Johannes Lichtmannegger: traditionell anders

Das Viersterne-Superior-Hotel Rehlegg in Ramsau zeigt, wie Nachhaltigkeit und Mitarbeiterführung richtig gehen. 40.000 Übernachtungen im Jahr in den 86 Zimmern und Suiten des Hauses bestätigen, dass die Familie Lichtmannegger nicht umsonst einen Vorzeigebetrieb führt.
Johannes Lichtmannegger ist ein bodenständiger Innovator. Der Mann im karierten Hemd mit dem sympathischen Lächeln unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von vielen anderen. Doch hinter der traditionellen Fassade verbirgt sich ein Visionär, ein brillanter Redner und ein Kämpfer für Werte wie Menschlichkeit, Tierwohl und Umweltschutz.
Das Hotel Rehlegg gehört der Familie Lichtmannegger schon seit 1917. Johannes ist hier aufgewachsen, als das Rehlegg noch ein Bauernhof mit Gastwirtschaft und wenigen Gästezimmern war. Er hat mit den Tieren im Stall gespielt, ist über duftende Blumenwiesen gelaufen und hat eine romantisch-unbeschwerte Kindheit inmitten einer paradiesischen Landschaft am Hochplateau des Rehlegg erlebt.
Als er dann mit 16 Jahren zur Hotelier-Ausbildung in die Großstadt München kam, erlitt er einen Kulturschock. Heute ist es kaum mehr vorstellbar, einen Jugendlichen so in die Fremde zu schicken, bei Arbeitszeiten von 48 Wochenstunden, Nachtschichten und Überstunden. Für den jungen Johannes alles ganz normal. Er wollte schließlich hinaus in die weite Welt, hatte Großes vor!
Nach einem schweren Schicksalsschlag der Familie, kam Johannes Lichtmannegger doch unerwartet zurück in die Heimat. Noch sehr jung übernahm er das Hotel und war auch der Einzige in der Familie, der das Handwerk gelernt hatte. „Eigentlich sollte ich den Betrieb nur vorübergehend leiten, ich hatte schon Arbeitsverträge in Frankreich und New York in der Tasche. Aus „vorübergehend“ sind jetzt 43 Jahre geworden. Rückblickend ist es schon gut, dass alles so gekommen ist.“
Davon, alles so weiterzumachen wie bisher, wollte er nichts wissen. Es musste umgedacht werden. Erst recht, als er in einem Seminar über die Turbomast der Schweine erfuhr: in 20 Wochen zur 100-Kilo-Sau. „Die Tiere haben noch die Milchzähne, wenn sie geschlachtet werden. Ihr einziges Glück ist, dass sie nur vier Monate in solchen Konditionen leiden müssen.
95 Prozent des Schweinefleischs werden so produziert. Die Tiere sind vollgepumpt mit Antibiotika, sonst würden sie das gar nicht aushalten. Spötter sagen: ‚Iss täglich ein Stück Schweinefleisch und du brauchst nie wieder im Leben ein Antibiotikum.‘ Ich will diese Art des Fleisches nicht essen und ich will auch nicht dafür verantwortlich sein, dass die Tiere so aufwachsen.“
Alternativen mussten her. Vier Jahre dauerte es, bis Johannes Lichtmannegger und sein Cousin, mit dem er den Betrieb führt, vollkommen auf Fleisch aus der Region umgestellt hatten. Heute kommt alles im Hotel von den heimischen Erzeugern – der Kaviar sogar vom Stör aus dem Königssee. Der heißt dann übrigens nicht Beluga, sondern „Rehluga“.
Und mit niemandem gibt es einen Liefervertrag – ein Handschlag reicht. Obwohl die Betriebe zertifiziert sind, kommt Johannes Lichtmannegger selbst immer wieder auf den Bauernhöfen vorbei. Es sind Freundschaftsbesuche, aber auch Gelegenheiten, um sich zu vergewissern, dass es den Tieren wirklich gut geht. Nur einmal in den letzten 14 Jahren musste er die Zusammenarbeit mit einem Bauern abbrechen.
30 Prozent der Gäste im Hotel Rehlegg sind Vegetarier und Veganer. Die finden hier ein wahres Schlaraffenland. Johannes Lichtmannegger ist selbst bekennender Fleischesser, wird aber bei den vegetarischen Köstlichkeiten aus der eigenen Küche schwach. Manchmal ist es auch andersrum, wenn eingeschworene Vegetarier doch einmal vom Demeter-Schwein oder dem regionalen Wild und Bio-Geflügel kosten, weil sie solche Produkte mit ihren Werten vereinbaren können.
Geputzt wird im Rehlegg mit effektiven Mikroorganismen. Da nimmt Johannes Lichtmannegger schon mal einen Schluck Putzmittel beim Mitarbeiter-Meeting in der Bauernstube, um allen zu zeigen, dass in den unkonventionellen Reinigern nur harmlose Milchsäure-, Hefen- und Photosynthesebakterien drin sind.
