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Zwischen Europa & Afrika: Eine Insel, viele Welten

Geheimtipps Gran Canaria

Es gibt da diese Erzählung von einem Deutschlandbesuch von Elizabeth II., der Queen, bei dem ein Besuch in Marbach auf dem Programm stand.

Nach einer ausführlichen Führung durch das dortige Schiller-Museum soll die Hoheit gefragt haben: „Where are the horses?“, worauf sich herausstellte, dass der königliche Reiseplanungsstab einem Irrtum aufgesessen war. Die Queen, bekannt als Pferdefreundin, wollte nicht nach Marbach am Neckar, sondern in ein gut 70 Kilometer entferntes Marbach, das wegen des Landesgestüts bekannt war.

Sie fragen sich jetzt vielleicht, ob diese bald sechzig Jahre alte Legende wahr sein kann und was diese mit Gran Canaria zu tun hat. Nun, ich versuche es zu erklären.

Europa, oder eben doch nicht

Das Archipel, dem die Vulkaninsel angehört, ist vor mehreren Millionen Jahren aus dem Atlantik, kurz vor der Nordwestküste Afrikas aufgetaucht. Etwa auf der Höhe, an der Marokko und die Sahara aufeinander treffen.

Die Kanaren müssen Bilderbuch-Urzeitinseln geglichen haben. Feuerspeiende Vulkane, dazwischen eine riesige, blühende und quicklebendige Biodiversität, die ihre Ausläufer in lange Sandstrände streckt.

Viele, sehr viele Jahre später, irgendwann im Laufe des 13. Jahrhunderts, fiel Gran Canaria unter die spanische Kolonialherrschaft. Die bis dahin natürlich entwickelte Bevölkerung, die Canarios, wurden im besten Fall nach Spanien oder auf eine der benachbarten Inseln umgesiedelt. Man vermutet jedoch, dass die meisten durch die Handfeuerwaffen der Eroberer starben.

Die neuen Bewohner von Gran Canaria, großteils aus dem mittelalterlichen Königreich Kastilien stammend, legten die ersten Grundsteine der bis heute andauernden europäischen Besiedlung der Insel.

Wieder einige Jahrhunderte später, etwa zur gleichen Zeit, als die Queen in Deutschland Pferde besuchen wollte, entdeckte der Tourismus Gran Canaria. Zunächst den nördlichen Teil der Insel, in dem auch die Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria liegt. Ein paar Jahre später auch den südlichen, Afrika zugewandten Teil, dessen wüstenähnliche Landschaft wenig besiedelt war.

Angezogen von der Faszination, die Gran Canaria bis heute ausstrahlt. Es gibt keinen Ort in Europa, der (geografisch) weniger zu Europa gehört als die Kanarischen Inseln.

Eine Insel, viele Welten

Es scheint, als hätte Gran Canaria diesen Widerspruch geahnt und versucht, alle kontinentalen Individualitäten auf sich zu vereinen. „Die Täler ziehen sich immer hoch zur Mitte der Insel, wie bei einer angeschnittenen Torte. Jedes Tal ist eine andere Welt“ beschreibt Marco Dorka, Gastgeber unseres Charmingplace Bohemian Hideaway, die Insel. Und ein besseres Bild hätte man wohl nicht wählen können.

Während das eine Tal voll mit wilden, grünen Lorbeer-Wäldern ist, wartet das nächste mit schroffer Steilküste, dann wieder ein Tal, das mediterran anmutet, im nächsten stößt man auf wüstenähnliche Dünen wie aus der benachbarten Sahara.

Auf dem Pico de las Nieves, „Piekser der Wolken“, dem Gipfel eines erloschenen Vulkans im Landesinneren, hat es im Winter wiederum drei Grad und manchmal Schnee.

„Mikrokontinent“ wird Gran Canaria deshalb auch genannt oder „Insel des ewigen Frühlings“, schließlich ist hier immer irgendwo Badewetter. 14 kleine Klimazonen gibt es insgesamt.

Wüsste man es nicht besser, würden aufmerksame Inselgäste mit Sicherheit ab und an irritiert innehalten und fragen: „Where is Europe?“. Die Queen wiederum hat beim Besuch im falschen Marbach vielleicht ihre Liebe zu Schiller entdeckt.

