Geheimtipps Vinschgau: Der Obervinschgau, wie ihn seine Gastgeber kennen
Burgeis, Hansjörg Punt und Andrea Gerstl | Persönliche Geheimtipps zweier Gastgeber im Obervinschgau | vom eigenen Hof mit Damwild, Schafen, Ziegen und Hühnern bis zu den Waalen der Malser Haide | Watles, Marienberg, Almen und das Dreiländereck | für Genießer, Aktive und Familien | Vinschgau | Italien
Zuletzt aktualisiert im August 2026
Hansjörg Punt und Andrea Gerstl führen das Maraias in Burgeis und geben hier ihre persönlichen Geheimtipps für den oberen Vinschgau weiter. Beide stammen aus dem Tal und kennen den Obervinschgau nicht aus dem Reiseführer, sondern aus dem Alltag. Hansjörg steht für die Landwirtschaft, den Hof und das Kulinarische, Andrea für das Gastgeben und beide für eine Ecke Südtirols, die stiller ist als die bekannten Ziele weiter unten im Tal.
Das Maraias in Burgeis ist ein 4-Sterne-Aparthotel oberhalb des Dorfes, das die Familie Punt aus ihrer eigenen Landwirtschaft heraus aufgebaut hat. Die kleine Farm mit Ziegen, Damwild, Schafen, Eseln und Hühnern gehört zum Haus, ihre Erzeugnisse landen am Frühstücksbuffet und in der Genussboutique. So wächst hier zusammen, was sonst getrennt läuft: ein Ort zum Wohnen und ein Hof, der ihn versorgt.




Die Suiten und Apartments sind in Naturmaterialien gehalten, Eichendielen, Fichtenholz und Loden, keines kleiner als dreißig Quadratmeter, viele mit Südblick auf die Ortlergruppe.
Das Herzstück des Hauses ist der 23 Meter lange Salzwasserpool, der von innen nach außen führt, mit Whirlliegen und Blick in die Berge, dazu der Maraias Vita Spa mit Sauna und Dampfbad. Ein klassisches Hotelrestaurant gibt es nicht; abends gehen die Gäste über das Dine-around ins Dorf und in die Umgebung, und genau daraus entstehen viele der Tipps, die jetzt folgen.









Wir sind beide im Vinschgau geboren und aufgewachsen, und wenn Sie uns nach Geheimtipps im Vinschgau fragen, meinen wir damit die Ecke, die wir seit Kindheit vor der Haustür haben: den Obervinschgau rund um Burgeis, wo wir das Maraias führen.
Das ist nicht das Vinschgau der Durchreisenden, die auf dem Weg zum Stilfserjoch kurz anhalten. Es ist die stille Seite mit den alten Waalen über der Malser Haide, den Almen im Zerzertal, dem Kloster über dem Dorf und dem Dreiländereck, an dem die Schweiz elf und Österreich achtzehn Kilometer entfernt liegen. Was wir hier aufschreiben, steht so in keinem Reiseführer, weil es unsere eigenen Wege, unsere Nachbarn und unsere Lieblingsplätze sind.



Wenn Sie das ganze Tal von Naturns bis Meran im Blick haben wollen, mit Reschensee-Kirchturm, Glurns und den großen Waalwegen, finden Sie das in unseren Ausflugstipps für das ganze Vinschgau. Dieser Artikel bleibt bewusst im Obervinschgau und erzählt die Gegend so, wie wir sie leben.
Bei den Tieren ist Hansjörg in seinem Element. Am Hof stehen unsere Minizwergziegen, ein paar Ziegen, die Schafe und die Miniaturesel, dazu das Damwild, Hühner und Wachteln. Unsere Gäste dürfen von früh bis nachmittags zu den Tieren, vor und hinter der Wiese am Hof.
Am schönsten ist es in der Früh bei der Fütterung, und wer mag, bucht am Vormittag einen festen Termin bei Simone und ist dabei. Über das Jahr verteilt gibt es außerdem Hofwochen für Groß und Klein.



Im Sommer sind unsere Schafe und Ziegen auf der Sommerweide im Zerzertal, und zwei Kühe stehen auf der Bruggeralm. Wie es den Tieren dort oben geht, erfahren Sie bei uns direkt von Simone oder von Hansjörg. Für Hansjörg ist der schönste Moment im ganzen Jahr der September, wenn die Almabtriebe kommen und die Tiere gesund vom Berg zurück auf den Hof ziehen. Der Ziegenabtrieb ist sein liebster.

