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Zwischen Vogesen & Schwarzwald: Wandern und Wein in der Ortenau

Geheimtipps Schwarzwald

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Die Hügel erstrecken sich wie in aufgetürmten Wellen. Wie ein Ozean, der das Schiff nur leicht schaukeln lässt, obwohl die sanften Riesen auf viele Meter wachsen, nur um wieder in die Tiefe zu brechen. Das nächste Meer ist mehrere Autostunden entfernt.

Vielleicht hat sich die Landschaft rundum ein Vorbild genommen, weil sie Sehnsucht hatte nach ihrem nassen Verwandten. Diese Wellen sind jedoch grün, mit Tupfen ersten Herbstgoldes und zerfurcht von dutzenden kleinen Wegen und langen Rebstock-Reihen.

Mit dem Blick in die Hügel könnte man meinen, dass es ewig so weiter geht. Dabei markiert diese Ecke der Ortenau, dem flächengrößten Landkreis Baden-Württembergs, eine Grenze. Ganz in der Nähe von Schloss Staufenberg in Richtung Rhein, ist sogar das Straßburger Münster zu erkennen. Und die Vogesen. Scheinbar nur einen Steinwurf entfernt.

Die Ortenau grenzt außerdem an den nördlichen und mittleren Schwarzwald. Gehört irgendwie noch dazu, aber eben auch nicht so richtig. Beliebte Reise- und Ausflugsziele wie der Schluchsee, die Triberger Wasserfälle, der Feldberg oder Freiburg liegen mindestens 50 Kilometer entfernt.

Der Landkreis Ortenau liegt meist nur auf dem Weg. Dorthin oder nach Frankreich. Dabei lohnt es sich allemal an dieser Stelle das Lager aufzuschlagen. Nicht nur wegen der guten Ausgangslage in beide Richtungen. Auch weil die Gegend selbst viel zu bieten hat und im Gegensatz zu ihren bekannten Nachbarn mit dem ein oder anderen unentdeckten Fleckchen Erde überraschen kann.

Von den Weinwanderwegen hat man es auch bis in den nächsten Wald nicht weit, der sich imposant und dunkel gemäß seines Namensgebers in den Horizont streckt. Der Schwarzwald prägt auch ansonsten die Gegend. Hübsche Dörfer, mit kleinen Straßen und Fachwerk-Fassaden, wie aus einem Märchenbuch gezeichnet.

Wegen des milden Klimas wächst hier nicht nur hervorragender Wein, sondern auch zahlreiche Obstsorten, die auch gerne mal zu Hochprozentigem verarbeitet werden. Oberkirch zum Beispiel gilt mit seinen über 900 Schnapsbrennereien als „Brennerhauptstadt Europas“ und ist Heimat regionaler Spezialitäten wie dem „Zibärtle“, einem Pflaumen-Destillat.

Ohnehin beschleicht einen das Gefühl, dass die Gegend dem Genuss nicht abgeneigt ist. Jedenfalls bieten sich Gästen zahlreiche Möglichkeiten zur Einkehr. Beim Bummel, einem Spaziergang oder einer Wanderung. Ein Gläschen badischer Wein oder deftige, schwäbische Kost findet sich überall. Und so eine kleine Brotzeit, Veschper wie man hier sagt, kann man schließlich auch zwischen die Hauptmahlzeiten schieben.

Woher diese herzhafte Esskultur kommt wird klar, wenn man zu Fuß einen Ausflug unternimmt. Die aus der Ferne sanften Hügelketten verbrennen beim Besteigen jede Menge Energie und einzelne Etappen sind überraschend anspruchsvoll. Früher war auch der Alltag und insbesondere die landwirtschaftliche Arbeit von diesen geografischen Gegebenheiten beeinflusst. Diese, so sagt man, habe die arbeitsame Mentalität der Gegend geprägt. Die sich aber feierabends trifft, um auf das Tagwerk anzustoßen und eine Runde Kässpätzle, samt Schwarzwälder Kirschtorte zu verdrücken.

Momente, in denen man froh sein wird, dass die Überfahrt im grünen Hügelmeer so viel besser rationiert ist als auf hoher See. Und dass es nicht so schaukelt.

Hauptsache nach draußen

Auch das Grenzgebiet des Schwarzwalds ist ein Paradies für alle Outdoorfans.

Ganz oben auf der Aktivitätenliste steht Wandern. Wanderstrecken gibt es mehr als genug. Besonders angetan haben es uns die Genusswanderungen wie auf dem Durbacher Weinpanoramaweg. Die Kulisse ist wunderschön. Wer sich einen Überblick von der Region schaffen will, um etwaige Wanderziele auszuspähen, sollte außerdem einen der Aussichtstürme besteigen, wie zum Beispiel den Geigerskopfturm bei Oberkirch.