Gran Canaria – Für alle was dabei

Die Insel Gran Canaria bezaubert durch ihre Vielfältigkeit! Aus dieser sind auch eine Fülle an unterschiedlichen Aktivitäten entstanden, die verschiedene Urlaubswünsche einfach bedienen kann.

Ein halben Tag am Wasser, den anderen in den Bergen – kein Problem. Oder die Sonnenanbeter*innen und Naturforscher*innen teilen sich auf und treffen sich am Abend zum Essen wieder. Die Bergdörfer und Altstädte auf der Insel versorgen parallel mit ausreichend Sightseeing-Programm.

Marco Dorka, Gastgeber unseres Charmingplace auf Gran Canaria, den Fincas von Bohemian Hideaway, hat uns seine persönlichen Geheimtipps für die Insel verraten, falls Sie sich für Ihre Reise ein paar Inspirationen wünschen.

Auf in die Berge

Ja baden ist toll, aber waren Sie schon mal in Gran Canarias Bergwelt unterwegs?

Die kleine Wanderung auf den Roque Nublo, die dritthöchste Erhebung auf Gran Canaria, ist für alle entspannt machbar, die gerne mal ein wenig Gran Canaria Wandergefühl haben, aber doch nicht den ganzen Tag durch die Berge klettern wollen.

Wanderwillige können die Tour durch das Naturschutzgebiet, in dem der Roque Nublo steht, direkt anfahren und auch kostenfrei parken. Gemütlich kann man den Berg in ungefähr einer Stunde besteigen. Ein die meiste Zeit recht gut ausgebauter Weg führt durch eine mit Kiefern bewachsene Berglandschaft und mündet im flachen Gipfelstück.

Oft ist der Roque Nublo, der „Wolkenfels“, in dichten Schleiern verhangen, was die Wanderung jedoch in eine nahezu mystische Atmosphäre taucht. „In der Vergangenheit wurden an dem Platz heilige Rituale durchgeführt. Heute ist es ein Ort zum Meditieren oder einfach nur die Schönheit der Landschaft zu genießen“, sagt Marco Dorka.

Ein ebenfalls entspannter Geheimtipp für Bergfreunde: Eine Tour mit dem Auto durch die Bergdörfer. Auf kleinen Märkten gibt es regionale Schätze zu entdecken, genauso wie kleine Verköstigungen in den Käsereien oder in den Bodegas Weinfreuden. Wunderschön anzusehen ist die Bergwelt außerdem zur Zeit der Mandelblüte Ende Januar/Anfang Februar.

Unsere persönlichen Tipps sind außerdem die Hochebene um die Höhlen von Acusa Seca oder der Naturpark Pinar de Tamadaba.

Einzigartige Orte

Ein besonderes Highlight für einen Gran Canaria Urlaub ist eine Wanderung durch die Dünen von Maspalomas, die tatsächlich dadurch entstanden sind, dass über Jahrmillionen der Wind immer wieder Sand aus der Sahara auf die Insel getragen hat. Also eine echte Mini-Wüste!

Ein Geheimtipp von Marco Dorka ist außerdem die Schlucht Barranco de Guayadeque zwischen den Gemeinden Agüimes und Ingenio im Osten. „Hier leben Menschen schon seit vielen hundert Jahren in Höhlen, in drei gibt es sogar Restaurants. Die Gegend ist aber touristisch nicht so ausgeschlachtet.“

Auch empfehlenswert ist das Museo de Guayadeque, das über den einmaligen Lebensraum in der Schlucht informiert und archäologische Funde ausstellt.

Besonders ins Herz geschlossen hat Marco Dorka außerdem das Dorf Santa Lucia, in dessen Ortsteil Ingenio auch das Bohemian Hideaway liegt. Ein verschlafener Ort mit weißen Steinhäusern, Restaurants, kleinen Lebensmittelgeschäften und einem winzigen Wochenmarkt am Sonntag Mittag. Geruhsame Gran-Canaria-Lebensart in ihrer besten Weise.

Ein weiterer Tipp: Tunte. „Dies ist ein kleines Dorf mit Bars, Lebensmittelläden (…) und Bäckerei mit schöner Terrasse, auf der Sie im Schatten der Bäume Ihren Kaffee genießen können.“ Den Ort Tunte finden Sie übrigens auch in unserem Erlebnistipp, dem Jakobsweg auf Gran Canaria.

