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Padua, die bemalte Stadt

Geheimtipps Padua

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Padua ist eine der ältesten Städte in Italien und noch ein Geheimtipp, aber das kann sich bald ändern! Im Jahr 2021 hat nämlich die UNESCO ein Ensemble von einzigartigen Freskenmalereien, entstanden zwischen 1302 und 1397, verteilt auf acht Bauwerke in der Altstadt von Padua, zum Weltkulturerbe erklärt. Damit ist Padua die Welthauptstadt der Malerei des 14. Jahrhunderts!

Neben dem Orto Botanico di Padova, dem ersten und ältesten Botanischen Garten der Welt, der 1997 in die UNESCO-Welterbe-Liste aufgenommen wurde, ein weiteres faszinierendes Highlight und ein erneuter Anziehungspunkt für Besucher.

Kulturinteressierte werden von Padua begeistert sein und sollten viel Zeit einplanen, denn alle UNESCO-Freskengemälde zu besuchen ist zeitintensiv. Neben der Chiesa di Santi Filippo und Giacomo agli Eremitanti, gehören zu diesem Fresken-Ensemble der Palazzo della Ragione, das Battistero della Cattedrale, die Cappella della Reggia Carrarese, die Basilica und der Convento di Sant´Antonio, das Oratorio di San Giorgio und als absoluter Höhepunkt die Cappella degli Scrovegni.

Auch wenn Sie normalerweise lieber durch heimelige Gassen bummeln und Entdeckungen dem Zufall überlassen, die Scrovegni Kapelle sollten Sie unbedingt besichtigen. Es ist der am besten erhaltene Freskenzyklus und das Meisterwerk Giottos, entstanden zwischen 1303 und 1305. Es zeigt Szenen aus dem Leben Christi und der Jungfrau Maria und begleitet den Besucher, unter einem blauen Sternenhimmel, hin zu einer majestätischen Vision des Jüngsten Gerichts. Die Vielfalt an Details und Farben ist faszinierend.

Übrigens, der Besuch ist streng reglementiert, und das nicht wegen Corona, es ist notwendig, um die aufwendig restaurierten Fresken vor Luftverschmutzung zu schützen. Jeweils nur eine kleine Anzahl an Besuchern darf 15 Minuten in der Kapelle verweilen. Dies hat den Vorteil, dass man mit der nötigen Ruhe diese einzigartigen Kunstwerke bestaunen kann. 

Die Altstadt von Padua – an Charme kaum zu überbieten

Die im 12. Jahrhundert gegründete Stadt Padua ist gespickt mit einzigartigen Kunst- und Kulturstätten und gleichzeitig ungemein jung und lebendig. Das liegt an den vielen Studenten, die an der ältesten und renommiertesten Universität Europas studieren.

Beim Bummel durch die zauberhafte Altstadt ist man durch die herrlichen Arkadengänge, die sich über 23 Kilometer durch das historische Zentrum ziehen, vor Regen oder Sommerhitze bestens geschützt. Beeindruckend sind die zahlreichen prachtvollen Palazzi, allen voran natürlich der Palazzo della Ragione aus dem 13. Jahrhundert mit der offenen Loggia. Im Erdgeschoss laden über 50 Stände mit verlockenden regionalen Spezialitäten und Bars zum Verweilen ein. Es ist der älteste überdachte Markt in Europa und wird von den Padovani liebevoll Sotto il Salone genannt.

Die Einheimischen kaufen sich  in einer Enoteca ein Glas Wein und flanieren damit vorbei an den verführerischen Ständen, bis sie einen passenden Snack dazu gefunden haben. Wer seinen Aperitivo lieber im Sitzen genießt, geht entweder in die Bar Dei Osei oder in die „Bar Nazionale“. Diese weitläufige Genuss-Oase liegt eingebettet zwischen der Piazza della Frutta und der Piazza delle Erbe, und ist ein wahres Paradies für Feinschmecker und Flanierer.

Wer durch die verlockenden Düfte der Köstlichkeiten Hunger bekommen hat, stärkt sich am besten in einem der naheliegenden Ristorante. Das L’Anfora ist eine typische, historische Osteria der italienischen Region Venetien, mit rustikaler Einrichtung und ein beliebter Künstler-Treffpunkt. Im Dante alle Piazze wird in historischem, elegantem Ambiente eine feine, regionale und saisonale Küche serviert.

Auf dem Weg zum Palazzo Bo, so nennen die Einheimischen ihre berühmte Universität, müssen Sie unbedingt eine kleine Pause im neoklassizistischen Caffè Pedrocchi einlegen oder einen Tisch für das Abendessen reservieren. Das Caffè Pedrocchi gehört zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt wie die Basilika des Heiligen Antonius, der Botanische Garten oder der Prato della Valle. Antonio Pedrocchi, ein berühmter Unternehmer und Caffettiere, ließ 1831 dieses wunderbare Art-Deco-Haus, mit den verschiedenen Sälen und Salons, vom venezianischen Architekten Giuseppe Jappelli, im Herzen von Padua, errichten. Damals wie heute ein beliebtes Caffè für Künstler, Dichter, Denker und Intellektuelle, Studenten und Besucher der Stadt.

