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Alte Zukunft: Vorarlberger Architektur

Erlebnistipp vorarlberger Architektur

Titelbild: © Johannes Fink / Sofern nicht anders angegeben, stammen die Bilder aus dem Archiv von Vorarlberg Tourismus und Bregenzerwald Tourismus

Eine beeindruckende Kulisse erstreckt sich während der Fahrt durch den Bregenzerwald vor uns. Gewaltige Berge, sanfte Hügel, sattes Nadelgrün, dazwischen kleine Orte, in denen Seite an Seite traditionelle Bauwerke und moderne Häuser stehen. Es ist verblüffend, wie harmonisch sich hier Alt und Neu aneinanderreiht. Gleichzeitig ist dieser erste Eindruck ein wichtiger Hinweis für die Vorarlberger Architektur.

Die Ursprünge des Baustils lassen sich bis ins Barock zurückverfolgen. Neben den prunkvollen Kirchen und Klöstern entstanden in Vorarlberg seinerzeit Mehrgenerationengebäude, die vor allem durch das immer präsente Material hervorstechen: Holz.

Beeindruckend sind die Häuser auch in ihrer Größe und Geradlinigkeit. Erstes, da die landwirtschaftliche Nutzung ebenfalls im Haus untergebracht wurde, letztes ist ein typisches Merkmal des Baustils. Ob alt oder neu: Vorarlberger Architektur ist authentisch unaufdringlich.

Trotzdem schaffte es der Vorarlberger Baustil auf die Weltbühne. Den Grundstein dieser Erfolgsgeschichte legte eine Bewegung, die sich in den 1960er Jahren gründete. Die Vorarlberger Bauschule versammelte ein Gruppe von Künstler*innen, Lehrer*innen und anderen bauwilligen Menschen. Ihr Ansatz: Eine Alternative schaffen zu den provinziellen Ideen des Establishments. Diese Alternative definiert bis heute die wesentlichen Merkmale des Baustils.

Sparsamer Umgang mit Ressourcen, bedachter Umgang mit der Natur, effektiv gestaltet für die Bedürfnisse der Nutzung, sowie Integration regionaler Kompetenz.

Bis in die 90er Jahre entstanden immer mehr Häuser und Siedlungen, die wie seither geradlinig und aus Holz gebaut wurden, sich aber gleichzeitig mit den Veränderungen der Welt weiter entwickelten. Neben den Schindelhäusern mit kleinen Fenstern und Blumenkästen bekommt man mittlerweile viele großzügig verglaste Fassaden und Beton zu sehen. Außen und innen bleibt Holz das prägende Material. Baustoffe, die es möglich machen Energie zu sparen, indem sie Wärme speichern und dennoch der modernen Ästhetik entsprechen.

Mit dem Eintritt in das neue Jahrtausend traten Begriffe wie Nachhaltigkeit in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit und Vorarlberg erlangte zunehmend eine Vorreiterrolle. Überregionale Ausstellung und die Erkenntnis, die architektonische Besonderheit touristisch vermarkten zu können, taten ihr Übriges. 2000 nennt das britische Magazin Wallpaper den Vorarlberg „the most progressive part of the planet, when it comes to new architecture”.

Dass die meisten aller neuen Gebäude nachhaltigen Ansprüchen genügen, hat mit dem etabliert nachhaltigen Herangehen der Bauweise zu tun. Die ist in Vorarlberg Teil der Kultur. Deshalb ist auch die Dichte an Handwerksbetrieben, die alteingesessen, aber trotzdem innovativ arbeiten, geradezu ein Alleinstellungsmerkmal der Gegend. Die Arbeit mit regionalen Rohstoffen, hochentwickelter Technik in Kombination mit über Jahrhunderte alter Handwerkstradition. Der Grund liegt außerdem bei der Vorarlberger Bauschule, denn bis heute arbeiten Architekten und Handwerker Hand in Hand. Diese Kooperationsfähigkeit kann man vielerorts an der Detailliebe und Qualität in allen Facetten entdecken.

Auffällig ist außerdem, dass nicht nur Wohnhäuser diesem Stil folgen, sondern auch Geschäftshäuser, Fabriken oder öffentliche Gebäude. Für Besucher*innen der Gegend bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, die Vorarlberger Architektur zu erfahren. Schon beim Durchqueren der Ortschaften begegnet man ihr unweigerlich. Jedoch gibt es im Bregenzerwald auch geführte Touren, sogenannte Umgänge, in denen die einzelnen Bauwerke vorgestellt werden. Da auch viele öffentliche Einrichtungen oder Hotels nach Vorarlberger Art erbaut wurden, sind die Gebäude auch so erlebbar und setzen wichtige Impulse, wie in Zukunft ressourcenschonend und modern ästhetisch anspruchsvoll gebaut werden kann. Denn im Vorarlberg ist das schon lange die Gegenwart.

Vorarlberger Architektur Erlebnistipps

Architektur auf eigene Faust erkunden
Die Region stellt online kostenlos Touren zu Verfügung, mit denen Sie nach Belieben und thematisch unterschiedlich die Architektur in Vorarlberg entdecken können. Eine App hilft dabei, passend die Information immer zur Hand zu haben.

Die schönsten Erlebnisse zusammengestellt
Vorarlberg wartet auf Architektur-Interessierte mit einem vielfältigen Angebot – vom Museum, über Dorfrundgang bis zu der alle zwei Jahre stattfindenden Ausstellung kumm ga luaga, bei der private Häuser ihre Türen für Besucher*innen öffnen.

2020 wurde die Ausstellung pandemie bedingt online in Videos realisiert. Kumm ga luaga finden Sie nun auf YouTube.

Mehr Informationen
Das Vorarlberger Architektur-Institut stellt eine ganze Reihe spannender Empfehlungen und Wissen online zur Verfügung.

Fokus Region
Mehr erfahren zur Architektur im Bregenzerwald.

Doku-Tipp
Handwerklich spannende Einblicke schafft diese BR-Dokumentation, die gerade in der Mediathek anzuschauen ist.

Lea Biermann

Lea Biermann

Redaktion

Seit vielen Jahren schreibt Lea für Redaktionen & Unternehmen.
Bei Glücksmomente Charmingplaces erzählt Lea am liebsten über Menschen und ihre Leidenschaft, sowie Bücher oder Filme, die direkt ins Herz gehen.

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Ein Kommentar

  1. Schön recherchiert und zusammengestellt. Danke

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