Geheimtipps für St. Anton am Arlberg: Lieblingsplätze zweier Einheimischer
St. Anton am Arlberg | 11 persönliche Geheimtipps zweier einheimischer Gastgeber | Kraftplatz Verwalltal | Bergseen Langsee und Maiensee | für Skifahrer, Wanderer und Genießer | Tirol | Österreich
Zuletzt aktualisiert im September 2026.
Franziska Gfall-Alber und Michael Gfall sind beide in St. Anton am Arlberg geboren. Sie führen die Galzig Bistrobar im Ortszentrum, das B&B Skihotel Galzig&Lodge, und seit 2021 auch das Ullrhaus: ein Designhotel mit 40 Zimmern, Suiten und Apartments, das die beiden auf dem Grundstück einer früheren Frühstückspension neu gebaut haben.
Michael steht dort selbst als Executive Chef mit Chefkoch Erkan Cakir und Team in der Küche - das Restaurant trägt zwei Hauben und seit März 2026 einen Michelin-Stern. Der Name des Hauses ist übrigens Programm: Ullr, ein nordischer Gott, gilt als Beschützer der Skifahrer und Gott der Jagd - er passt zur klaren Designlinie des Hauses genauso wie nach St. Anton am Arlberg.








Wer sein ganzes Leben in einem Ort verbringt, dort Kinder großzieht und täglich mit Gästen aus aller Welt spricht, kennt die Wege, Hütten und Menschen dahinter. Franziska und Michael wissen, auf welchem Hang der Pulverschnee am längsten unberührt bleibt, bei wem es den besten Käse gibt und wohin die St. Antoner gehen, wenn sie ihre Ruhe wollen.


Genau dieses Wissen haben die beiden für Tirol-Liebhaber aufgeschrieben. Im Folgenden erzählt Franziska - für sich und ihren Mann.
Meine Geheimtipps für St. Anton am Arlberg beginnen nicht an der Talstation, sondern ein Stück abseits davon: in einem stillen Seitental, an einem kalten Bergsee, an der Ladentheke unserer Sennerei. Mein Mann Michael und ich sind hier geboren, wir arbeiten hier, unsere Kinder wachsen hier auf. Die Frage, die uns Gäste am häufigsten stellen, lautet übrigens: Wie ist es bei Euch im Sommer? Meine Antwort: mindestens genauso schön wie im Winter - und deutlich entspannter. Auf dieser Seite teile ich unsere Lieblingsplätze mit Ihnen, mit Namen, Uhrzeiten und allem, was dazugehört.

Die bekannten Höhepunkte des Ortes - die Auffahrt zur Valluga, die Rodelbahn vom Gampen, die Bergtour zum Kapall - stellt Charmingplaces-Gründerin Anja Fischer in ihren Insidertipps für St. Anton am Arlberg vor. Hier lesen Sie das, was in keinem Reiseführer steht.
Wenn Michael und ich einen Ort nennen sollen, der uns seit unserer Kindheit begleitet, dann ist es das Verwalltal. Das Seitental beginnt wenige Gehminuten vom Ortszentrum, und mit jedem Schritt wird es ruhiger. Die Farben des Verwallsees wechseln je nach Licht von Tiefgrün bis Türkis, dahinter steigen die Hänge der Verwallgruppe auf.


Als Kinder waren wir am liebsten am Naturspielplatz mit Grillstation - heute gehen unsere eigenen Kinder dort spielen, während wir am Wasser sitzen. Ich laufe die Strecke oft joggend, Michael geht sie lieber zu Fuß. Im Winter zieht sich eine Langlaufloipe durch das Tal, und die Stille zwischen den verschneiten Bäumen ist ein Erlebnis für sich. Wann immer wir Ruhe brauchen, gehen wir hierher. Aus dem Kindheitsort ist ein Kraftplatz geworden.
Wenn wir im Winter einen Vormittag für uns haben, läuft er fast immer gleich ab - außer an Powder-Tagen, da ist alles anders. Zuerst mit dem Sessellift auf den Gampen, von dort direkt weiter auf den Kapall zum Einfahren. Dann nehmen wir den Schöngrabenlift, einen der letzten Tellerlifte im Skigebiet Ski Arlberg, und fahren pausenlos zurück zum Gampen und hinüber auf den Galzig-Osthang.


