Tajarin al Tartufo: Eiernudeln mit weißem Trüffel aus dem Piemont
Herbstrezept zur Trüffelsaison | fleischlos | für 4 Personen | ca. 45 Minuten | Teig 2 Stunden kühlen | mittelschwer | Piemont | Italien
Fotos in unserem Rezept "Tajarin al Tartufo": Angelika Schwaff, Beitrag zuletzt aktualisiert im September 2026.
Wenn der Hochsommer mit seinem lauten Strandgetöse abgezogen ist und sich der Frühherbst über die Weinberge in Italien legt, beginnt für mich die beste Zeit. Das Licht am späten Nachmittag wird weich und tiefgelb, eine fast melancholische Stille zieht durch die Gassen, und die Luft riecht morgens bereits nach feuchter Erde und Nebel. Es ist die Zeit, in der man die dicken Pullover aus dem Schrank holt und sich nach Mahlzeiten sehnt, die einen von innen wärmen. Da darf es von allem gern ein bisschen mehr sein.
Wer in diesen Wochen über die Märkte im Piemont schlendert, kommt an einem Aroma nicht vorbei, denn jetzt ist Trüffelsaison. Der weiße Trüffel ist natürlich das kulinarische Herzstück dieses italienischen Herbstes, aber auch den schwarzen Sommertrüffel findet man jetzt noch. Er ist natürlich nicht so elegant wie sein weißer Verwandter, aber immerhin deutlich erschwinglicher. Das Schöne an beiden: Sie brauchen kein großes Tamtam, keine komplizierten Soßen und keine stundenlangen Küchenaktionen. Ihre Eleganz liegt in der absoluten Reduktion.
Mein absolutes Lieblingsgericht für diese Tage sind Tajarin al Tartufo, hauchdünne Pasta mit Trüffel. Diese piemontesischen Eiernudeln sind so zart, dass sie in kochendem Wasser kaum zwei Minuten brauchen. Sie werden schlicht in aufgeschäumter Butter und frisch geriebenem Parmigiano Reggiano geschwenkt, bis eine glänzende, cremige Emulsion entsteht. Und dann kommt der große Auftritt am Tisch. Der frische Trüffel wird in hauchfeinen Lamellen direkt über den dampfenden Teller gehobelt.
Und ja, selbstverständlich muss niemand diese Pasta selber machen. Sie gibt es in wenigen ausgewählten Feinkostläden, im Internet oder zur Not nimmt man Linguine. Wer sich selbst die Mühe macht, wird aber doppelt belohnt. Ein einziger Bissen schickt mich sofort auf eine sonnenbeschienene Terrasse zwischen den Hügeln im Piemont. Mehr Herbst auf dem Teller geht nicht.



Rezept Tajarin al Tartufo
Für 4 Personen / mittelschwer / Zubereitungszeit ca. 45 Minuten (zzgl. 2 Std. Kühlzeit)
500 g Weizenmehl (Type 00)
50 g Hartweizengrieß (Semola)
15 Eigelb
25 ml Wasser
Salz
Wer sich nicht die Arbeit machen will, bestellt entweder
Tajarin-Pasta online oder ersetzt sie zur Not mit Linguine.
100 g Butter
50 g Parmigiano Reggiano DOP
16 g weißer Albatrüffel (ca. 4 g pro Person)
Parmigiano Reggiano zum Servieren
schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen (optional)
Schritt 1: Das Weizenmehl und den Hartweizengrieß auf eine hölzerne Arbeitsfläche geben und in der Mitte eine Mulde formen. Die Eigelbe, 25 ml Wasser und eine Prise Salz in die Mulde geben und alles von innen nach außen von Hand kräftig zu einem glatten, homogenen Teig verkneten.
Schritt 2: Den Teig fest in Frischhaltefolie wickeln und für 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Den Teig ca. 30 Minuten vor der Weiterverarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen.
Schritt 3: Mit einem Nudelholz oder besser mit einer Nudelmaschine den Teig hauchdünn ausrollen und anschließend in sehr feine Streifen schneiden.
Schritt 4: Einen großen Topf mit reichlich Wasser zum Kochen bringen und leicht salzen.
Schritt 5: In der Zwischenzeit die Butter in einer breiten Pfanne bei niedriger Hitze schmelzen lassen und einen kleinen Schuss des heißen Nudelwassers einrühren, um eine Emulsion zu bilden. Den Parmigiano Reggiano fein reiben.
Schritt 6: Den Trüffel vorsichtig trocken abbürsten.
Schritt 7: Die frischen Tajarin in das kochende Wasser geben und nur ca. 1 bis 2 Minuten kurz garen. Gekaufte Pasta nach Packungsanleitung garen.
Schritt 8: Die Pasta mit einer Schaumkelle direkt in die Pfanne zur geschmolzenen Butter heben und zusammen mit dem geriebenen Parmigiano Reggiano und bei Bedarf etwas weiterem Kochwasser schwenken, bis eine cremige Bindung entsteht.
Schritt 9: Die Tajarin auf vier vorgeheizte Teller verteilen und den frischen weißen Trüffel mit einem Trüffelhobel direkt am Tisch großzügig in feinen Lamellen darüber hobeln.
Schritt 10: Mit extra Parmesan und, wer mag, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer servieren.
Dazu passt:
Als Antipasto vor den Tajarin passt unser Vitello Tonnato aus dem Piemont.
Weitere Häuser, Genusstipps und Reiseideen finden Sie auf unserer Seite zum Urlaub im Piemont

Angelika Schwaff
Food Kolumnistin & Reisebloggerin – Autorin
Angelika hat ihre Berufung gefunden und nimmt ihre Leser mit auf kulinarische Reisen. Unter anderem auch die Leser von ZEIT ONLINE. Sie hat Journalistik studiert, als Dokumentarfilmerin gearbeitet und war bis 2012 Pressesprecherin von Germanwings. Noch immer nimmt sie für gutes Essen jeden Weg in Kauf.
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