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Schweiz überraschend schweizerisch: Das Bündnerland

Geheimtipps Schweiz Graubünden

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Hohe Berge, jede Menge Käse und ein Dialekt, der Gemütlichkeit ausstrahlt – die Schweiz. Eine Urlaubskulisse, ideal für Wintersport und Wanderungen. Ansonsten, eben die Schweiz. Ein neutraler Boden, ein Versprechen, dass nach „ihr macht Eures und wir das Unsere“ klingt. In einer größer gedachten Welt ein großer Anspruch und macht es etwas mit meiner Wahrnehmung des kleinen Einzelgänger-Landes.

Dass die Schweiz vielleicht viel mehr zu bieten hat als Berge und Käse, lassen mich in den letzten Jahren ein paar junge Gesichter vermuten, die über das Panorama geklettert kamen, um zu bleiben. Sophie Hunger, Faber oder Hazel Brugger – großartige Künstler*innen, wie ich finde. Das macht mich neugierig und lädt dazu ein, der Schweiz einen Besuch abzustatten. Denn die Schweiz hat viel mehr zu bieten als Berge und Käse, aber – und das ist die eigentliche Überraschung – die Schweiz schafft es trotz ihrer Klischees genau mit jenen zu verblüffen.

Unsere Reise führt uns diesmal nach Graubünden, dem größten Kanton der Schweiz. Er umfasst Skigebiete wie Davos oder Flims Laax, deren Pisten jede*r (gutbetuchte) Wintersportler*in im Schlaf runtersausen kann. In Graubünden liegt aber auch der schweizerische Nationalpark mit einer beeindruckenden landschaftlichen Vielfalt, die erblüht und jedes alpine Herz zum über-die-Gipfel-hinaus schlagen lässt.

Die Kulisse – im Sommer wie im Winter – ist egal, in welche Himmelsrichtung der Blick schweift, ein Abziehbild einer Bergpanorama Postkarte. Zwischen den über 900 schneebedeckten Gipfeln liegen sanfte Hügel, die Sonne glitzert in einem der unwirklich blauen Seen (es gibt über 1000!). Und hier und da ein kleines Dorf, dessen Häuser wie bei einer Modelleisenbahn zwischen Tannen ins Tal platziert sind, spitze Kirchturmdächer inklusive. Es kann auch sein, dass in dieses Bild plötzlich ein Steinbock springt, wie um seiner Rolle als Graubündner Wappentier genüge zu tun.

Vor diesem Idyll kann man nur kapitulieren und ich ziehe meinen nicht vorhandenen Hut, während ein Hirte das mit seiner existierenden Kopfbedeckung tut. Er gehört zu jenen Menschen, die einen Pakt geschlossen zu haben scheinen, jenes Idyll um jeden Preis (oder eben mit Verzicht auf lukrative Touristenströme) zu bewahren. Viele der paradiesischen Orte in Graubünden sind seit Jahrhunderten nur über dieselben schmalen Pfade zu Fuß zu erreichen. Die beste regionale Kost findet sich oft auf Hütten, die ihren Gästen wenigstens ein paar Meter Aufstieg abverlangen. Genauso wie die nächtliche Unterkunft.

Wer aber den Aufstieg wagt, wird spätestens am nächsten Morgen belohnt. Denn die Nase im frischen Morgenwind, mit dem Blick auf eine abfallende Weide, während ein Bach nebenan plätschert und in der Ferne kleine Glocken von Schafen oder Ziegen klingen, wird einen unweigerlich das Bedürfnis packen, barfuß in das Gras zu hüpfen. Sich in die blühende Wiese fallen zu lassen und mit Halmen zwischen den Fingern in den Himmel zu gucken. Nicht umsonst wurde die Erzählung von Heidi genau in diesen Schweizer Kanton platziert.

