Geheimtipps Völs am Schlern – ein Gastgeber verrät seine Lieblingsplätze
Völs am Schlern / Familie Mair | 12 persönliche Geheimtipps von Gastgeber Julian Mair vom Boutiquehotel Gfell | Wuhnleger & Tschafonhütte | Völser Winzer & Dorfkuchl | für Wanderer, Genießer, Ruhesuchende | Dolomiten, Schlerngebiet | Südtirol, Italien
Zuletzt aktualisiert im August 2026
Hoch über Völs am Schlern, am Ende einer schmalen Bergstraße mitten im Naturpark Schlern-Rosengarten, führt die Familie Mair in dritter Generation das Boutiquehotel Gfell. Was vor rund 60 Jahren als Jausenstation des Großvaters begann, ist heute ein Haus mit 17 Zimmern, in dem drei Passionen zusammenkommen.
Vater Andreas steht in der Küche, Mutter Manuela kocht Marmeladen und Sirupe nach eigenen Rezepten und Sohn Julian pflegt den Weinkeller mit inzwischen knapp 350 Positionen an Weinen kleiner Südtiroler Winzer und aus Italien, Deutschland, Frankreich und der ganzen Welt.







Die Mairs wohnen nicht nur hier, sie sind hier verwurzelt. Ihre Wege beginnen an der eigenen Haustür, ihre Lieferanten sind Bauern aus der Nachbarschaft.
Für diesen Artikel hat Julian Mair aufgeschrieben, was die Familie ihren besten Freunden empfehlen würde: stille Weiher, Hüttenwege mit klarer Essensempfehlung, Winzeradressen und die Termine, die man kennen muss. Ab hier erzählt er selbst.
Wer nach Geheimtipps für Völs am Schlern sucht, bekommt von mir keine Liste aus dem Reiseführer, sondern die Orte, an denen ich selbst zur Ruhe komme, esse und Wein trinke. Ich bin hier aufgewachsen, zwischen den Gfell-Wiesen und dem Naturpark Schlern-Rosengarten. Manche meiner Plätze liegen 20 Gehminuten von unserer Haustür entfernt, andere kennt kaum jemand, obwohl halb Südtirol daran vorbeifährt. Und bei einigen kommt es weniger auf das Wohin an als auf das Wann.


Wenn Sie über das Schlerngebiet hinaus unterwegs sind: In den Geheimtipps von Charmingplaces für Südtirol entlang von Eisack und Etsch nimmt Sie Gründerin Anja Fischer mit auf eine Genusstour durch die weitere Region - im Artikel finden Sie aber auch die Völser Kaffeerösterei Caroma. Hier auf dieser Seite bleiben wir bewusst rund um Völs, den Schlern und die Wege, die an unserer Tür beginnen.
Direkt am Haus ist bei uns immer etwas los und wenn nicht, findet sich etwas zu tun. Wenn ich wirklich Ruhe brauche, gehe ich 20 Minuten bergab zum Großmoosweiher. Er liegt mitten im Wald, und die Stimmung dort hat eine eigene Kraft.
Am schönsten ist es früh am Morgen oder am frühen Abend: Man sitzt am Ufer, hört das Wasser und die Vögel, und für einen kurzen Moment schaltet sich die Welt ringsum ab. Kein Ausflugsziel im klassischen Sinn - eher ein Platz, den man für sich behalten möchte. Ich verrate ihn trotzdem.

Den Wuhnleger empfehlen wir seit Jahren und ich werde nicht müde, es zu tun. Der Rosengarten thront so imposant über dem kleinen Weiher, dass es etwas in einem bewegt, dort zu stehen und den Ort auf sich wirken zu lassen. Die Ruhe und die Energie dieses Platzes gibt es in dieser Form kein zweites Mal im Schlerngebiet.
Mein Rat zur Uhrzeit: kurz nach Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang. Dann gehört der Wuhnleger fast Ihnen allein und das entschädigt für das frühe Aufstehen.

Welche Tour ab unserer Haustür die beste ist, wird bei uns am Familientisch durchaus diskutiert. Mein Favorit: in rund eineinhalb Stunden hinauf zur Tschafonhütte, wer mag, hängt noch 20 Minuten bis zum Gipfelkreuz der Völseggspitze dran.
Oben gibt es Spinat-Omelette - immer. Da geht auf der Tschafonhütte nichts drüber. Zurück nehmen wir den Weg über den Wuhnleger, etwa zwei Stunden, und haben damit zwei Lieblingsorte in einer Runde verbunden.

Soll es flacher sein, gehen wir zum Hofer Alpl. Die Tour dauert mit rund zwei Stunden etwas länger, ist aber angenehm gemächlich. Bei Lukas auf der Hütte haben wir alle dasselbe Problem: Man kann sich nie entscheiden, was man isst und bestellt meistens zu viel, weil alles so gut klingt. Es gibt schlimmere Probleme.

Wenn Freunde nach einem Gasthaus fragen, nenne ich zuerst den Alten Fausthof. Martha führt ihn und bei ihr isst man anders als überall sonst: im Sommer draußen auf der kleinen Terrasse, in der kühlen Jahreszeit drinnen in der alten Bauernstube. Die Gerichte sind ehrlich und echt, die Stimmung dazu - das ist nicht zu vergleichen.
Mein Tipp: Gehen Sie am Montagabend hin, aber reservieren Sie ein paar Tage vorher. Der Fausthof ist kein Geheimnis geblieben.



