Klassische und kuriose Erlebnistipps in der Provence
Südfrankreich ist kein Ort, sondern ein Lebensgefühl. Mit einem Rosé im Dorfbistro sitzen, sich dabei die Sonne ins Gesicht scheinen und den Tag verstreichen lassen – so hat sich schon mancher Urlauber unsterblich in die französische Art de vivre verliebt und ist einfach nicht mehr gegangen.
Angelina Jolie, Brad Pitt und George Clooney besitzen alle Weingüter in der Provence, Schauspieler Johnny Depp zog hier mit Vanessa Paradis seine Kinder groß und fühlte sich nur in Frankreich wirklich daheim, wie er kürzlich Vanity Fair verriet.







Das Landleben in der Provence ist tatsächlich glamouröser als anderswo. Viel Grün und vor allem Käse- und Weinherstellung auf einem Niveau, das überall sonst auf der Welt als unerreichbar gilt, verzaubern Naturliebhaber und Feinschmecker.
Man kann jahrzehntelang in die Provence fahren und bei jeder Reise wieder Neues entdecken. C’est parti!
Die Provence kommt mit echter Schönwetter-Garantie, hier gibt es 2.600 bis 3.000 Sonnenstunden im Jahr. Zum Vergleich: in Deutschland sind es nur 1.300 bis 1.800.
Das ganze Jahr über ist Südfrankreich ein Sehnsuchtsort: im Frühling ein Meer aus Blüten, im Sommer Festivals und ideales Badewetter, im Herbst Weinverkostungen sowie kulinarische Highlights und im Winter Städtetrips und Museen, ganz ohne Touristen.

Liebe geht durch den Magen, und die zu Frankreich ganz besonders. Ein Tag in der Provence beginnt mit dem Frühstück, rigoros aus der Boulangerie.
In Frankreich dürfen sich nur Bäckereien so nennen, die auch tatsächlich selbst backen. Dementsprechend lecker sind die Croissants, knusprig die Baguettes und meine Herzens-Teilchen, die Pain au Chocolat (Schokobrötchen), habe ich bereits als Kind kennen- und lieben gelernt.



Wenn zufällig gerade Wochenende ist, darf der Besuch auf einem der legendären südfranzösischen Flohmärkte nicht fehlen.
Wer mit dem Auto da ist, hat hier einen gewissen Vorteil, denn da lassen sich die unwiederbringlichen Schätze noch besser zwischen die Gepäckstücke in den Kofferraum quetschen. Flugreisende und Bahnfahrer müssen sich dafür mit kleineren Funden zufriedengeben.
Aber auch, wenn absolut kein Platz mehr bleibt im Koffer für das kleinste Souvenir, amüsiert man sich wunderbar beim Stöbern und Schlendern. Es gibt kaum einen besseren Ort, um durch angebotenen Ramsch, Kunst und Antiquitäten etwas über die südfranzösische Kultur zu lernen.



