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Wo der Winter zuhause ist

Samnaun-Laret

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Header-Foto unserer Erlebnistipps Samnaun“: Samnaun-Laret © Theo Zegg

Alles ist still. Das Bild beinahe eingefroren. Wäre da nicht die Sonne, die zwischen langen Schatten jene weiße Wüste zum Leben erweckt.

Kleine Kristalle glitzern unermüdlich, einer Melodie folgend, deren stummen Klängen nur die weißen Riesen um mich lauschen. Ich wage keine Regung, um das geräuschlose Schauspiel nicht zu stören.

Das Skigebiet zwischen dem schweizerischen Samnaun und dem österreichischen Ischgl ist eines der bekannteren der Alpen. Zur Erklärung dienen beeindruckende Zahlen. 239 Kilometer Piste, auf über 1800 Metern Höhe.

Letzteres sorgt dafür, dass trotz steigender Temperaturen beinahe ein halbes Jahr „Schneesicherheit“ garantiert werden kann. Ein Wort, das häufig dort fällt, wo Winter Geschäft und Leben zugleich ist. Außerdem zählt das Gebiet rund 1150 „Schnee-Erzeuger“. Noch so ein Wort aus dem Schnee-Jargon.

Vielerorts wird in den Alpen mittlerweile versucht, mit Beschneiungsanlagen, Snowfarming oder Überdachung von Pisten gegen fehlenden Schneefall oder Tauwetter anzukommen. In Gebieten, die niedriger liegen als jenes zwischen Samnaun und Ischgl, scheint sich Schnee so zum weißen Gold des 21. Jahrhunderts zu mausern.

Anders jedoch oberhalb der 1800 Meter-Grenze. Hier hat der Winter einen Rückzugsort, ein Zuhause, gefunden, der es ermöglicht, während anderenorts schon beinahe Badewetter herrscht, noch über Pisten zu sausen.

Erlebnistipps Samnaun – Die Silvretta Arena

Abgesehen von seinen langen Wintern hat das Gebiet Samnaun-Ischgl, auch bekannt als „Silvretta Arena“, durch sein vielseitiges touristisches Angebot Beliebtheit erlangt.

Après-Ski Partys, Alpen-Restaurants, die mehr großen Raumschiffen gleichen, als kleinen verschneiten Berghütten. Im Tal findet sich Hotel an Hotel, dazwischen verkehrt ein internationales Publikum, das gerne zeigt, was es hat.

Jedoch trifft diese Beschreibung mehr auf das in Österreich gelegene Ischgl zu. Auf der Schweizer Seite, in Samnaun, ist es ruhiger. Die Antwort auf die Frage, warum das so ist, liegt womöglich in der Historie des kleinen Bergdorfs.

In Samnaun lebten bis ins 20. Jahrhundert hinein großteils Bauernfamilien, die sich bis auf wenige Produkte selbst versorgten. Das mussten sie auch, denn das Tal am Rande der Schweiz war lange nur über Österreich zugänglich.

Verständlich, dass die Samnauner schon im Jahr 1888 ein Gesuch zum Ausschluss aus dem Zollgebiet stellten – mit Erfolg.

Der Zollfrei-Status blieb auch, als 1912 eine Straße nach Vinadi gebaut wurde, weshalb in Samnaun Geschäfte und Tankstellen wuchsen, die Gäste mit ihren vergünstigten Preisen lockten, aber auch viele Schmuggler, von denen noch heute abenteuerliche Geschichten erzählt werden.

Doch der richtige Wintertourismus setzte erst Ende der 1970er ein, als das Skigebiet Samnaun mit Ischgl verbunden wurde und seither immer mehr Gäste anzog. Seit Mitte der 90er gondelt hier eine Doppelstock-Seilbahn über die Berge – die erste weltweit.

Trotzdem hat sich Samnaun immer den Charme eines abgelegenen Bergdorfes bewahrt. Hier wirkt alles etwas rustikaler und geruhsamer als auf der anderen Seite des Skigebiets.

In Samnaun heißt es, man setze lieber auf Gemütlichkeit und ein qualitativ anspruchsvolles Produkterlebnis. Und natürlich auf Wintersport.

Tatsächlich scheint es in Samnaun zu gelingen, das Beste aus allen Welten zu vereinen.

Hüttenflair mit luxuriöser Ausstattung, Senner Käse trifft auf moderne Gourmet-Gastronomie und die Gäste können sich je nach Belieben in den Trubel von Ischgl stürzen oder auf einer stillen Piste ihre Bögen ziehen, durch das stumme Schauspiel des Schnees, der sich hier noch so großzügig niederlässt.