Auch bei Fahrradtouristen ist die Gegend beliebt. Ein wenig entspannter radelt es sich auf dem Kinzigtal-Radweg, der aber auf seiner gesamten Strecke zwischen Freudenstadt und Offenburg über 90 Kilometer misst. Das Highlight: Die Oppenauer Steige bezwingen und sich von einem grandiosen Ausblick über den schwarzen Wald belohnen lassen.

Für wärmere Tage: Eine Kanutour durch die Rheinauen. Hier zeigt sich der Rhein für jene, die den Fluss nur als bereites Gewässer kennen, von einer ganz anderen Seite. Die kleinen Flussarme führen durch dichtes Blätterdach und es gibt viele lauschige Plätzchen zu entdecken. Abenteuer-Gefühl garantiert. Angeboten werden Touren von einem Verleih in Rust, man kann mit den Booten aber auch auf eigene Faust los paddeln.

In der Region befindet sich auch die Hirschgrund Zipline, die sich mit 570 Metern die Längste in Deutschland nennen darf. Für alle, die sich nach ein wenig Aufregung in 83 Metern Höhe sehnen, ist dieser Ausflug genau das Richtige.

Besuchenswert ist das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach. Er gehört zu den für den Schwarzwald typischen Eindachhöfen, die der Witterung bedingt – besonders gebaut wurden. Außerdem  ist der Hof zeitgemäß eingerichtet und man kann verschiedene Werkstätten von damals entdecken. Gleich nebenan liegt außerdem diese Sommerrodelbahn.

Ausflug ins Fachwerk-Idyll

Gengenbach gleicht einer Filmkulisse. Fachwerk, Türmchen, Tore und Pflasterstein-Gässchen. Hinter den Türen überrascht hin und wieder die ein oder andere hochkarätige Ausstellung. Gut speisen und trinken lässt es sich in dem beschaulichen Städtchen ebenfalls, was schon Grund Nummer drei für einen Besuch ist. Wegen dieser ist der Marktplatz meist belebt von Besucher*innen, das stört das Ambiente aber nicht weiter.

Sehenswerte Ausflugsorte sind außerdem das Winzerdorf Durbach, das Städtchen Schiltach oder Wolfach, mit der letzten aktiven mundgeblasenen Glas-Werkstatt im Schwarzwald.

Immer dem Wein folgen

Ein großes Thema der Region: Wein. Auf den 2700 Hektar Rebfläche kommt auch so einiges an guter Traube zusammen. Mitten durch diese führt auch die Badische Weinstraße. An diese grenzen auch einige trinkfreudige Erlebnisse, wie beispielsweise der Ortenauer Weinpfad. Egal ob Sie vor Ort verkosten oder gut Verkorktes mit nach Hause nehmen – in der Ortenau sind Weinfreund*innen genau richtig.

Für eine thematische Abwechslung zum Thema Wein empfehlen wir einen Ausflug in die Scheibel Mühle in Kappelrodeck. In der wird seit 2014 feinster Whisky hergestellt.

Kulinarischer Tipp

In Sachen Kulinarik ist es stets der beste Tipp, auf Empfehlungen vor Ort und am Wegesrand, sowie dem eigenen Bauchgefühl (Hunger) nachzugehen – schließlich kennt man den eigenen Geschmack am besten. Sehr gut gefallen hat uns jedoch das Restaurant im Haus Zauberflöte. Klassische Badische und Elsässer Küche, manchmal mit modernem Twist und gutem badischem Wein. Die Location ist gemütlich, wie extravagant – und im Sommer gehört ein traumhafter Garten dazu.

Klassisch schwarzwälderisch können wir außerdem das Restaurant im Hause Rebstock Waldulm empfehlen. Feine badische Küche in der gemütlichen Gaststube.

Über den Rhein oder tief in den Wald

Die besondere Lage der Ortenau können wir in unserer Tippsammlung nicht außer acht lassen. Ein Muss: Tagesausflug nach Straßburg. Kurz über den Rhein und schon sind Sie im charmanten Trubel der schönen Stadt.

Ebenso bieten sich Ausflüge in den tieferen Schwarzwald an. Viele Schwarzwald Tipps können Sie hier nachlesen.

Geheimtipp für Ausbrecher

Wenn Sie von der Geschichte unseres Charmingplace, dem Boutiquehotel Liberty in Offenburg, der größten Stadt der Ortenau, begeistert sind, dürfte diese Aktion vielleicht ebenso reizvoll für Sie sein.

Ein Ausflug in einen Exit-Room ist ein einmaliges, spannendes wie lustiges Erlebnis. Zu zweit, unter Freunden oder für die ganze Familie. Ideal auch für Schlechtwetter-Tage.

Lea Biermann

Lea Biermann

Redaktion

Seit vielen Jahren schreibt Lea für Redaktionen & Unternehmen.
Bei Glücksmomente Charmingplaces erzählt Lea am liebsten über Menschen und ihre Leidenschaft, sowie Bücher oder Filme, die direkt ins Herz gehen.

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