Sterzing Geheimtipps: Veronikas Insider-Tipps aus der Altstadt
Sterzing, Veronika Stötter & Daniel Planer | Insider-Tipps einer Gastgeberin aus der Sterzinger Altstadt | versteckte Gassen, Handwerk und die besten Adressen für Südtiroler Küche | persönlich ausgewählt vor Ort | für Kultur- und Genussreisende | Südtirol | Italien
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Veronika Stötter und Daniel Planer haben sich mit dem Boutique Hotel Haus am Turm mitten in die Sterzinger Altstadt gestellt - buchstäblich, denn das Haus liegt direkt neben dem Zwölferturm, dem gotischen Wahrzeichen der Stadt. Zwölf Zimmer, kein Standardgrundriss, dafür historische Substanz und eine klare gestalterische Handschrift: Das Haus am Turm ist kein Hotel das so auch in München oder Frankfurt stehen könnte.
Wer lieber auf eigene Faust kocht und kommt und geht wie es ihm passt, findet in den IDA Historic Town Apartments - ebenfalls im Herzen der Altstadt - den passenden Rahmen dafür. Beide Häuser teilen sich dasselbe Fundament: das Vinzenz im Erdgeschoss, Veronikas und Daniels eigenes Restaurant mit zwei Hauben und einer Weinkarte mit über 800 Etiketten.
Veronika kennt Sterzing nicht als Gastgeberin die sich eingearbeitet hat, sondern als Einheimische. Die Stadt ist ihr Alltag. Wer sie fragt was man wirklich tun soll - abseits der Reiseführerklassiker - bekommt eine Liste die man sich merken will. Diese Tipps sind genau das.
Mein Name ist Veronika Stötter und heute nehme Sie mit zu meinen Sterzing-Geheimtipps. Zusammen mit meinem Partner Daniel Planer leite ich das Boutiquehotel Haus am Turm und die IDA Historic Apartments mit dem Restaurant Vinzenz – zum feinen Wein in der Sterzinger Altstadt.
Gastfreundschaft und gute Küche sind unsere Leidenschaft, begeistern uns aber nicht nur beruflich – wir lassen uns kaum eine Gelegenheit für Genussmomente entgehen. Mit unseren Oldtimern tingeln wir durch Südtirol, entdecken wandernd die schönsten Ecken, treffen Freunde und besuchen meine Familie, die auch noch die eine oder andere Überraschung bereithält.
Es sind einige klassische Must-Sees dabei und auch einige meiner Lieblingsunternehmungen, die in keinem Reiseführer stehen. Von der Altstadt Sterzings führe ich Sie in die Täler und auf die Berge der Region und gemeinsam probieren wir einige der besten kulinarischen Adressen.







Unsere Genusstour durch Südtirol startet in der Altstadt von Sterzing, wo ich zu Hause bin, lebe und arbeite. Hier spielt sich mein Alltag ab und ich liebe die Atmosphäre in der 7.000-Einwohner-Stadt im Südtiroler Wipptal, die von Tradition und Geschichte geprägt ist.
Die Lebensqualität ist hoch, die Laune gut, es gibt keine Ketten und Franchises. Bei uns in Sterzing wurden die kleinen Boutiquen und Handwerker noch nicht von den globalen Riesen verdrängt. Jeder Laden ist eine kleine Welt für sich, man tauscht ein paar Worte miteinander aus, man kennt sich. Dementsprechend entspannend und gleichzeitig stimulierend ist es auch, hier einzukaufen. Darüber schaut der Zwölferturm, unser Wahrzeichen, schon seit gut 550 Jahren dem regen Treiben zu.
Und das empfehle ich auch den Besucherinnen und Besuchern, die Sterzing erleben möchten: Einfach innehalten, an den Tisch einer Bar setzen, einen Cappuccino oder ein gutes Glas Wein genießen und zuschauen, wie die Stadt an einem vorbeigeht. Auch, nachdem ich schon mein ganzes Leben lang hier wohne, wird mir diese entspannende Aktivität nie langweilig.