„Wer uns des Greenwashings bezeichnet, erzählt Bockmist!“, fügt Johannes Lichtmannegger hinzu. „Wir sind von Green Sign geprüft, wo wir mit dem höchsten Level 5 zertifiziert sind. Die kommen jedes Jahr zwei ganze Tag ins Hotel und schauen sich alles genau an.“
Einmal pro Woche liefert das Viersterne-Superior-Hotel kostenlos das gesunde, regionale Frühstück für die 75 Kinder im Kindergarten der Gemeinde („Man muss bei den Kleinsten anfangen!“). Aber nicht nur die Kindergartenkinder haben das Privileg, die Leckereien aus dem Hotel zu kosten. Überschüsse werden an Foodsharing gespendet, dafür hat das Rehlegg sogar einen eigenen Kühlcontainer finanziert.
Bei den Bedürftigen landen auch die begehrten Reste der Hotelseifen, die in einer Behindertenwerkstatt aufbereitet werden. In den Zimmern des Hotel Rehlegg gibt es nämlich keine Einwegpflegeprodukte, sondern nur Bio-Schafmilchseifen. Die Gäste können sich dazubestellen, was sie sonst noch möchten.
„Die Naturkosmetik wird von unserer Kräuterfee im eigenen Labor herstellt. Die Cremes und Mittel werden auch im Spa angewendet und die Leute kaufen die Produkte gerne im Lädchen an der Rezeption.“
Nicht immer war alles eitel Sonnenschein. Es gab auch schwierige Momente von Überschuldung und Sieben-Tage-Wochen. Doch Nachhaltigkeit zahlt sich wirtschaftlich aus. “Je nachhaltiger und je umweltfreundlicher wir gearbeitet haben, desto mehr Erfolg hatten wir.“ Johannes Lichtmannegger investiert einerseits in Technologie, wie bei der eigenen Produktion des Öko-Stroms, mit dem er trotz zahlreicher bürokratischer Hürden nahezu 100% des Strombedarfs des Hotels decken kann.
Andererseits sind es immer die Menschen, die zählen. Die Bauern, von denen die besten Produkte der Region kommen, werden durch faire Preise direkt gefördert. Wie Landschaftsgärtner sorgen sie dafür, dass die traumhaften Panoramen vor den Fenstern des Hotels bestehen bleiben.
„Es ist der Ast, auf dem wir sitzen. Die Kulturlandschaft und die Almen würden ohne diese Landwirte nicht so aussehen. Jedes Jahr laden wir alle Zulieferer zu einem Fest ein, um uns zu bedanken. Musik, Buffet und natürlich Freibier. Auch die Landwirtschafts- und Tourismusministerin Michaela Kaniber kommt gerne vorbei.“
Erfolgsgeheimnis sind aber auch die etwa 100 Mitarbeiter des Hotel Rehlegg. „Die Mannschaft ist das, was dieses Haus ausmacht. Das spiegelt sich auch in den Bewertungen der Gäste wider. Und im Gegensatz zu anderen Hotels haben wir mehr Spontanbewerbungen als wir einstellen können.“
Das ist vor allem Tochter Steffi zu verdanken. Stephanie Lichtmannegger hat beispielsweise eine Schlaftherapeutin für die Mitarbeiter ins Haus geholt – schließlich sind Top-Leistung und gute Laune von gutem Schlaf abhängig.
Eine eigene Krankenversicherung und als Arbeitszeit bezahlte Deutschkurse für die Mitarbeiter aus 13 unterschiedlichen Ländern gehören ebenso zu den Benefits, wie die kostenlose Nutzung der 14 hoteleigenen E-Autos, die klimaneutral mit dem Solarstrom des Hotels geladen werden. Eines der „Rehmobile“ ist für die Gäste reserviert. Selbst zur Corona-Zeit wurde niemand entlassen. „In dieser Zeit haben wir zwei Millionen Euro ins Hotel investiert.“
Nachhaltig genießen ist eine Devise, die laut Johannes Lichtmannegger für alle gilt. „Wir bieten unseren Gästen nichts an, was wir nicht selbst essen. Und das gleiche gilt für unser kostenloses Mitarbeiter-Buffet: Da wird nur gereicht, was wir auch den Gästen servieren. Vernünftige, regionale, saisonale Verpflegung.“
Jetzt steht im Hotel Rehlegg die Übergabe an die beiden Töchter an. Johannes Lichtmannegger ist überzeugt, dass die junge Generation in einem Alter die Führung übernehmen muss, in dem sie dazu die meiste Kraft und Motivation hat.
Tochter Steffi ist schon lange vorne dabei und weiß gut mit den jungen Mitarbeitern und Auszubildenden umzugehen. Optimierung der Buchungssysteme, Einbindung von KI und Social Media sind die Aufgabenbereiche von Tochter Kathi. „Die Mädels organisieren schon jetzt hervorragend die Dinge, mit denen ich mich nicht auskenne.“
Vielleicht findet Johannes Lichtmannegger nach der Übergabe dann auch mehr Zeit, um selbst in den Urlaub zu fahren und zu „rehlaxen“. Immer dahin, wo das Essen gut ist und die Menschen freundlich – gerne nach Italien oder auch nach Frankreich. Selbst dort kann er als Vollblut-Hotelier nicht aus seiner Haut und schaut sich bei den Kollegen im Ausland immer etwas ab, was die besser machen. Ein Spitzen-Hotelier mit einer ordentlichen Prise Bescheidenheit.
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