Und wer seinem Zuhause einen provenzalischen Touch verleihen möchte, muss unbedingt hier einkaufen:
| Brocante du dimanche – L’Isle-sur-la-Sorgue Jeden Sonntag 9:00 bis 18:00 Uhr Avenue des Quatre Otages, 84800 L’Isle-sur-la-Sorgue | L’Isle-sur-la-Sorgue gilt als die französische Hauptstadt für Antiquitäten. Seit 60 Jahren wird der berühmte Brocante wöchentlich mit vielen Antiquitäten- und Vintage-Händlern abgehalten. Dazu kommen große internationale Antiquitäten-Messen zu Ostern und um den 15. August. |
| Brocante de Sommières Jeden Samstag 6:00 bis 13:00 Uhr Esplanade / Allée Frédéric Mistral, 30250 Sommières | Der wöchentliche Brocante an der Esplanade hat mehrere hundert Stände und ist einer der bekanntesten Trödelmärkte der Region. |
| Marché à la brocante, Villeneuve-lès-Avignon Jeden Samstag 7:00 bis 13:30 Uhr Place Charles David (Place du Marché), 30400 Villeneuve-lès-Avignon | Beliebter Flohmarkt mit professionellen Händlern, Möbeln, Deko und Bildern. Er gilt als einer der schönsten Flohmärkte der Region, was auch am bezaubernden Städtchen Villeneuve-lès-Avignon liegt. |
| La Brocante d’Eygalières Letzter Sonntag im Monat 7:00 bis 17:00 Uhr Place Marcel Bonein und Rue de la République, 13810 Eygalières | Ein romantischer Flohmarkt mit etwa 60 professionellen Ausstellern in einem sehr charmanten Dorf der Alpilles. Die Gewinne kommen den bedürftigen Dorfbewohnern und sozialen Projekten zugute. |
| Foire à la brocante, Arles 1. und 3. Mittwoch im Monat 8:00 bis 17:30 Uhr Boulevard des Lices, 13200 Arles | Schnäppchenjäger werden zweimal im Monat auf diesem Flohmarkt mit bis zu 100 Ständen fündig. Doch auch der klassische Wochenmarkt am Samstag gilt nicht nur als einer der besten Frankreichs, sondern ganz Europas. |
Déjà vu! Beim Schlendern durch die Märkte und Straßen von Arles schleicht sich das Gefühl ein, hier schon mal gewesen zu sein. Und das stimmt irgendwie, denn auch Provence-Newcomer haben dieses Städtchen wahrscheinlich schon öfter aus mehreren Blickwinkeln gesehen.
Der berühmte Maler Vincent van Gogh war hier 1888 auf der Durchreise und blieb einfach da, weil es ihm so gut gefiel. Die farbenfrohen Häuser, die Gassen und der Fluss Rhone inspirierten ihn und er malte 180 Bilder in der Stadt.


Überall weisen kleine Tafeln auf die Orte hin, die Van Gogh in seinen Meisterwerken verewigte. Auch das berühmte Bild seines Schlafzimmers entstand in Arles, das Café Van Gogh (auch seinerzeit von Vincent als „Nachtcafé“ gemalt) zelebriert den Künstler mit seinem Namen.
Beliebte Motive waren auch die blühenden Obstbäume rund um die Stadt – bei einem Besuch im Frühling ist leicht zu verstehen, warum. Im Sommer gehörten die goldenen Weizenfelder zu seinen Lieblingsmotiven.



Paul Gauguin wohnte ebenfalls eine Zeit lang mit Vincent van Gogh in Arles und die beiden malten dieselben Szenerien aus verschiedenen Perspektiven.
So wie die beiden Maler die Provence mit unterschiedlichen Augen sahen, können die Rhone, ein blühender Baum oder ein Heuhaufen auch heute ganz individuelle Faszinationen ausüben.

Hunderte Dörfer warten in der Provence darauf, entdeckt zu werden. Jedes hat seine Besonderheiten, seinen Charme, seine Geschichte und verzaubert die Besucher aus unterschiedlichen Gründen.
Besonders erwähnen möchte ich Saint-Rémy-de-Provence. Wir sind jetzt nämlich wieder auf den Spuren von Vincent van Gogh, der hier im Sanatorium war und einige seiner späten Bilder malte, darunter das vielleicht berühmteste: „Sternennacht”. Die Kirchturmspitze, die in diesem Bild in den Nachthimmel ragt, ist die von Saint-Rémy-de-Provence.



Aber auch Nostradamus, Charles Gounod und Albert Gleize wussten schon die Schönheit der wunderhübschen Kleinstadt zu würdigen. Archäologische Ausgrabungen, Museen, Kunsthandwerk, Shopping, Wellness und Natur: Es bleiben keine Wünsche offen.
Zwischen Arles und Saint-Rémy-de-Provence befinden sich die Luxus-Ferienhäuser Les Domaines de Chabran. Hier können Familien oder Freundesgruppen voll ins südfranzösische Lebensgefühl eintauchen. Jedes der sieben Anwesen verbindet Eleganz und Luxus-Service mit dem authentischen Ambiente der Provence.

Ja, es ist ein Klischee, doch eines, das man nicht verpassen sollte. Lila, so weit das Auge reicht! Die Lavendelfelder in der Provence blühen von Juni bis Mitte August, es ist die schönste Zeit im Jahr für einen Roadtrip durch Südfrankreich. Wer auf Nummer sicher gehen will, kommt im Juli, dann ist der Höhepunkt der Blüte erreicht.
Je nach Lage sind aber sowohl früher als auch später noch unglaubliche Panoramen und Duftexplosionen gesichert. Eine eigene Karte zeigt die Routes de la Lavande an.

