Weit gehen und sich für die Stille entscheiden
„Essa“ kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet „Feuerstelle“. In Kaltern steht der Name der heutigen Essa Suites, dem Geburtshaus von Erzabt Petrus Klotz, für eine Familiengeschichte, die tief mit Gefühlen wie Geborgenheit und Sehnsucht verbunden ist.
Wenn ich mir heute den Ausblick von seinem Geburtshaus anschaue, kann ich verstehen, warum es Karl Josef Klotz 1890 in die weite Welt hinauszog. Hinter der nahen Kirchturmspitze, die wohl schon damals so aussah wie jetzt nach der Jahrtausendwende, ragen Hügel auf, dahinter Berge, und hinter denen noch höhere Berge.
Ein Gefühl von Unendlichkeit, das da vor einem liegt. Und gleichzeitig von Geborgenheit im Tal von Kaltern, wo das Leben immer gleich dahinzufließen scheint. Für manch einen könnte sich diese Sicherheit aber wie ein Käfig anfühlen.
Ich kann mir vorstellen, dass es den jungen Karl Josef Klotz, als eines von 15 Kindern seiner Familie, in die Ferne zog – von solchen Geschichten wie seiner kommt wahrscheinlich die Redensart „über alle Berge sein”. Dabei war der spätere Erzabt Petrus II. erst zwölf Jahre alt, als er von zu Hause in Kaltern ausriss und die Schmiede seines Vaters mit der sicheren Feuerstelle hinter sich ließ, um ganz allein die Welt zu erkunden.

Über seinen Urgroßonkel weiß Wolfgang Klotz aus Familienerinnerungen zu erzählen. Da ist mehr Gefühl als Aktenlage. „Er war ein unruhiges Kind. Kein böses, kein wildes im lauten Sinn – eher eines, das zu früh zu viel fühlte.“ Der kleine Karl mochte nicht fragenlos Befehlen folgen, er hatte seinen eigenen Kopf.
„Vielleicht war es eine frühe religiöse Sehnsucht, vielleicht einfach die Ahnung, dass sein Leben woanders beginnen müsse. Manchmal braucht ein Mensch erst das Verlorensein, um sich Gott zu nähern. Oder sich selbst.“
Der spätere Erzabt wurde nicht aus Sicherheit geboren, sondern aus Sehnsucht. Diese Sehnsucht trieb den Jungen bis nach Rom, wo er sogar eine Audienz beim Papst erhielt. Und weiter bis nach Afrika, genauer gesagt bis nach Tunis.
Zurück in Südtirol nahmen sich die Gräfin Witwe Lindner von Ferrari und ihre Tochter Minna im Schlösschen Kronhof in Eppan des Ausreißers an. Sie hatten sein Potenzial erkannt und förderten seinen Blick für Kunst und Kultur. Auch in den späteren Jahren blieb Karl mit Fräulein Minna im Austausch.

Der Wissenshunger charakterisierte Karl Josef Klotz zeitlebens. Er studierte an der theologischen Fakultät Salzburg, wurde 1901 mit dem Namen Petrus zum Priester geweiht und widmete sich der Seelsorge.
Sein Urgroßneffe erzählt: „Aus dem unruhigen Jungen wurde ein Erwachsener mit großer Disziplin, aber nie mit Härte. Seine Strenge – dort, wo sie nötig war – wirkte nicht kalt, sondern getragen von Verantwortung. Er verlangte viel, vor allem von sich selbst. Und gerade deshalb konnte man ihm folgen.
Was ihn besonders auszeichnete, war eine tiefe Menschenkenntnis. Mein Urgroßonkel war keiner, der Illusionen über Menschen hatte – aber auch keiner, der sie vorschnell verurteilte. Vielleicht, weil er selbst wusste, wie brüchig Lebenswege sein können. In ihm lebte die Erfahrung des Ausreißers weiter. Nicht als Scham, sondern als leise Erinnerung daran, dass jeder Mensch einen inneren Kampf austrägt.
Sein Glaube war kein naiver. Er war errungen. Kein Glaube aus Geborgenheit, sondern aus Entscheidung. Man konnte spüren: Dieser Mann ist nicht ins Kloster geflohen, sondern er ist dort angekommen.“