Halten Sie dann kurz inne. Ich verspreche, es wird Sie berühren. Vielleicht weil der Schnee so vergänglich ist wie wir. Vielleicht auch, weil, wenn wir nicht gemeinsam auf sein Zuhause aufpassen, sich der Winter bald ein neues sucht.

Nachhaltige Winterferien

Im abgelegenen Samnaun Tal ist das Thema Klimaschutz angekommen. In der TESSVM (Tourismus Engadin Scuol Samnaun Val Müstair) AG treffen Forschung, Konzepte, Ideen und helfende Hände zusammen, die zum Thema Nachhaltigkeit bereits viel umgesetzt haben.

Für Sie als Gäste in Samnaun bedeutet das, die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Für Schweizer Gäste gibt es sogar einen Gepäckservice, der ihr Gepäck von Zuhause an den Zielort transportiert, wenn Sie mit dem Zug anreisen.

Außerdem ist die Region Teil von „Cause We Care“, bei dem Sie bei vielen Buchungen die Möglichkeit haben, einen  kleinen Betrag an das Programm zu spenden. Diese Spenden gehen entweder an überregionale, nachhaltige Projekte oder direkt an die beteiligten Betriebe, um das klimaneutrale Urlauben vor Ort weiter zu verbessern.

Wintersport zwischen Samnaun und Ischgl

Viel Platz, viel Schnee – das sind nur die wichtigsten Vorzüge des Skigebietes.

Teil derer ist auch die hervorragende Infrastruktur und diverse Angebote. Von Kursen, über Verleihe, Pisten von Blau bis Schwarz, Berggastronomie und alle wichtigen Informationen direkt live vom Berg, jederzeit digital abrufbar – Wintersportangebot auf bestem Niveau.

Das zieht natürlich auch viele andere Gäste an, jedoch haben Sie gerade bei Angeboten wie dem Winterwandern die Möglichkeit das Tal in seiner Ursprünglichkeit anzutreffen.

Weg von der Piste

Apropos Ursprünglichkeit – auch bei den Freeride-Fans steht das Gebiet hoch im Kurs.

Hier finden Sie einige erprobte Abfahrten, die Sie auch über die regulären Lifte erreichen können. Allerdings ist Vorsicht und die richtige Ausrüstung, sowie Erfahrung oder zumindest erfahrene Begleitung geboten.

Auf den Spuren der Schmuggler

Ende November ist Saisoneröffnung in Samnaun und anlässlich dieser findet in diesem Jahr die zweite „Schmuggler Trophy“ statt.

Bei dieser können angemeldete Teams (letztes Jahr waren es 22) von zwei bis vier Personen bei einer Art Schnitzeljagd auf Skiern teilnehmen, bei der sie „Schmugglerware“ von der Schweiz nach Österreich bringen müssen.

Dabei gilt es verschiedene Aufgaben zu meistern und Zöllnern zu entwischen, die den Teams die Ware wieder abnehmen wollen.

Die ganze Wintersaison über können Sie auch die „Schmugglerrunde“ abfahren, Checkpoints tracken und dabei sogar Preise gewinnen.

Speisen im Samnauntal

Wer auf den Pisten zwischen Samnaun und Ischgl unterwegs ist, wird ohnehin an den Berggastronomien vorbeikommen. Da ist für alle Geschmäcker etwas dabei. Hier eine gute Übersicht aller Restaurants nahe den Pisten.

Einen kulinarischen Abstecher sollten Sie auf der Schweizer Seite unbedingt zur Sennerei Samnaun machen. In der Schaukäserei können Sie außerdem alles über den Käse und dessen Herstellung vor Ort erfahren – mit anschließender Degustation.

Ansonsten werden Sie in Samnaun selbst viele Hotel-Restaurants finden. Wenn Sie Gast unseres Charmingplace, dem Boutique Hotel Laret sind, finden Sie ebenfalls ein hauseigenes dort, das sogar ausschließlich den Gästen vorbehalten ist.

Wenn Sie doch einmal auswärts essen möchten, empfehlen wir die Küche des Hotel Chasa Montana, besser gesagt die im „Gourmet Stübli“. Sie können dort außerdem aus einer großzügigen Weinkarte wählen.

Etwas bodenständiger, gemütlicher und schweizerisch geht es im „Stübli La Grotta“ zu. Hier gibt es Fondue und Raclette. Reservieren empfohlen, jedoch eröffnet das Hotel erst ab Dezember!


Lea Biermann

Lea Biermann

Redaktion

Seit vielen Jahren schreibt Lea für Redaktionen & Unternehmen.
Bei Glücksmomente Charmingplaces erzählt Lea am liebsten über Menschen und ihre Leidenschaft, sowie Bücher oder Filme, die direkt ins Herz gehen.

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