Das Pfitschtal ist unser Lieblingsort für unbeschwerte Tagesausflüge im Sommer. Zuerst geht die Wanderung zu den Wasserfällen in St. Jakob und dann zum Pfitscherjoch, das liegt links in der letzten Kehre, dort ist der nächste Parkplatz.
Versteckt und weitgehend unbekannt wartet da eine Wasserlandschaft mit mehr als 15 Bächlein, deren frisches Gletscherwasser fröhlich über die Steine springt. Zum Naturkneippen und als Abkühlung im Hochsommer gibt es keinen besseren Ort.
Hier oben, auf über 2.000 Metern, ist ein idealer Platz für ein Picknick und auch Kinder können stundenlang Spaß haben: Sie sind den ganzen Tag mit Wasser, Steinen, Dämmen und Rinnsalen beschäftigt. Badehose nicht vergessen!

Der Klettersteig Ölberg ist neu und noch wenig bekannt, deshalb muss er unbedingt in eine Geheimtipps-Sammlung zur Gegend rund um Sterzing.
Die Route gibt es erst seit 2022, sie dauert insgesamt knapp drei Stunden und hat einen mittleren Schwierigkeitsgrad. Ein Abstecher hierher ist für Aktive auch ideal in Verbindung mit einem Tag im Pfitschtal.

Für die ganze Familie bietet sich die gemütliche Wanderung entlang des Themenwegs in Trens an. Der Bienenweg hat zahlreiche Informationstafeln und Stationen rund um Imkerei, Bienen und Honig, ist etwa zwei Kilometer lang und dauert 45 Minuten.


Damit ist aber nur die reine Wanderzeit gemeint, denn das wahre Highlight stellen die Einkehrmöglichkeiten dar. Zum nachmittäglichen Kaffee und Kuchen bin ich am liebsten in der Moidls Lokäischn. Ein familiäres Ambiente mit sehr großem Augenmerk auf Qualität und Authentizität.
Für die klassische Südtiroler Gasthausküche wähle ich das Gasthaus Post. Da finde ich einerseits Tradition, andererseits auch eine kleine Prise Innovation, beispielsweise mit vegetarischen Schwerpunkten, die sonst in solchen Gasthäusern nicht selbstverständlich sind.

Rösterei, Brennerei, Brauerei und Käserei: Das Mount Becher Genusshaus im Ridnauntal ist Produktionsstätte und Verkostungsort, alles in einem. Hierher kommen wir liebend gerne mit dem Oldtimer und lassen uns so richtig verwöhnen. Exzellentes Bier, leckerer Käse, erlesene Destillate und eine Kaffeerösterei, die mich zum Schwärmen bringt. Dieser Ort kann einfach alles!
Schön ist, dass es im Genusshaus auch einiges zu kaufen gibt. So ist der Besuch hier ein Erlebnis für den Moment, aber auch zum Mitnehmen.

Dazu kombinieren wir am liebsten eine kurze Wanderung zum Kirchlein St. Magdalena, für einen wunderbaren Ausblick ins Tal. Von Anfang Mai bis Anfang November finden in der Kirche zweimal wöchentlich kostenlose Führungen statt.
Die Wipptaler Kräutergärten im Pflerschtal liefern die Kräuter für die hauseigene Kosmetiklinie des Haus am Turm. Inhaber Bernhard Auckenthaler kenne ich schon lange und das zu den Kräutergärten gehörende Kräuterlädele in der Alten Apotheke in Sterzing liegt in der Nähe des Zwölferturms, gleich gegenüber vom Haus am Turm.
Der Besuch in den Wipptaler Kräutergärten lohnt für alle, die sich für Kräuter, Natur und nachhaltige Produktion interessieren. Im Sommer finden geführte Hof- und Gartenbesichtigungen mit anschließender Verkostung statt.
Und von Juni bis September werden geführte Kräuterwanderungen organisiert, bei denen man nicht nur Wälder und Bergwiesen mit allen Sinnen erleben, sondern auch viel über die Pflanzenwelt erfahren kann.


Die Gondelbahn verbindet den Rosskopf direkt mit dem Stadtzentrum von Sterzing – so geht es ganz autofrei von der Altstadt auf den Berg. Einmal wöchentlich gibt es von Mitte Juli bis September eine organisierte Sonnenaufgangswanderung mit Live-Musik und Bergfrühstück.
Los geht es sehr früh, erfahrene Wanderbegleiter führen die Gruppe von der Bergstation hinauf zum Gipfelkreuz am Köpfl, danach wartet das herzhafte Frühstück an der Wunschglocke. Da muss man mindestens einmal im Leben dabei gewesen sein.