Aber auch der Winter im Bündnerland weiß zu bezaubern. Zum einen als Abenteuerpark für alle Schneesportler*innen. Aber genauso mit der Stille, die sich mit der meterdicken, weißen Decke über die Berge legt. Sie ist keineswegs gespenstisch. Stattdessen packt sie unruhige Gedanken oder Gefühle in Watte. Wer nun innehält und selbst die eigenen knirschenden Schritte verstummen, wird ein leises Flüstern wahrnehmen, das davon erzählt, wie es einst war und immer sein könnte. Wenn die Menschen nur lernten, diese Ruhe mit in ihre Herzen und in ihre Heimat zu nehmen.

Graubünden hat alles zu bieten, was man von der Schweiz erwartet. Aber mit welcher Eindrücklichkeit sich diese Erwartungen ins Herz setzen, ist überraschend. Ich bin mir sicher, die Schweiz kann viel mehr als das. Und das kann sie schon verblüffend gut.

Das Paradies vor der Tür

Die Schweiz gilt nicht umsonst als Mekka für Wintersportler*innen oder für Wanderungen. Die unglaubliche Auswahl an Pisten, Aktivitäten oder Routen jeden Schwierigkeitsgrades und nach jedem Geschmack macht es hinfällig, konkrete Empfehlungen auszusprechen. Je nachdem wo Sie nächtigen, bietet es sich an, sich nah der Haustür umzuschauen – und das ist erfolgversprechend.

So viel kann man jedoch verraten: Trubelig und mit buntem Aprés Ski Sausen geht es in Davos, Klosters oder Arosa zu. Gemütlich ist es eher auf den Pisten um Valis, Tenna oder Grüsch.

Unser Charmingplace Heimeli im Bündner Land hat einige Aktivitäten zusammengefasst, die direkt vor Ort unter freiem Himmel unternommen werden können.

Eine längere Wanderung (ca. fünf Stunden) von der Haustür weg können sie zum Beispiel nach Langwies unternehmen, von wo aus Sie mit der Rhätische Bahn nach Arosa fahren und über die Walsersiedlung Medergen zurück zum Heimeli wandern.

Ebenfalls schön, aber eine Autofahrt entfernt, ist der Panoramaweg Parsenn vom Gotschnagrat über die Parsennhütte bis zur Station Höhenweg oberhalb von Davos. Eine entspannte, aussichtsreiche Strecke, die auch ideal für Familien ist.

Von See zu See

Wie bereits erwähnt, hat der Kanton eine große Anzahl an Seen. Und zwar Seen, die sich sehen lassen können. Am schönsten sind jene, die wie zufällig hinter einer Wegbiegung oder auf einer Lichtung auftauchen. Jedoch lassen sich einige dieser beinah unecht wirkenden Gewässer prima erwandern – manchmal sogar mehrere auf einer Strecke. Bekannt ist die 3-Seen-Wanderung.

Ebenso empfehlenswert ist aber die Wanderung zum Tomasee, bei dem auch der Rhein (ja, der Rhein!) entspringt. Oder zum Caumasee, der wegen Lage (mitten im Wald) und Farbe (türkisblau) zu meinen persönlichen Lieblingen gehört. Wer möchte, kann von da aus auch noch einen Abstecher zum Crestasee machen.

Ein anderer magischer Ort, der eine Wanderung lohnt: Der Lai dalla Stria, auch Hexensee genannt, zu dem man nur findet, wenn man den Weg „quer-berg-ein“ wagt – aber es lohnt sich.

Zauberhafte Bergdörfer der Schweiz entdecken

Wer abseits einsamer Gipfel und verwunschener Seen ein bisschen Schweiz in der Zivilisation erleben will, ohne aber auf das Idyll zu verzichten, wird in zahlreichen Bergdörfern fündig. Auch hier gilt: Die zufällig entdeckten sind die, die sich im Herz dauerhaft einnisten. Einige besondere Exemplare, echte Geheimtipps, haben wir jedoch im Unterengadin gefunden. Das Engadin zählt zu den höchstgelegenen, bewohnten Tälern Europas und  während der obere Teil Orte wie St. Moritz beheimatet, erfreuen sich die Dörfer im unteren Teil ihrer Unbekanntheit.

Da wäre zum Beispiel Ftan, ein Dorf, das durch seine Lage bezaubert und um das es sich toll wandern lässt oder Susch mit seinem Kunstmuseum. Das autofreie Tschlin mit gerade mal 150 Einwohner*innen und kleinen Gassen oder Sent, das eine spannende Geschichte und damit verbundene ungewohnte Architektur freigibt.

