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Zwischen Nordsee und Wattenmeer: Sylt entdecken

Geheimtipps Sylt

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Titelbild: © Sylt Marketing I Mia Schmid

Zu Gast auf Sylt kommt man vielleicht in den Genuss, ein paar Sätze Söl’ring aufzuschnappen. Der inseltypische Dialekt stammt aus dem Nordfriesischen und zählt zu den kleinsten Minderheitensprachen Europas. Über die Generationen verschwindet Söl’ring zunehmend von Sylt, doch man meint den Dialekt in der Mentalität der Inselbewohner*innen weiter zu entdecken. Sprechweisen wie „Jil an Jil es dach lik glēr“ (Aal und Geld sind doch gleich glatt) oder „Büten blank, benen kraank“ (so viel wie: außen hui, innen pfui) lassen vermuten: Auf Sylt begegnet man sich auf Augenhöhe. Die Menschen auf Sylt lassen sich wenig von polierten Karosserien, feinem Zwirn und gehobenen Umgangsformen beeindrucken. Hier sagt man du und dabei bleibt es auch.

Am deutlichsten wird das an Orten wie der berühmten (als auch berüchtigten) Sansibar. Die zwei gekreuzten Säbel, das Wahrzeichen des Restaurants, sind jedoch keine Kampfansage der Inselbewohner*innen, sondern behüten den entspannten Umgang. Im Sommer treffen sich hier alle und strecken gemeinsam die Füße in den Sand. Zum Champagner heißt es „gerne“ und zur Currywurst ebenso „kein Problem“. Hier kommt jede*r auf seine Kosten und deshalb sind auch alle zufrieden. So können Gäste dem Trubel, der dem Inselruf vorauseilt, gelassen ins Auge sehen oder sogar ganz aus dem Weg gehen.

Schnell verschwindet die Kampener Whiskeymeile hinter den Dünen und wenn man zwischen den kniehohen Halmen durch den Sand stapft, gerät in Vergessenheit, dass auf der Insel überhaupt noch eine Menschenseele lebt. Die salzige Brise im Gesicht, das spektakuläre Spiel von Wolken und Sonne am Horizont, einen großen Leuchtturm als treuen Wächter im Rücken, gerät die Welt aus Wänden in Vergessenheit und man begreift, wieso das Herz an diesem Ort hängen bleibt und man immer wieder zurückkehrt, um ihn zu besuchen.

Der große Andrang auf die Insel hat über die Jahrzehnte auch einige Annehmlichkeiten für die Gäste mit sich gebracht. Dazu gehört das große, manchmal sogar Sterne gekürte, gastronomische Angebot. Mit jeder Saison eröffnet ein neues Konzept oder ein Altes wird frisch aufpoliert. So wird der Sylt-Besuch jedes Mal zur kulinarischen Entdeckungsreise, die gleichzeitig von urbanen Strömungen als auch von fangfrischen Zutaten aus der Nordsee profitiert.

Das Meer verwöhnt sportliche Inselgäste außerdem mit einem großen Angebot, man kann die Insel auf dem Fahrrad erkunden oder sich mit einem Buch im Strandkorb verkriechen, während der Nachwuchs Sandburgen baut. Sylt hat ein entspanntes Angebot für sie alle: Die Alleinreisenden, Paare, Familien mit Kindern oder Familien mit Hund. Für die Stubenhocker oder die Freizügigen. Gemeinsam weht ihnen derselbe, übrigens sehr gesunde, Wind um die Nase, der einen abends ein wenig erschöpft aber glücklich ins Bett fallen lässt.

Gewöhnungsbedürftig für Sylter Neuzugänge können die plötzlichen Wetterumschwünge sein. Jedoch dauern die Schauer im Sommer nie lange  und an Tagen mit echtem norddeutschen Schietwetter zeigt sich die Insel von ihrer gemütlichen Seite. Unterm Reetdach beim Friesentee ist man regelrecht glücklich, nicht mehr vor die Tür zu müssen.

Eine gute Adresse dieser Behaglichkeit nachzugehen, ist das alte Kapitänsdorf Keitum. Fast schon gespenstisch idyllisch präsentiert sich der kleine Ort am Wattenmeer. In Keitum reiht sich ein Friesenhaus an das nächste und jedes zeigt stolz üppige Vorgärten. In den verwinkelten Gassen im historischen Zentrum gibt es kleine Handwerker*innen-Läden, Galerien oder Cafés und in der Luft hängt der Duft von Sylter Rosen.

Gut zu wissen

Sylt kann das ganze Jahr bereist werden. Jede Saison hat ihren ganz eigenen Flair und Vorzüge. Außerdem findet man auch im Herbst, Winter und Frühjahr geöffnete Unterkünfte, wie unseren Charmingplace Bene-Diken-Hof.

Viele Wege führen auf Sylt: Fähre, Autozug oder Regionalbahn von Hamburg aus. Mehr über die Möglichkeiten zur Anreise.

Wer abends gut speisen möchte, sollte sich ein paar Wochen vor Aufenthalt um Reservierungen kümmern. Ebenfalls besonders ist, dass viele Restaurants auf Sylt pro Abend zwei Durchläufe haben. Einen früheren von 18 Uhr bis ca. 20 Uhr und den zweiten open-end.

Sylt zu Fahrrad entdecken

Die Autorinnen Vera Bachernegg und Katharina Maria Zimmermann haben einen Sylt Reiseführer geschrieben, der die Insel zu Fahrrad entdecken lässt. Doch auch so lassen sich die vielseitigen Tipps abklappern. Neben den Empfehlungen ist die liebevolle Gestaltung des Buches eine große Freude.