Vieles, was bei uns auf den Tisch kommt, stammt vom eigenen Hof: Salami, Kaminwurzen, Eier, im Sommer die Kräuter aus dem Garten. Den Almkäse und die Almbutter holen wir von der Bruggeralm im Zerzertal, der Gemeinschaftsalm der Burgeiser Bauern, wo Dominik der Senner ist. Käse und Butter kommen außerdem aus der Dorfsennerei in Burgeis, silagefrei.
Unsere Kräutertees, das Kräutersalz und die Lippenpflege macht Hansjörg Oberdörfer vom Biokräuterhof Fasui, der zwei unserer Wiesen in Burgeis bewirtschaftet.

In unserer Genussboutique am Haus finden Sie all diese Köstlichkeiten gebündelt: portionierte Gerichte, die wir mit Produkten vom Hof kochen, einfrieren und die Sie nur auftauen und erwärmen müssen. Lammbolognese, Damwildgulasch, Schnittlauchpesto aus dem Garten, Kürbiscremesuppe, Hühnerbrühe, dazu Knödelvarianten mit regionalem Knödelbrot, Speck, Käse und Leber vom Hof.
Wer nach einer langen Wanderung nicht mehr weg möchte, kann sich das leicht und unkompliziert selbst zubereiten und es sich ganz entspannt daheim im eigenen Apartment gemütlich machen.



Unser liebster Sommertag beginnt nach dem Frühstück und dem Blick nach den Tieren mit einer Tour ins Zerzertal. Zur Bruggeralm führen mehrere Wege, und einige starten direkt am Hotel, zu Fuß oder mit dem Rad. Oben stehen unsere Kühe auf der Alm, und Sie sind mitten in dem Tal, aus dem unser Almkäse kommt.
Nachmittags geht es zurück an den Pool und in den Garten, und den Abend lassen wir auf dem Balkon oder der Terrasse ausklingen, oft mit einem Gericht aus der Genussboutique. Im Juli und August spielt mittwochs Musik am Dorfplatz von Burgeis. Ein schöner guter Grund, abends noch ins Dorf zu gehen.


Im Winter beginnt der Tag genauso, mit Frühstück und dem Blick nach den Tieren, danach führt er hinauf auf den Watles. Nach ein paar Stunden im Schnee tut der Pool gut, dazu ein wohltuender Saunagang und ein anschließendes Getränk in unserer Lounge. Freitags lohnt der Abend am Berg besonders: mal ein Rodelabend, mal ein Schneeschuh- oder Skitourenabend, bei dem man den Watles im Dunkeln ganz anders erlebt.

Der Burgeiser Bergsee ist in fünfzehn bis zwanzig Minuten zu Fuß vom Hotel erreichbar und unser Platz für die erste Runde am Morgen, auch sehr schön mit Hund. Der Punkt, an dem alle gerne verweilen und den Blick über das Tal und auf die Ortlergruppe genießen.
Wer weiter will, nimmt den Sonnensteig, der direkt am Hotel vorbeiführt, und den Oberwaal bis zum Gartenrestaurant Solis, das man in gut einer Stunde und einem Viertel erreicht.


Marienberg ist die höchstgelegene Benediktinerabtei Europas und thront über Burgeis. Wir gehen gern hinauf zur Einkehr, im Kloster selbst in den Klosterhof und ins Klostercafé, wo das Kuchenangebot den Weg lohnt.
Unser Detail, das die meisten übersehen: Unter der barocken Klosterkirche verbirgt sich eine romanische Kirche mit alten Fresken. Mehr zum Haus und den Öffnungszeiten steht bei Kloster Marienberg.

Die traditionelle Bewässerung über Waale gehört seit dem 5. Dezember 2023 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO, und im Mai 2024 haben wir das mit einem großen Fest bei uns in Burgeis gefeiert.
Rund vierhundert Hektar auf der Malser Haide zwischen Burgeis und dem Haidersee werden bis heute über vier Waale bewässert: Larginwaal, Magrinswaal, Töschgwaal und Nuiwaal. Das ist keine Museumstechnik, sondern läuft nach einem streng geregelten Zeitplan wie vor Jahrhunderten.