Außerdem darf natürlich ein Besuch in Chur nicht fehlen. Die älteste Stadt der Schweiz, zugleich Haupt- und größte Stadt des Kantons lädt mit einer zauberhaften Altstadt Gäste ein, städtisches Leben mit alpinem Flair zu genießen. Geschichte, Kulinarik, Kultur – hier können Sie sich einfach treiben lassen.

Kulinarik auf dem Gipfel

Natürlich darf ich hier nicht die besondere Küche unseres romantischen Berghotels Heimeli unerwähnt lassen: Gourmetspeisen im alpinen Ambiente, heimische Köstlichkeiten mit dem besonderen Extra in einer ganz besonders gemütlichen Atmosphäre.

Auch ansonsten finde ich, dass die erwanderten Gaststuben stets die befriedigendste Küche vorzuweisen haben. Ob das nun am Wandern oder an der Küche liegt – sei’s drum. Hier ein paar Tipps für weitere kulinarische Ziele.

Ziemlich unterhaltsam, wenn auch sicherlich keine Geheimtipp, klingt diese Sammlung an Fondue Restaurants.

Bären in freier Wildbahn

.. also beinahe. 2018 hat die Tierschutzorganisation Vier Pfoten das Bärenschutzzentrum bei Arosa eröffnet. In diesem können Gäste auf einer Aussichtsplattform nun nicht nur das Panorama bestaunen, sondern auch echte Braunbären in ihrem natürlichen Habitat beobachten.

Schlittschuh-Spazierfahrt durch den Wald

In Albula nahe Bergün, befindet sich eine besondere Attraktion für alle Eislauf-Fans. Eine Art Spazierweg – nur vereist – führt durch einen Winterwald. Darauf Menschen, die die Strecke entlang gleiten statt laufen. Ein großes Vergnügen, das leider nur möglich ist, wenn es kalt genug wird oder nicht wegen Corona wie im Winter 2021/22 ganz ausfällt. Ein Geheimtipp, den ich Ihnen für kommende Saisons nicht vorenthalten möchte.

Hotpot – die Whirlpools der Berge

Nach einem Ski-Tag in den dampfenden Trog steigen und der Sonne beim hinter der Bergkette versinken zugucken. Hört sich gut an? Im Kanton Graubünden vielerorts möglich. Eine kleine Übersicht zu den schönsten Hotpot-Locations gibt es hier. Im Sommer bietet unser Charmingplace Heimeli ebenfalls Hotpots für seine Gäste an.

Berühmte Bahnfahrt der Schweiz

Eine kleine Berühmtheit, aber zurecht: Die Bahnstrecke zwischen Chur und Tirano (Italien), gehört streckenweise zum UNESCO Kulturerbe. Sie schlängelt sich durch eine bezaubernde Berglandschaft und führt über ein altes Viadukt, für dessen Bild die Bahnstrecke besonders bekannt ist. Die Fahrzeit für eine Strecke insgesamt beträgt ca. vier Stunden. Fahrgäste können aber auch unterwegs aus- und wieder zusteigen.

Heidi auf den Spuren

Zugegeben so ganz sicher ist sowas ja nie, aber in Maienfeld, einem Bündner Dorf, kann man auf den Spuren der berühmten Romanheldin wandeln. Eine Wanderung entfernt, auf dem Ochsenberg, liegt die Alp, die der Geschichte als Vorlage gedient haben soll. Mehr über die verschiedenen Angebote rund um Heidi erfahren Sie hier.

Foto-Hinweis: Der Großteil der Fotos auf dieser Seite stammt aus der Bilddatenbank von „Graubünden Ferien“.

Lea Biermann

Lea Biermann

Redaktion

Seit vielen Jahren schreibt Lea für Redaktionen & Unternehmen.
Bei Glücksmomente Charmingplaces erzählt Lea am liebsten über Menschen und ihre Leidenschaft, sowie Bücher oder Filme, die direkt ins Herz gehen.

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