Maroni-Risotto: Zwischen Apfelgärten und Speckkellern
In Meran treffen sich Dinge, die andernorts sauber getrennt bleiben. Butter und Olivenöl. Deutsch und Italienisch. Süße und Salz. Dieses Risotto funktioniert genau aus diesem Spannungsfeld heraus. Die Grundlage ist, mit einem Blick etwas weiter nach Süden, klassisch norditalienisch.
Reis, der die Zeit bekommt, die er eben braucht. Aber schon früh schiebt sich der Apfel ins Bild. Wer einen guten Obsthändler hat, sollte für dieses Rezept unbedingt den bekannten Winterapfel nehmen, der den Namen der Region trägt. Er landet zusammen mit dem zweiten regionalen Exportschlager in der Pfanne, dem Tiroler Speck. Beides bekommt ordentlich Hitze, Farbe und Zucker. Das Rohe verschwindet. Zurück bleibt eine weiche, fast karamellige Süße, eingefangen vom Salz des Specks.
Genau hier beginnt das Gericht, interessant zu werden. Die Maroni verstärken diesen Eindruck. Mild, leicht mehlig, machen sie das Risotto noch dichter und wärmer. Man schmeckt die noch kalten Tage, aber nicht als Klischee, sondern als Konsistenz. Dass nur die Hälfte von Apfel und Speck im Risotto landet, ist ein bewusster Schritt. Der Rest kommt später dazu, obenauf. Dort ist die Süße klarer, der Speck knuspriger, der Kontrast schärfer. Erst so entsteht Spannung zwischen cremigem Reis und gerösteten Aromen: Meran auf einem Teller.
Dieses Maroni-Risotto erzählt nichts nach. Es setzt Dinge nebeneinander, so wie die Region es tut. Norditalienischer Reis trifft auf Apfelgärten und Speckkeller. Und plötzlich ergibt das Ganze Sinn.


Rezept für Maroni-Risotto mit Apfel, Tiroler Speck und Thymian
für 2 Personen / einfach / Zubereitungszeit: ca. 45 Minuten
160 g Risottoreis
100 g vorgegarte Maroni
1 kleiner Apfel (im Idealfall Sorte Meran, sonst Braeburn, Fuji, Topaz oder Jonagold)
50 g Tiroler Speck
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
600 ml heiße Gemüsebrühe
40 g Butter
40 g frisch geriebener Parmesan
2 EL Olivenöl
frische Thymianblätter
Salz
schwarzer Pfeffer
Schritt 1: Die Maroni grob hacken. Den Apfel schälen, vierteln, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Den Speck fein würfeln. Zwiebel und Knoblauch schälen und sehr fein hacken.
Schritt 2: 1 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen und den Speck bei mittlerer Hitze langsam auslassen. Die Apfelwürfel zugeben und alles zusammen anbraten, bis der Speck leicht knusprig ist und der Apfel weich wird und Farbe annimmt. Die Speck-Apfel-Mischung aus dem Topf nehmen und für später beiseitestellen.
Schritt 3: Butter und restliches Olivenöl in den Topf geben. Zwiebel und Knoblauch glasig dünsten. Den Risottoreis einrühren und kurz mitdünsten, bis die Körner leicht glasig sind. Maroni und die Hälfte der Speck-Apfel-Mischung unterheben, den Rest noch beiseitestellen.
Schritt 4: Nach und nach heiße Gemüsebrühe zugießen, jeweils so viel, dass der Reis knapp bedeckt ist, dabei regelmäßig rühren. Erst neue Brühe zugeben, wenn die vorherige fast komplett aufgenommen ist. Das Risotto etwa 20 bis 25 Minuten sanft köcheln lassen, bis der Reis weich ist, aber noch Biss hat. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Topf vom Herd ziehen, den Parmesan unterrühren und das Risotto ein paar Minuten ruhen lassen, bis es cremig wird.
Schritt 5: Das Maroni-Risotto auf Tellern anrichten, mit der beiseitegestellten Speck-Apfel-Mischung toppen, mit frischen Thymianblättern bestreuen und servieren.
Guten Appetit!


Angelika Schwaff
Food Kolumnistin & Reisebloggerin – Autorin
Angelika hat ihre Berufung gefunden und nimmt ihre Leser mit auf kulinarische Reisen. Unter anderem auch die Leser von ZEIT ONLINE. Sie hat Journalistik studiert, als Dokumentarfilmerin gearbeitet und war bis 2012 Pressesprecherin von Germanwings. Noch immer nimmt sie für gutes Essen jeden Weg in Kauf.
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