Abends ist das Dinner während der Gondelfahrt ein besonderes Erlebnis. In der Talstation in Sterzing startet das Event mit einem Aperitif, bevor die Gondel auf schwindelerregende Höhen steigt und ein mehrgängiges Abendessen direkt in der Gondel serviert wird.
Dazu gibt es Weinbegleitung und einen Ausblick, den so kein klassisches Restaurant bieten kann. Danach klingt der Abend mit Dessert, Musik und Getränken im Biwak Restaurant der Talstation aus. Beide Erlebnisse unbedingt im Voraus buchen!

Peter liefert jeden Donnerstag frisches Brot von der Panerie direkt ins Vinzenz. Aber auch die Gäste der IDA-Apartments profitieren als Selbstversorger von den duftenden Backwaren, die aus biologischen Zutaten hergestellt und rundum nachhaltig produziert sind.
Die Bäckerei hat limitierte Öffnungszeiten: Am besten im Voraus nachschauen und sich seine Lieblingsbackwaren für die Woche sichern. Dieses Brot vermisse ich, wenn ich woanders bin – es schmeckt für mich nach Heimat.

Natürlich darf unser Vinzenz nicht fehlen, wenn von den Geheimtipps in Sterzing die Rede ist. Das Vinzenz ist Daniels und mein eigenes Restaurant im Erdgeschoss des Haus am Turm. Regionale und nachhaltige Zutaten zeichnen die Küche aus, die bereits mit zwei Hauben ausgezeichnet wurde.
Und, wie der Name schon sagt, stehen im „Vinzenz – zum Feinen Wein“ auch die feinen Weine im Mittelpunkt. Über 800 Etiketten stehen auf unserer Weinkarte, viele der Winzer aus Südtirol und dem Trentino kennen wir persönlich. Riesig gefreut hat uns der Weinkulturpreis, den wir 2022 verliehen bekommen haben.
Das Vinzenz ist ein Wohlfühlort, sowohl für Einheimische als auch für unsere Übernachtungsgäste von außerhalb.

Das Bodypainting Festival Anfang Juli wurde von Johannes Stötter, meinem Cousin, ins Leben gerufen. Er ist mehrfacher Bodypainting-Weltmeister.
Bei diesem Event wird die Altstadt zum Schauplatz einer ganz anderen Art von Kunst. Im Jahr 2026 steht die Kategorie Camouflage Bodypainting im Mittelpunkt, bei der die menschlichen Leinwände mit dem Hintergrund verschmelzen. In der Stadt, die zur Freiluftgalerie wird, können sich Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt inspirieren lassen. Zahlreiche Side-Events, Treffen und Workshops fördern den kreativen Austausch.


In den Alpen gibt es ein rotes Meer. Damit meine ich die Blüte der Alpenrosen von Mitte Juni bis Mitte Juli. Im Juni blühen die Sträucher so dicht, dass die Hänge sich vollständig in Rot tauchen.Dazwischen lümmeln Kühe und Esel – ein wahres Bild der Idylle.
Erreichbar ist das Penser Joch auf 2.211 Metern Seehöhe von Sterzing aus mit dem E-Bike oder, für die Bequemen, mit dem Auto.

Daniel und ich gönnen uns den Ausflug jedes Jahr mindestens einmal, am allerliebsten mit dem Oldtimer-Cabrio. Bei dieser Gelegenheit darf ein Abstecher zu Gregor Wenter ins Bad Schörgau nicht fehlen, den ich auch den Leserinnen und Lesern empfehle. Sein modern-traditionelles Genusskonzept der Alpenkulinarik, „Alpessenz“ genannt, hat es uns angetan.



Wenn ich mir erlauben darf, noch einen letzten Insider-Tipp auszusprechen, als Bonus sozusagen, dann rate ich dazu, mindestens einen planlosen Tag in Sterzing einzuplanen.
Sich treiben lassen, die Stadt und ihr echtes Leben kennenlernen, spontan einem Spazierpfad folgen, in einem Lokal einkehren: Es ist der Rhythmus der Alpen, den man ganz natürlich mitnimmt, wenn man es nur zulässt.


Lydia Stöflmayr
Texterin & Autorin
Lydia ist freie Texterin, Autorin und Dolmetscherin. Sie liebt es, neue Sprachen, Kulturen und Mentalitäten kennenzulernen. Dabei spielt Sprache eine wesentliche Rolle und eben vor allem die richtigen Worte zu finden. Diese Aufgabe hat sie zu ihrer Profession gemacht.
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