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La dolce vita con Dolceàcqua

Ligurische Weine

Titelbild: Josh Hild

W[(dropcap]er über die Weinwelt Liguriens sinniert, wird zweifelsohne zunächst auf Vermentino zu sprechen kommen. Aus den Cinque Terre stammt ein Weißwein, den man in den Restaurants entlang der Steilküste bei La Spezia zu Fisch reicht. Etwas schwieriger zu finden, aber jede Sünde wert ist die süße Version, genannt Sciacchetrà, aus getrockneten Vermentino-Trauben.

Mit der Colli di Luni Vermentino DOC wurde eine grenzübergreifende Appellation geschaffen, die es den Winzern sowohl in Ligurien als auch in der benachbarten Toskana ermöglicht, sortentypische, unkomplizierte Weine für den lokalen Tourismus zu vinifizieren. Auf den Einsatz von Holzfässern wird in der Regel verzichtet. So entstehen trinkanimierende, primärfruchtige Weißweine mit dezenter Würze, für den baldigen Verbrauch konzipiert und dennoch von hohem Wiedererkennungswert. Selbstredend gibt es Winzer und Winzerinnen, die dieser Entwicklung entschlossen entgegentreten. Die Tenuta Selvadolce aus Bordighera sei hier genannt.

Der wahrhaft denkwürdigste Wein Liguriens ist indes aber ein Roter. Der Rossese di Dolceàcqua wächst im Hinterland von San Remo und Imperia auf Höhenlagen zwischen 300 und 600 Metern. Die Appellation genießt bereits seit 1972 ihre kontrollierte Herkunftsbezeichnung. Knapp 70 Winzer und Winzerinnen teilen sich die zugehörigen 50 Hektar Weinbergsflächen. Die kräuterwürzige Rebsorte Rossese ist französischen Ursprungs, wird hauptsächlich in der Provence angebaut und wird dort Tibouren genannt.

Im Erscheinungsbild präsentiert sich die ertragreiche Varietät in der Jugend frisch, fruchtig und einladend duftend und wechselt ihr Aromenspektrum mit zunehmendem Alter in vegetale, würzige Gefilde und erinnert dann dezent an Pinot Noir. Dank der respektablen Säurewerte und der moderaten Gerbstoffstruktur bietet sich der Rossese di Dolceàcqua an, auch gekühlt getrunken zu werden. Als Essensbegleiter behauptet er sich gegenüber einer Vielzahl ligurischer Gerichte. Traditionell zur Pasta mit Pesto alla Genovese oder der Torta di Bietole, einer mediterranen Mangold-Pastete.

Wichtigste Zutat für beide Gerichte ist selbstverständlich das ligurische Gold: Olivenöl aus Taggiasca-Oliven. Die geschützte Herkunftsbezeichnung für das Olio di Oliva Extra Vergine DOP Riviera Ligure Cultivar Taggiasca gilt als der Rolls Royce unter den italienischen Olivenölen und genießt höchstes Ansehen unter den Feinschmeckern weltweit. Buon appetito! 

Florian Fischer

Weinschreiberling & Inhaber des Weinfachhandels Weinhalt

Florian ist unser Weinexperte. Der gelernte Sommelier weiß worauf es bei einer guten Traube ankommt und hat zu jeder Region einen besonderen Weintipp, den er Ihnen hier empfiehlt.

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