Das Pastawunder: Maccheroncini al fumé
Sommer in Italien, das ist oft das verlässliche, aber von uns allen auch heiß geliebte Klischee. Die großen Sandstrände der Adria, die Postkartenmotive der Toskana, Bummel durch alte Gassen. Das halte ich natürlich für völlig legitim, schließlich funktionieren diese Sehnsuchtsorte für uns alle seit Jahrzehnten perfekt.
Doch die eigentliche Magie des Landes zeigt sich oft dort, wo der Massentourismus eine Pause einlegt, zum Beispiel in der schönen Region Marken. Eingebettet zwischen Apennin und Meer wirkt die Region wie ein unaufgeregtes Schutzgebiet für das echte, leise Bella Italia. Wer durch die Hügel abseits der Zentren fährt, findet eine fast meditative Ruhe und eine Handvoll tiefenentspannter Boutique-Hotels, die genau von dieser raren Exklusivität des Unbekannten leben.
Diese charmante Verweigerung des Rampenlichts teilt die Region mit ihrer kulinarischen Identität. Während die Welt kollektiv (und total zu Recht) die Klassiker Roms oder Bolognas feiert, hütet man im Hinterland der Marken das Rezept für ein fabelhaftes Pastawunder, das außerhalb Italiens kaum jemand auf dem Schirm hat: Maccheroncini al fumé.
Das Gericht ist eine wunderbare Antithese zur vermeintlich leichten Sommerküche, bricht aber genau dadurch die Hitze des Tages. Knuspriger Pancetta, fruchtige Pelati, ein Schuss Sahne und die rauchige Wucht von Scamorza und Pecorino affumicato verbinden sich zu einer extrem sämigen Soße, die beim Schwenken in der Pfanne die typischen Fäden zieht. Che bello! Für mich am leckersten, wenn ein heißer Tag in der Kühle des Abends ausklingt. Ganz ohne Massen.

Rezept “Maccheroncini al fumé”
Für 2 Personen / einfach / Zubereitungszeit ca. 25 Minuten
Salz
200 g Maccheroncini oder Rigatoni
80 g geräucherter Pancetta
Olivenöl extra
1 Dose geschälte Tomaten (Pelati, ca. 400 g)
1/2 frische rote Chilischote (Peperoncino)
Feines Salz
150 ml flüssige Schlagsahne
80 g geräucherter Scamorza-Käse
30 g geräucherter Pecorino (Pecorino affumicato)
Optional: Basilikum
Schritt 1: Einen großen Topf mit reichlich Wasser für die Nudeln aufsetzen und zum Kochen bringen. Sobald das Wasser kocht, Salz hinzufügen und die Pasta hineingeben. Die Nudeln nach Packungsanleitung al dente kochen.
Schritt 2: In der Zwischenzeit die Soße zuzubereiten: Pancetta mit einem scharfen Messer in dünne Streifen schneiden. Einen kleinen Schuss Olivenöl in eine Pfanne geben, erhitzen und die Speckstreifen darin bei mittlerer Hitze knusprig anbraten, bis das Fett glasig wird. Sobald der Speck knusprig ist, die Pancetta-Stücke herausnehmen und auf ein Stück Küchenpapier legen.
Schritt 3: Die geschälten Tomaten in eine Schüssel geben und mit einer Gabel grob zerdrücken. Die halbe frische rote Chilischote mit dem Messer fein hacken und zusammen mit den zerdrückten Tomaten in die noch heiße Pfanne geben. Alles mit einer kleinen Prise Salz würzen und bei starker Hitze ca. 5 bis 7 Minuten einkochen lassen, bis die Tomaten eindicken.
Schritt 4: In den letzten Minuten der Kochzeit die Sahne in die Tomatensoße gießen, alles gut verrühren und die Hitze reduzieren. Den geräucherten Scamorza-Käse und den geräucherten Pecorino auf einer Küchenreibe fein reiben.
Schritt 5: Die fertig gekochte Pasta durch ein Sieb abgießen und sofort direkt in die Pfanne zur heißen, cremigen Soße geben. Die Pfanne vom Herd nehmen. Den gesamten geriebenen Scamorza, und bis auf ein paar Löffel auch den geräucherten Pecorino und die Hälfte des knusprigen Pancetta, zu den Nudeln in die Pfanne geben. Alles sofort für etwa eine Minute ununterbrochen und kräftig durchrühren und schwenken, bis der Käse vollständig schmilzt, sich mit der Sahne-Tomaten-Soße verbindet und die typischen Fäden zieht.
Schritt 6: Die Maccheroncini al fumé sofort heiß auf Tellern anrichten, mit den restlichen Pancetta-Stücken und Pecorina und, wer mag, mit frischem Basilikum bestreuen und servieren.
Guten Appetit!


Angelika Schwaff
Food Kolumnistin & Reisebloggerin – Autorin
Angelika hat ihre Berufung gefunden und nimmt ihre Leser mit auf kulinarische Reisen. Unter anderem auch die Leser von ZEIT ONLINE. Sie hat Journalistik studiert, als Dokumentarfilmerin gearbeitet und war bis 2012 Pressesprecherin von Germanwings. Noch immer nimmt sie für gutes Essen jeden Weg in Kauf.
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