Wer sich auf den Sattel schwingen möchte, kann dies mit dem Angebot des E-Bike-Verleihs Sturmflotte in Westerland tun. Der Verleih bietet auch tolle Kombi-Touren an, zum Beispiel mit Weinverkostung in Deutschlands nördlichstem Weinberg.

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Meer, Watt und Heideland: Natur auf Sylt erkunden

Starten wir auf Sylts langem Arm, in Rantum. Neben der Sansibar hat dieser Inselteil noch einiges zu bieten. Besonders spannend ist der geografische Umstand, dass Meer und Watt hier nur 500 Meter getrennt voneinander liegen. Allein deshalb ist Rantum schon einen Ausflug wert. Für einen längeren Spaziergang empfehlen wir die Umrundung des Rantumbeckens (zu Fuß ca 2,5 Stunden). Die Umrundung führt  über Keitum, das sich gut für eine kleine Rast anbietet oder als Start und Endpunkt unseres Charmingplace.

Auf der Wattenmeer-Seite liegt das Morsum Kliff. Der Panoramarundweg führt auf die hölzerne Aussichtsplattform. Der idyllische Weg durch das Naturschutzgebiet mit Blick in die schöne Heidelandschaft ist auf jeden Fall einen Ausflug wert.

Weiter oben, zwischen Wenningstedt-Braderup und Kampen liegt die lila blühende Braderuper Heide. Das über 130 Hektar große Gebiet lädt zu ruhigen Spaziergängen über die Holzstege, entlang des häufig menschenleeren Strandes ein.

In der Nähe liegt auch die Uwe Düne, deren Aussichtsplattform den höchsten Punkt der Insel markiert. Oben kann man den ungewöhnlichen, über Kilometer weiten Blick über Sylt genießen.

Am oberen Inselende liegt unser Favorit, der Strand am Lister Ellenbogen. Hier findet man den wahrscheinlich ruhigsten Ort der Insel, zwischen den Dünen grasen Schafe und zwischen vereinzelten Reetdachhäusern und Leuchtturm kann man kleine Spaziergänge oder mehrstündige Wanderungen unternehmen. Nordisches Insellebensgefühl ist hier garantiert.

Überraschend unterhaltsam sind außerdem Wattwanderungen, die in drei verschiedenen Varianten angeboten werden. Es gibt allerlei Wissenswertes von den Wattführer*innen über Bodentypen oder Tierarten zu erfahren und im Sommer kann man barfuß nachfühlen, was es mit so einem Watt eigentlich auf sich hat.

Abseits der Hauptsaison können wir außerdem das Strandsaunieren empfehlen. Vier Saunen, eine sogar ganzjährig, bietet das Schwitzen in Meernähe an.

Ein besonderes Ereignis ist außerdem das Biikebrennen. Am 21. Februar werden traditionell auf den Inseln Sylt, Amrum, Föhr und auf den Halligen, sowie in weiten Teilen des nordfriesischen Festlands über 60 Feuer entzündet, um die bösen Geister zu vertreiben.

Kulinarische Tipps

Wegen der vielseitigen kulinarischen Dynamik ist es schwer, klare Empfehlungen auszusprechen. So divers sind die Ideen, Ambiente und Geschmäcker. Stellvertretend nennen wir aber trotzdem ein paar Adressen.

Friesische Küche finden Gäste im Restaurant Alte Friesenstube. Die befindet sich in einem der ältesten Sylter Friesenhäuser in Keitum. Auf der Karte findet man Gerichte wie „Braden Aant – frisch ut’n Backofen“. Sylter Klassiker von sehr guter Qualität in urgemütlichem Ambiente.

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Ein Beispiel für die junge Kreativküche ist das Brot und Bier, das Gourmetkoch Alexandro Pape 2016 auf der Insel eröffnet hat. Pape hat beschlossen, das klassische Butterbrot neu zu zelebrieren. Der Belag macht aus jeder Stulle ein kleines Kunstwerk und auch wenn Pape schon wieder zu neuen Abenteuern weiter gezogen ist, lohnt der Besuch. Die Brotzeit kann mit dem namensgebenden Bier aus der Sylter Genussmacherei genossen werden.

Besonders ist auch das Goldgelb in Westerland, in dem Sternekoch Bastian Falkenroth ganztägig Frühstück kredenzt und abends das Lokal in eine Weinbar verwandelt. Ein urbanes Konzept mit coolem Flair, das seit 2019 zu einer festen Sylter Instanz wächst.

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Hervorragendes Eis, gerne in experimentellen Sorten wie Meersalz-Quark-Karamell, finden Sie in der Eismanufaktur. Frisch, handgemacht und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Sylt ist vor allem für seine Strandbar’s wie die Sansibar, Buhne 16 oder die Gosch Reihe bekannt. Da Sie an denen aber sowieso nicht vorbei kommen, möchten wir insbesondere noch mal die charmanten Cafés empfehlen. Bekannt ist vor allem die Kupferkanne in Kampen. Alternativ dazu möchten wir Ihnen aber die Kleine Teestube in Keitum ans Herz legen. Klein und gemütlich mit einer großzügigen Teeauswahl und hervorragender Friesentorte.

Geheimtipp

Jeden Mittwoch organisiert der Organist Alexander Ivanov ein Konzert in der St. Severinkirche in Keitum. Ein Besuch der alten Kirche lohnt sich auch, weil man neben ihr uralte Grabsteine von Sylter Kapitänen findet und den ein oder anderen berühmten Namen.

Lea Biermann

Lea Biermann

Redaktion

Seit vielen Jahren schreibt Lea für Redaktionen & Unternehmen.
Bei Glücksmomente Charmingplaces erzählt Lea am liebsten über Menschen und ihre Leidenschaft, sowie Bücher oder Filme, die direkt ins Herz gehen.

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