Im Sommer bietet die Ferienregion Reschensee regelmäßig Führungen an, bei denen Sie das Wiesnwassern selbst sehen. Für uns ist das der Kern des Obervinschgaus: eine Landschaft, die von Hand am Leben gehalten wird.
Der Watles ist unser Berg für alle, die Weite mögen. Im Sommer ist der Spielesee oben ideal für Familien, für Genießer die Wanderung zum Pfaffensee, und wer es sportlich mag, geht die Runde zur Sesvennahütte und über Schlinig zurück nach Prämajur. Unser persönlicher Lieblingsplatz ist die Terrasse der Plantapatschhütte, dazu der Pfaffensee.


Im Winter wird der Watles zum Berg für Jung und Alt: Winterwandern, Schneeschuh, Tourenski, Rodeln und Skifahren. Am schönsten sind die Hüttenabende, der Skitourenabend auf der Höfer Alm und der Rodelabend auf der Plantapatschhütte. Details zu Bahn und Öffnungszeiten finden Sie beim Bergerlebnis Watles.

Wenn Sie uns fragen, wohin man abends am besten geht, nennen wir Ihnen die Häuser, in die wir selbst verkehren.

Die besten Vinschger Paarlen holen wir bei der Bäckerei Angerer in St. Valentin, deren Roggenvollkornpaarl aus hundert Prozent regionalem Korn aus der eigenen Mühle kommt. Die Bäckerei Schuster in Laatsch backt das Vinschger Urpaarl, ausgezeichnet mit Slow Food Presìdi und das Palabirnbrot.

Rund um die Palabirne gibt es im September eine ganze Woche in Glurns. Für Hofprodukte gehen wir in den Bauernladen Pobitzer in Mals und zur Mosterei Anstein in Schluderns, deren Apfelsaft Sie auch bei uns am Frühstücksbuffet und in der Genussboutique finden.
Käse kommt aus der Sennerei Burgeis. Wer schöne Blumengestecke, handgemachte Vasen und Räucherwerk sucht, ist bei Verena Rauter von Verenart in Schluderns goldrichtig.

Zum Einkehren mögen wir die Brugger Alm, die Schliniger Alm und die Melager Alm am liebsten, beide mit typischer Südtiroler Küche. Das sind die Plätze, an denen ein Wandertag mit einer Jause und Blick ins Tal mit einem glücklichen Wohlgefühl ausklingt.



Haben wir selbst einen freien Tag, fahren wir gern über die Grenze ins Val Müstair, das Münstertal auf der Schweizer Seite. Über den Ofenpass erreichen Sie den Schweizerischen Nationalpark, den ältesten Nationalpark der Alpen, mit ruhigen Wanderungen im Sommer und Skitouren im Winter.

In Müstair steht das Kloster St. Johann, dessen karolingische Fresken zum UNESCO-Welterbe zählen. Der Legende nach geriet Karl der Große von Bormio kommend in ein Unwetter und versprach, eine Kirche zu bauen, wenn er heil ins Tal käme, daraus wurde Kloster St. Johann Müstair. Der Schweizer Nationalpark ist übrigens auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
Den Reschensee-Kirchturm kennt jeder vom Foto, aber die wenigsten wissen, warum er im Wasser steht. Die Geschichte der gefluteten Dörfer erzählt das Museum Vinschger Oberland in Graun, und erst danach steht man anders vor dem Turm.

Glurns wurde 1304 zur Stadt erhoben und war Markt- und Gerichtsort. Hier hat man einst sogar den Mäusen den Prozess gemacht, der Mäuseprozess von Glurns ist bis heute Ortsgespräch.
Zum Stilfserjoch fahren wir am liebsten die Runde über den Umbrailpass, von Prad hinauf, über das Joch und den Umbrail nach St. Maria und Müstair und zurück, mit dem Auto wie mit dem Rad. In der Karolingerzeit hieß der Übergang Wormserjoch. Wer das Stilfserjoch und den Ortler in ganzer Tiefe will, findet das in unseren Geheimtipps rund um Ortler und Stilfserjoch; bei uns bleibt es der Tagesausflug mit der schönsten Rückfahrt.

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