Zwischen 1912 und 1916 ergab sich eine Möglichkeit für Petrus Klotz, im Dienst der katholischen Presse eine Weltreise zu unternehmen: 200.000 Kilometer legte er in den vier Jahren zurück. Nach seiner Rückkehr trat er häufig als Redner auf. Im Jahr 1916 begann er seinen Vortrag mit diesen Sätzen:
„So stehe auch ich nicht als Redner und Gelehrter von nach allen Seiten triefender Weisheit vor Ihnen, sondern als ein Mann, der trotz seines Zeichens als Mönch viele Reisen hinter sich und viel durchlebt und durchlitten hat. Das Erlebte und Erlittene ist mein mir selbst erworbener Reichtum, und von dem will ich heute etwas Weniges erzählen.“
Urgroßneffe Wolfgang Klotz weiß von der tieferen Bedeutung dieser Worte: „Was den Weltreisenden Petrus Klotz prägte, war eine seltene Mischung aus innerer Verwurzelung und weiter Offenheit. Er war kein Reisender aus Neugier allein und schon gar kein Sammler exotischer Eindrücke. Seine Reisen hatten immer etwas Suchendes, Prüfendes. Er wollte verstehen, nicht bestaunen.“

Offenbar war Petrus Klotz von seiner Reise tief inspiriert und studierte, wieder zu Hause angekommen, an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien Ethnologie und Urgeschichte. Sein innerer Reichtum blieb nicht unbemerkt: 1922 wurde er zum 83. Abt von St. Peter in Salzburg gewählt.
Seine Verdienste um die Gründung des Kollegs St. Benedikt und eines gemeinsamen Studienhauses der österreichischen Benediktinerkongregation in Salzburg führten 1927 dazu, dass die Abtei zur Erzabtei erhoben wurde.
Der Erzabt Klotz war stark an der Einführung der Salzburger Hochschulwochen beteiligt. Der Urgroßneffe weiß aber noch mehr über den illustren Verwandten zu sagen und lässt uns hinter die Fassade blicken:
„Wenn ich etwas an Erzabt Petrus Klotz hervorheben müsste, dann wäre es vor allem seine innere Ruhe, die aus einem durchlebten Sturm kam. Er war kein Mann der lauten Gesten. Kein geborener Machthaber, kein Selbstdarsteller. Was ihn prägte, war eine stille Autorität, die man nicht einfordert, sondern die entsteht, wenn ein Mensch sich selbst einmal verloren und wiedergefunden hat. Wer ihn erlebte, hatte wohl das Gefühl: Dieser Mann weiß, wovon er spricht, auch wenn er wenig sagt.“

1932 trat der Erzabt von seiner Position zurück. Er war in den Jahren immer schwerhöriger geworden und der Bau des Kollegs St. Benedikt hatte das Stift in eine schwere finanzielle Krise geworfen.
Von Misserfolg kann aber keine Rede sein, denn in den 35 Jahren zwischen seiner Demission als Erzabt und seinem Tod 1967 in Wien entstanden noch mehrere Bücher, darunter An fremder Welten Tor: Was ich sah, sann und erlebte, das Lieblingsbuch seines Urgroßneffen. Es gibt einen tiefen Einblick in die vierjährige Weltreise und in die Lebenseinstellung des Urgroßonkels.
Wolfgang Klotz hat das Geburtshaus seines Urgroßonkels, in dem auch er aufgewachsenen ist, dessen Reisen gewidmet und zu den Ferienwohnungen Essa Suites umgebaut.
Heute können Reisende dort Geborgenheit finden, wo einst die Schmiede war, von der Erzabt Klotz in die große weite Welt hinauszog. Petrus Klotz bekam 1951 die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatgemeinde Kaltern verliehen.
„Diese Mauern überdauern Generationen und ihre Geschichten werden weitergegeben.“ Wolfgang Klotz












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Lydia Stöflmayr
Texterin & Autorin
Lydia ist freie Texterin, Autorin und Dolmetscherin. Sie liebt es, neue Sprachen, Kulturen und Mentalitäten kennenzulernen. Dabei spielt Sprache eine wesentliche Rolle und eben vor allem die richtigen Worte zu finden. Diese Aufgabe hat sie zu ihrer Profession gemacht.
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