viel Wasser hinzufügen und kneten, bis ein glatter Teig entsteht. 
  2. Den Teig zu einer dicken Rolle formen. Man kann den Teig gleich verarbeiten, aber auch mit Klarsichtfolie umhüllt, ruhen lassen.
  3. Den Teig in 5 Stücke teilen und jedes Teigstück mit einem Nudelholz rund mit einem Durchmesser von etwa 22 bis 24 cm ausrollen. Ich habe, zu Hause nachgebacken, aus dem Teig 8 Piadine mit einem Durchmesser von 22 cm erhalten, weil ich sie gerne ein wenig dünner mag.
  4. Die Teigfladen ohne Fettzugabe in eine beschichtete Pfanne geben und mit einer Gabel einige Male einstechen. Auf jeder Seite 2 bis 4 Minuten backen. 
  5. In der Romagna belegt man die Piadine entweder mit herzhafter Salami oder mit Squacquerone, ein autochthoner Frischkäse aus Kuh-Vollmilch. Die Romagnoli beträufeln den Käse gerne mit Honig oder Marmelade. Ich belege die Padine je nach Lust und Laune. Man Favorit: mit Frischkäse, am liebste Robiola, bestreichen, mit Rucola und Tomatenscheibchen belegen und mit einigen Tropfen Olivenöl extra vergine beträufeln. Köstlich schmecken sie auch mit Salami und Oliven belegt oder, oder, oder… 

Die Viertel klappt man dann mit zwei Fingern zusammen und ab in den Mund… Dazu ein Gläschen Weißwein, das sind kulinarische Erinnerungen, die Sehnsucht wecken nach bella Italia und wahre Glücksmomente.

Casa Artusi besuchen?

Casa Artusi
Via A. Costa 27
Forlimpopoli 

casartusi.it

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Monika Kellermann Wein & Genuss - Autorin

Monika Kellermann

Wein & Genuss – Autorin

Monika Kellermann schreibt nicht nur seit vielen Jahren in Artikeln und Büchern über Wein und Genuss. Die Autorin ist auch Expertin für italienischen Lebensstil und kennt die Region rund um den Gardasee besonders gut, da sie dort neben München ihre zweite Heimat gefunden hat.

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