Genug Landluft mit Lavendelduft geschnuppert? In der zweitgrößten Stadt Frankreichs ist einiges los. Ein Mix der Kulturen und Nationalitäten trifft sich in der Hafenstadt Marseille, in der jährlich etwa 500 Kreuzfahrtschiffe mit 1,5 Millionen Touristen anlegen.
Trotzdem fühlt es sich in Marseille selten überlaufen an, denn es gibt unendlich viel zu sehen und zu erleben.

Mehr als 30 Museen mit Ausstellungsstücken von Antike bis Moderne wollen besucht werden, der Fischmarkt am Sonntagmorgen verleitet zu Einkäufen.
Wer die Fische gerne lebendig sieht, kann viele bunte Exemplare im klaren Wasser des Hafens beobachten, die vom reichlichen Futter angelockt sind, das die lebendige Stadt auch für sie bereithält.

Museums-Highlight ist das Mucem am alten Hafen. In himmlische Gefilde geht es mit der Wallfahrtskirche Notre-Dame de La Garde, auch „La Bonne Mère” (zu Deutsch: die gute Mutter), die von hoch oben einen fantastischen Ausblick gewährt.
Handwerkskunst und Streetart leben in Marseille nebeneinander, charmante Gassen mit Meerblick verlocken zum Spazieren. Und Restaurants von Sterneküche bis Streetfood haben ihren Schwerpunkt auf Fisch und Meeresfrüchten.


“Azurblaue Küste” ist der übersetzte Name des Küstenabschnitts Côte d’Azur, der den Großteil der provenzalischen Küste einnimmt. 300 Sonnentage im Jahr, milde Temperaturen im Winter und angenehme 30°C im Sommer locken zum Baden und Flanieren.
Doch der wahre Geheimtipp ist die Camargue. Endlose Sandstrände und unberührte Natur schenken ein Strandleben, bei dem das Gefühl von Freiheit mit dem Duft von Salz in der Meeresluft liegt. Ausritte am Strand bei Sonnenuntergang sind an der Tagesordnung.





In Deutschland nehmen viele gerne ein Boule-Spiel mit an den Strand oder ins Freibad. In Frankreich hingegen ist das Werfen der glänzenden Metallkugeln kein Kinderspiel, sondern eine ernste Angelegenheit. Boule, auf Französisch Pétanque, ist der beliebteste Mannschaftssport der Provence, denn das Spiel wurde hier erfunden.
Fun-Fakt: Der Verlierer muss als Demütigung den nackten Hintern einer weiblichen Figur Küssen. Die sogenannte „Fanny“ ist ein gerne verschenktes Spaß-Mitbringsel. Wer nach einem weniger anzüglichen Geschenk sucht, der findet bei La Boule Bleu in Marseille exklusive Boule-Kugeln aus traditioneller Herstellung.


Jeder weiß es, doch ist das Argument immer wieder lange Schwärmereien wert: Frankreich ist das Paradies der Weingenießer. Selbst eine günstige Flasche Bordeaux aus dem Supermarkt kann schon mit unerwartet komplexen Aromen überraschen.
Viel besser ist es aber, den Weingütern zur Verkostung einen Besuch abzustatten. Dem Charme eines Châteaus kann keiner widerstehen und regelmäßig stauben die Rot- und Roséweine aus der Provence auf Weinmessen die ersten Preise ab.


Es gibt noch mindestens 1.000 Gründe, sich in die Provence zu verlieben, die hier keinen Platz mehr gefunden haben. Mareike Dietrich hat sich beispielsweise den Calanques und Cassis gewidmet.
Und wenn Sie auf den Geschmack von Südfrankreich gekommen sind, sollten Sie unbedingt das Rezept für Provenzalische Fischsuppe von Angelika Schwaff nachkochen und damit die Wartezeit bis zur nächsten Provence-Reise verkürzen.




Lydia Stöflmayr
Texterin & Autorin
Lydia ist freie Texterin, Autorin und Dolmetscherin. Sie liebt es, neue Sprachen, Kulturen und Mentalitäten kennenzulernen. Dabei spielt Sprache eine wesentliche Rolle und eben vor allem die richtigen Worte zu finden. Diese Aufgabe hat sie zu ihrer Profession gemacht.
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