Wenn wir auf die Seiser Alm gehen, ist unser Ziel die Rauchhütte der Familie Lageder, direkt vor der Kulisse von Lang- und Plattkofel. Das Essen ist hervorragend, aber wir kommen vor allem wegen der Weinauswahl immer wieder - und Marias Expertise dazu. Es bleibt bei uns öfter nicht bei einem Fläschchen zum Mittagessen. Planen Sie den Nachmittag entsprechend großzügig.


Man fragt mich oft, welchen der Völser Winzer ich zuerst empfehle. Ehrliche Antwort: Das kann ich nicht. Aus den fünf Weingütern sind inzwischen sechs geworden und jedes hat einen Wein, eine Lage oder eine Flasche, die es besonders macht. Jeder Betrieb hat eine eigene Identität, vergleichen lässt sich da wenig - also probieren Sie sich durch.

Mein Zusatztipp für den Winter: Dann haben die Winzer Zeit, der Weinberg ruht und wenn es draußen grau ist, gibt es keinen besseren Platz als einen Weinkeller für einen lehrreichen Tag voller Genuss. Mehr Adressen für Genießer finden Sie in den Reisezielen in Südtirol von Charmingplaces.
Ein Geheimtipp, den man nicht besuchen kann, aber schmecken: unsere Lieferanten. Das Gemüse kommt oft vom Untergamperhof oder aus dem eigenen Garten. Das Fleisch bringt mein Bruder Simon von seinem eigenen Hof oder von Bauern aus der Umgebung - er ist es auch, der den Speck macht, die Kaminwurzen, und der die Truthähne für den Herbst großzieht.
Die Kräuter wachsen in Omas Garten und in der “Penne” direkt vor der Küche. Wir arbeiten mit Bauern zusammen, die das nebenbei machen, nicht mit Direktvermarktern mit Hofladen. Man kennt sich, und dann gibt es ein Stück Fleisch oder Obst, wenn gerade etwas da ist. Genau das macht es so besonders.


Und die Marmelade? Die ist bei uns ein ungeschriebenes Gesetz: Marmelade ist Mamasache, da darf niemand sonst ran. Die Marillen kommen vom Fronteggele, die Erdbeeren vom Griesser, und Zwetschgenmarmelade gibt es nur, wenn Omas Baum genug getragen hat.
Wir arbeiten mit Bauern zusammen, die das nebenbei machen, nicht mit Direktvermarktern mit Hofladen. Man kennt sich, und dann gibt es ein Stück Fleisch oder Obst, wenn gerade etwas da ist. Genau das macht es so besonders.


Seit rund 15 Jahren - ganz genau weiß es nicht einmal Papa - gehört der Mittwoch im Sommer bei uns dem Grill. Wie es anfing, weiß er dafür umso genauer: Auf einer Messe sah er diesen einen Grill, Liebe auf den ersten Blick, und daraus wurde ein Abend, der von Juni bis September jede Woche stattfindet, egal bei welchem Wetter.


Inzwischen sucht sich jeder Gast seine Stücke roh von der Platte aus, Fisch oder Fleisch, und alles wird à la minute gegrillt - für jeden Gast einzeln, weil jedes Stück eine eigene Behandlung braucht. Für mich einer der schönsten Abende, die man im Schlerngebiet verbringen kann, und er findet auf unserer Terrasse statt.
Der Völser Weiher lohnt sich das ganze Jahr, aber jede Jahreszeit erzählt dort etwas anderes. Im Frühling, wenn alles grün wird, hat man ihn manchmal fast für sich. Im Sommer trifft sich gefühlt das ganze Schlerngebiet zum Schwimmen. Und im Winter wird er zur Fläche für Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen.

Schloss Prösels finde ich im Herbst am schönsten: wenn sich der Wald ringsum bunt färbt, leichter Nebel durchs Tal zieht und der Charme dieses mittelalterlichen Ortes ganz zur Geltung kommt.

Ich bin ehrlich: Der Völser Dorfkern ist leider ruhig geworden. Wenn ich Gäste ins Dorf schicke, dann Anfang Juni zur Dorfkuchl, einem Fest, das wir jedes Jahr mitorganisieren und mitgestalten dürfen - dann lebt der Ortskern wieder, es gibt liebevoll zubereitete Spezialitäten und hervorragende Weine.
Und im Oktober zum Kuchlkastl, wenn die Völser Gastronomie einen Monat lang alte, fast vergessene Gerichte kocht. Nach dieser Tradition fragt nie jemand, dabei lieben wir sie besonders.



Skifahren geht hier überall, aber Carezza ist eindeutig mein Tipp. Was ich im Winter sonst empfehle: eine Schneeschuhwanderung durchs Tschamintal oder auf den Tschafon - dort oben herrscht dann absolute Ruhe und man hört fast nur den eigenen Schritt im glitzernden Schnee.
Am Völser Weiher hat das Eisstockschießen bei uns lange Tradition, viele Gäste kennen es gar nicht. Wenn man den Schwung einmal heraus hat, macht es enormen Spaß. Und wie gesagt: Der Winter ist Weinverkostungszeit.

Die großen Namen der Region kennen Sie, deshalb hier nur, wie wir sie angehen.



Julians Tipps beginnen fast alle dort, wo der Tag der Familie Mair beginnt: an der Tür des Boutiquehotel Gfell in Völs am Schlern, hoch oben in Alleinlage im Naturpark Schlern-Rosengarten. Wer den Wuhnleger im Morgenlicht sehen, bei Martha am Montagabend essen und mittwochs am Grill sein Stück von der Platte wählen will, wohnt hier an der Quelle - mit dem Panorama von Brenta, Ortler und Texel als Zugabe.

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