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Die legendäre Geschichte der Mille Miglia

Geheimtipp Mille Miglia

Es ist 1950 und der wirtschaftliche Aufschwung in den Nachkriegsjahren verändert das Leben in den italienischen Metropolen zusehends. Auch die provinziellen Teile des Landes entdecken das ereignisreiche, schnelle städtische Leben. Während tausende Italiener*innen der Anwerbepolitik der Bundesrepublik in der Hoffnung auf das gute Leben folgen, bleiben andere im ländlichen Raum und einem Alltag ohne Waschmaschinen, Fernseher und Autos.

Gerade die Automobilindustrie wird zum Symbolbild des Wirtschaftswunders. Zwar produzierten Firmen wie Fiat, Lancia oder Alfa Romeo schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts Autos. Jedoch war ein motorgetriebener Untersatz bis zu den Nachkriegsjahren für die Menschen abseits der Oberschicht und des Rennsports eine Utopie. Für Autorennen produzierten die Hersteller bis dato konzentriert und schrieben mehrmals Geschichte. Auch auf den tausend Meilen, den Mille Miglia.

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Das Autorennen in Norditalien wurde bereits Anfang der 1920er Jahre das erste Mal veranstaltet. Während die gemeldete Teilnehmerzahl 1927 aber noch bei 77 lag, waren es 1950 487 angemeldete Rennfahrer, von denen 377 an den Start gingen. 1950 waren 660 gemeldet und 534 gestartet.

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Dass die Mille Miglia seither einen solchen Zuwachs erfahren hatte, dürfte zum einen an der technischen Verbesserung der Fahrzeuge gelegen haben, aber eine tragende Rolle hatte auch der Kultstatus, den erfolgreiche Rennfahrer erhielten. Während es schwer war, sich vom einfachen Bandarbeiter einen Ingenieursposten zu erarbeiten, konnte theoretisch jeder Rennfahrer werden. Am Steuer eines solchen Autos zu sitzen, wurde zum Traum vieler junger Männer, obwohl die Teilnahme bald als waghalsig galt.

Die Mille Miglia führte über unbefestigte Straßen mit kaum Absperrungen für den regulären Verkehr. Das Rennen begann in seiner Geburtsstadt Brescia und führte bis nach Rom und wieder zurück. Die Fahrer traten nicht direkt gegeneinander an, sondern starteten im Minutentakt. Während des Rennens herrschte in Brescia, aber auch in den Ortschaften durch die die Mille Miglia führte, Volksfest-Stimmung. Gerade in den ländlichen Regionen war es das Ereignis des Jahres, wenn die Rennfahrer in ihren futuristischen Karosserien und mit lautem Motorgeheul über die Landstraßen an den Feldern und Dörfern vorbei donnerten. Doch je größer das Rennen wurde und je schneller die Autos, umso gefährlicher wurde die Mille Miglia.

Die Fahrer neigten außerdem zunehmend zu waghalsigen Manövern, wie der 1954 angetretene Hans Hermann, der sein Auto unter einer sich schließenden Bahnschranke hindurch steuerte, wobei er und sein Beifahrer die Köpfe einziehen mussten. Oder Stirling Moss, der bei der Mille Miglia Rennsportgeschichte schrieb, indem er die 992 Meilen Rundkurs in 10 Stunden, 7 Minuten und 48 Sekunden fuhr.

Ein Rekord und unglaublich, wenn man bedenkt, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 160 km/h lag – auf öffentlichen, oft kurvenreichen und schmalen Straßen. Doch soll der Sieg von Moss auch zustandekommen sein, da die Strecke zuvor von seinem Beifahrer, dem Motorsport Journalist Denis Jenkinson, bereist und genau dokumentiert wurde. Durch dieses, für Langstreckenrennen mittlerweile übliche Verfahren, konnte Moss auch an unübersichtlichen Stellen maximale Geschwindigkeit fahren. Für andere Rennfahrer wurden diese aber zum Verhängnis.

Bereits vor dem zweiten Weltkrieg geriet das Rennen wegen der immer häufiger werdenden schweren Unfälle in Kritik. Als dann 1957 ein Rennfahrer verunfallte und nicht nur sich selbst, sondern auch mehrere Zuschauer mit in den Tod riss, wurde das kritische Echo im Land so laut, dass die Mille Miglia nach ihrer 24. Ausgabe in der Form nie wieder stattfand.

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Eine Wiederbelebung erfuhr die Mille Miglia vor allem durch eine Neuauflage des Rennens seit 1977, bei der nur historische Fahrzeuge teilnehmen dürfen. Bei der Mille Miglia Storica, wie sie heute heißt, geht es aber nicht mehr um Höchstgeschwindigkeit. Mehr ist das Rennen ein Schaufahren von Liebhaber*innen und eine wunderbare Gelegenheit, selbst oder als Zuschauer in die Vergangenheit abzutauchen, die wunderschöne Landschaft zu durchqueren und das nostalgische Flair zu genießen.

Wer selbst keinen Oldtimer besitzt, kann auf das Angebot von Reiseanbietern zurückkommen, die eine Teilnahme inklusive Auto möglich machen. Auch als Zuschauer*in ist die Mille Miglia Storica eine Freude. Wer abseits des Rennens die Gegend bereist, dem empfehlen wir einen Besuch im Museo Mille Miglia in Brescia. Neben einer schönen Aufbereitung der Geschichte rund um das Rennen finden Autonostalgiker hier viele der einst teilnehmenden Fahrzeuge im Original.

Abseits davon ist Brescia auf jeden Fall einen Besuch wert, da die Stadt historische Bauwerke, tolle Kulinarik und absolut typisch, italienisches Flair vereint.

Doku zur Mille Miglia

Der Dokumentarfilm Mille Miglia – The spirit of a legend fasst die Geschichte des Rennens zusammen und ergänzt mit spannenden Zeitzeugen-Interviews und historischem Bildmaterial. Der Film ist hier im Original sehr teuer, aber auch immer wieder gebraucht ein wenig preiswerter zu kaufen.

Mille Miglia von damals

Die Mille Miglia 1953 wurde von Shell auf Film festgehalten. Dafür engagierten Sie Bill Manson, der Dokumentarfilmer war und selbst schon hinter dem Steuer von Rennautos gesessen hatte. Daher setzte Enzo Ferrari persönlich Manson als Beifahrer in einen Ferrari 166 MM Spider – und diese Aufnahmen können Sie hier sehen.

Oldtimer Urlaub anseits der Rennstrecke? Entdecken Sie in diesem Geheimtipp!

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Lea Biermann

Lea Biermann

Redaktion

Seit vielen Jahren schreibt Lea für Redaktionen & Unternehmen.
Bei Glücksmomente Charmingplaces erzählt Lea am liebsten über Menschen und ihre Leidenschaft, sowie Bücher oder Filme, die direkt ins Herz gehen.

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