Auf den Spuren der Geschichte

Wer sich ein wenig (untouristischen) städtischen Trubel wünscht, ist in Las Palmas de Gran Canaria genau richtig. Die knapp 400.000 Einwohner*innen Stadt bezaubert vor allem mit ihrer wunderschönen Altstadt. Hier gibt es auch einige geschichtsträchtige und spannende Orte, wie das Columbushaus oder den anschließenden Stadtteil Tirana mit seinen hübschen Jugendstilfassaden.

Auch einen Besuch wert ist das Museo y Parque Arqueológico Cueva Pintada in Gáldar, unweit von Las Palmas. Seine Mauern richten sich schützend um eine der wichtigsten archäologischen Fundstätten der Insel, einer Höhle mit Wandmalereien aus dem 12. Jahrhundert.

Nah am Wasser

Als einer der schönsten Strände gilt der hinter den Dünen von Maspalomas, allerdings ist er auch einer der beliebtesten. Dafür warten am Strand einige gute Toiletten und kleine Orte zur Verpflegung.

Die spannenderen, einsamen Strände sind jedoch auch etwas schwieriger zu erreichen. „Es gibt eine ganze Reihe von interessanten Stränden an der wilden Nordküste Gran Canarias, die es zu entdecken lohnt. Daher ist es ratsam, gutes Schuhwerk und auch Essen und Trinken mitzunehmen, da dort keine weitere Infrastruktur vorhanden ist“, sagt Marco Dorka.

Ausführlichere Strand-Tipps von unserem Charmingplace-Gastgeber finden Sie hier.

Toll zum Zuschauen, ins Gespräch kommen, zum Schnorcheln oder Surfen ist außerdem der Stadtstrand Las Canteras in Las Palmas.

Ein besonderer Tipp ist das Fischerdorf Puerto de Mogán. Mit seinen weißen Fassaden direkt am Wasser legt der kleine Ort einen filmreifen Auftritt hin und am Hafen lässt es sich prima verweilen.

Kulinarisch Kanarisch

Auch für Foodies ist Gran Canaria eine empfehlenswerte Adresse.

Prägend für die kulinarischen Genüsse vor Ort sind verschiedene, typische Käsesorten aus kleinen Käsereien in den Bergen. Genauso wie Olivenöl und Kräuter, wie Thymian, Majoran oder Rosmarin, die durch die ewige Sonne neue geschmackliche Höhen erreichen.

Unbedingt probieren sollten Sie laut Marco Dorka auch das typische Mandelgebäck. Ob Kuchen, Keks oder Tarts, hier kann man nichts falsch machen. Als beste Bäckerei der Insel gilt übrigens die Dulceria Nublo in Tejeda.

Eine kanarische Spezialität ist außerdem die sogenannte Runzel-Kartoffel, die entweder mit Mojo Verde (grün) und Mojo Rosso (rot) serviert wird. Diese Saucen schmecken an keinen zwei Orten gleich, sagt Marko Dorka und sie passen auch hervorragend zu Fleisch oder Fisch.

Hier kochen wir die Mojo-Saucen selbst nach – und Sie können es zuhause gleichtun!

Außerdem sollten Sie unbedingt kanarischen Wein aus einem der zahlreichen Bodegas probieren. Durch das Vulkangestein erhält der Wein einen ganz eigenen, unverkennbaren Geschmack.

Eine kleine Auswahl an besonderen Restaurants rund um unseren Charmingplace Bohemian Hideaway finden Sie außerdem hier.

Noch mehr Gran Canaria

Fragen zu Flügen, Fortbewegung auf der Insel oder bester Reisezeit. Dieser Blog fasst das Wichtigste schnell und übersichtlich zusammen.

Wenn Sie es gar nicht abwarten können, Gran Canaria live und in Farbe zu sehen, gibt es aktuell hier und hier zwei spannende Naturdokus über die Kanaren, mit wunderschönen Bildern und entspannenden Erzählungen zu den Inseln.

Lea Biermann

Lea Biermann

Redaktion

Seit vielen Jahren schreibt Lea für Redaktionen & Unternehmen.
Bei Glücksmomente Charmingplaces erzählt Lea am liebsten über Menschen und ihre Leidenschaft, sowie Bücher oder Filme, die direkt ins Herz gehen.

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