Nur einen Katzensprung entfernt ist die altehrwürdige Universität von Padua: der Stolz der Einheimischen, nicht zuletzt, weil hier stets die Freiheit der Lehre im Mittelpunkt stand und im 16. Jahrhundert Galileo Galilei einen Lehrstuhl innehatte. Im Jahre 2022 feiert die Universität, die 1222 gegründet wurde, ihr 800 jähriges Bestehen. Sehenswert ist der antike Innenhof, die Aula Magna, wo Galileo Galilei viele Jahre Vorlesungen hielt, und das älteste anatomische Theater der Welt.

Basilika des Heiligen Antonius und noch mehr Sehenswürdigkeiten

Ein wenig außerhalb des historischen Zentrums von Padua befinden sich weitere absolute Sehenswürdigkeiten und Geheimtipps, wobei sicherlich die Basilika des Heiligen Antonius die zugkräftigste ist. Sie lockt Jahr für Jahr drei Millionen Pilger aus aller Welt an, einerseits um beim Heiligen darum zu bitten, Verlorenes wieder zu finden und um zu beten, andererseits um den majestätischen Kirchenkomplex aus Kuppeln und Türmen im romanisch-gotischen Stil zu bestaunen.

In unmittelbarer Nähe ist der Orto Botanico, der erste und älteste botanische Garten der Welt, 1545 von der Universität Padua angelegt, diente er vor allem der Erforschung der medizinischen Wirkung von Pflanzen. Auf fast 22.000 Quadratmetern sieht man 6000 Pflanzen von 3500 unterschiedlichen Arten. Unter den zahlreichen historischen Bäumen ist die sogenannte „Goethe-Palme“, welche 1585 gepflanzt wurde – die älteste Pflanze des Orto Botanico und ein echter Blickfang. Seit 1997 ist der Botanische Garten ein UNESCO-Weltkulturerbe.

In Sichtweite ist ein weiterer magischer Anziehungspunkt der Stadt Padua, der Prato della Valle. Der riesige Platz, einer der größten innerstädtischen Plätze in Europa, erstreckt sich auf 90.000 Quadratmetern. Prato della Valle (Wiese im Tal) ist eine ovalförmige piazza, umflossen von einem Wasserkanal und umsäumt von Statuen, deren Auswahl 1776 streng reglementiert war. Die Personen mussten bereits verstorben sein und sich um die Stadt verdient gemacht haben, durften aber keine Heiligen sein. Die einzige Frau unter den 78 Statuen ist die Büste der Dichterin Gaspara Stampa.

Eisliebhaber sollten Ausschau halten nach einem Kiosk aus Gusseisen aus dem 19. Jahrhundert, denn im E’Gelato di Ruggero bereitet seit über 40 Jahren Familie Pieruz ein wohlschmeckendes, handwerklich hergestelltes Eis zu. Sensationell: Nafta, ein Eis aus Sahne und dunklen Kirschen.  

Vom eindrucksvollen Prato della Valle hat man einen wunderbaren Blick auf die Basilika Santa Giustina, einer der größten Kirchen weltweit.

Wer nach den unzähligen kulturellen Entdeckungen Lust auf einen Schaufensterbummel und Shopping hat, flaniert am Besten durch die charakteristischen Gassen des Jüdischen Viertels. In diesem Wirrwarr von mittelalterlichen Gässchen reihen sich Ateliers von einheimischen Stilisten und Designern und kleine, reizende Läden aneinander.  

Shopping-Ladies finden sicherlich auf der Piazza Garibaldi, der Via San Fermo bis zur Galleria Borromeo von Gucci über Prada alles, was das Modeherz höher schlagen lässt.

Dies alles und noch viel mehr gibt es in dieser charmanten Stadt zu entdecken und das Beste daran, ohne Menschenmassen und Geschiebe. Eine absolute Empfehlung für alle, die es lieben durch heimelige Gassen und über historische Plätze zu flanieren, großartige Bauwerke und Kunststätten längst vergangener Zeiten zu bestaunen und das dolce far niente in vollen Zügen zu genießen.

Tipp

Mit der PadovaCard genießt man in Padua zahlreiche Vergünstigungen. Man kann gratis mit APS-Bussen fahren, auf drei Parkplätzen gratis parken, und man hat freien Eintritt in 12 Museen und Sehenswürdigkeiten, wie die Scrovegni-Kapelle. Die Karte gibt es momentan für 48 Stunden (ca. 16,- €) oder für 72 Stunden (ca. 21,- €).

Monika Kellermann Wein & Genuss - Autorin

Monika Kellermann

Wein & Genuss – Autorin

Monika Kellermann schreibt nicht nur seit vielen Jahren in Artikeln und Büchern über Wein und Genuss. Die Autorin ist auch Expertin für italienischen Lebensstil und kennt die Region rund um den Gardasee besonders gut, da sie dort neben München ihre zweite Heimat gefunden hat.

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2 Kommentare

  1. Dear german friends, you’re always welcome in Padua. Grüße aus Venetien!

    1. immer wieder gerne! 🙂

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