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„Gebt der Wildnis das Wilde zurück!“

Gebt der Wildnis das Wilde zurueck

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Die Dolomiten sind mit ihren spitzen Zinnen und steilen Felswänden für viele der Inbegriff wilder Gebirgsnatur. Doch was meinen wir mit „wild“? Ungezähmt oder unberührt? Wohl ersteres – zeigt doch die ursprünglich erscheinende Berglandschaft Südtirols allerorten Spuren menschlichen Eingreifens. Nur 4 Prozent der gesamten Alpen gelten noch als „echte Wildnis“ im Sinne eines naturbelassenen Biotops, das sich unbeeinflusst vom Menschen entwickeln kann.

Je mehr Natur verloren geht, desto größer wird unsere Sehnsucht danach. In Zeiten des Klimawandels, vermehrter Wetterextreme und schwindender Artenvielfalt wünschen wir uns Rettung für eine seit Langem zerrüttete Beziehung; träumen davon, wieder harmonisch mit der Natur im Einklang zu leben.

Lebensgeschichten, wie die des Trentiner Waldmenschen Fèro, sind der Stoff, aus dem solche Träume sind. Ferruccio Valentini wuchs in den Sechzigerjahren als Bauernsohn in den Brenta-Dolomiten auf. Schon als Kind entdeckte er seine Gabe, durch aufmerksame Beobachtung von der Natur zu lernen und verbrachte so viel Zeit wie möglich in der Wildnis. Als junger Erwachsener verdiente er zunächst seinen Unterhalt als Berghirte und Senner – bis er sich entschloss, als Einsiedler am entlegenen Tovelsee zu leben und sich dort als Kräutersammler selbst zu versorgen. Sein Lebensziel war es, „Beobachter der Landschaft und der Zeit“ zu sein; sich ganz mit Pflanzen, Tieren und Steinen zu verbinden. Fèro lernte, die Natur wie kein anderer zu lesen; in ihr Nahrung und Heilung zu finden.

2009 wurde aus dem stillen Beobachter notgedrungen ein umweltpolitischer Aktivist: Mit der Ernennung der Dolomiten zum UNESCO-Welterbe setzte eine touristische Erschließung ein, gegen deren Ausmaß Fèro seine Stimme erheben musste.

In der 2014 im Kosmos Verlag erschienenen Biografie beschreibt Fèros Freund, der Südtiroler Naturforscher Michael Wachtler, eindrucksvoll die Weisheit und den unbeugsamen Freiheitswillen eines der letzten Waldmenschen der Alpen. Fèros Geschichte berührt tiefe, romantische Sehnsüchte nach Naturverbundenheit. Sie zu lesen, lässt deutlich werden: Wir sind weit von dieser Art zu leben entfernt. Es ist allerdings unnötig, dies im Buch immer wieder durch Vergleiche zu betonen. Wachtlers Verweise auf den Lebensstil der modernen Gesellschaft übertönen zu oft Fèros einfache, aber tiefsinnige Aussagen. Dennoch ist die Lektüre sehr empfehlenswert – hilft sie uns doch, die Natur mit anderen Augen zu sehen und ihr vielleicht in Zukunft etwas achtsamer zu begegnen.

Hier gibt’s das Buch

Erschienen im Kosmos Verlag

Ein Plädoyer für die Natur: Fèro, der Alpenrebell, kämpft für die Natur.
Botschaften und Geheimnisse eines der letzten Waldmenschen der Alpen.
Mit 27 uralten Rezepten aus traditionellem Bergwissen: von der Arnikatinktur bis zum Zirbengeist.
221x142x22mm (LxBxH)

Auflage 2014
Umschlag/Ausstattung: 150 Farbfotos, 7 Farbzeichnungen, Bindeart: Integralband
Seiten: 192
EAN: 9783440141601
Art.-Nr.: 14160

Beim Kosmos Verlag bestellen

Mareike Dietrich

Textgestalterin – Autorin

Als Innenarchitektin und Texterin gestaltet Mareike Ideen, Räume und Sprache. Für Glücksmomente Charmingplaces berichtet sie über alles, was ihr am Herzen liegt und sie selbst glücklich macht.

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