Hat es frisch geschneit, tauschen wir die Kandaharabfahrt gegen die Bachseite: Pulverschnee vom Feinsten. Nur früh muss man dran sein - in St. Anton streiten sich die Freerider schon am Morgen um die ersten Spuren. Danach gönnen wir uns bei Anni in der Vallugabar einen Espresso und ein Croissant, fahren noch kurz hinüber nach St. Christoph und dann wieder heim. Mehr braucht ein perfekter Skivormittag nicht.
Der Mooserwirt ist für seinen Après-Ski über die Grenzen hinaus bekannt - was viele nicht wissen: Die Mittagskarte lohnt sich mindestens genauso. Probieren Sie den Smash Burger, unsere klare Empfehlung.
Unser zweiter Favorit ist das ARL.ONE. Im Obergeschoss gibt es eine Fine-Dining-Area mit hervorragender Küche - Bergrestaurant und Feinschmeckeradresse in einem Haus. Und für die kleine Pause zwischendurch gilt ohnehin: ein Espresso bei Anni am Galzig geht immer.

Ganz allgemein gilt für unseren Ort: Es gibt in St. Anton auffallend viele gute Restaurants auf hohem Niveau, in jeder Preisklasse. Wer eine Woche bleibt, sollte sich quer durchprobieren - Fehlgriffe sind selten.
Die St. Antoner verteilen sich am Abend auf viele Adressen, und wir sind mittendrin. Untertags trifft man sich in unserer Galzig Bistrobar gegenüber vom Ullrhaus oder bei Kathis Backwerk mitten im Ort. Später am Abend geht es in den Dorfstub'n Pub oder in Nikis Weinbar, auch das Sailer Café ist eine Institution.

Einen festen Einheimischen-Tag gibt es nicht - wir sind überall gut verteilt. Wer mit offenen Augen durch die Lokale geht, kommt schnell ins Gespräch. Gastfreundschaft ist hier keine Floskel, sondern Alltag: Ob Skilehrerin, Bergführer, Wirt oder Senner - die St. Antoner sind es alle wert, sie kennenzulernen. Besonders in den Sommermonaten, wenn der Ort ruhiger wird, haben Sie dafür die beste Gelegenheit.
St. Anton am Arlberg hat auch für Gäste ohne Skipass volle Tage zu bieten. Mein Favorit: am Vormittag in das Verwalltal hineinspazieren oder die Langlaufloipen erkunden. Danach lädt unser Dorfzentrum zum Bummeln ein, auf hausgemachte Kuchen und heiße Getränke.

Das Ski- und Heimatmuseum ist einen Besuch wert - dort erfahren Sie, wie sehr die Skigeschichte diesen Ort geprägt hat, vom Beginn des alpinen Skilaufs bis heute. Alle Öffnungszeiten finden Sie auf der offiziellen Seite von St. Anton am Arlberg. Und am Nachmittag verrate ich Ihnen einen Insider aus dem eigenen Haus: Wer vor dem Einbruch der Dämmerung ins Spa geht, bevor die Skifahrer zurückkommen, hat Pool und Saunen fast für sich allein.
Unsere liebste Sommertour startet direkt vor dem Hotel. Zuerst geht es hinein ins Moostal, dann zweigt rechts ein Pfad zum Sattelkopf ab. Oben warten ein Gipfelkreuz und ein Gipfelbuch, in das Sie sich eintragen dürfen - dieser Gipfelmoment gehört für mich zu den schönsten der Region.


Der Abstieg führt auf der anderen Seite hinunter, mit Einkehrschwung in der Wagner Hütte. Von dort wandern wir durch das Verwall und über die Rosannaschlucht zurück zum Ausgangspunkt. Eine Halbtagestour mit allem, was ein Bergtag braucht: Anstieg, Aussicht, Einkehr und das Rauschen der Rosanna zum Abschluss.
Im Sommer zieht es uns ans Wasser. Der Langsee auf dem Weg Richtung Heilbronner Hütte ist ein kalter, klarer Bergsee in großartiger Lage - die Mutigen springen hinein, alle anderen genießen die Rast am Ufer. Auch am Stausee im Verwall hat sich schon mancher ins Wasser getraut.

Und dann gibt es noch einen Platz, den ich nur ungern weitergebe: den Maiensee in St. Christoph, den geheimen Naturbadeteich der Einheimischen. Behandeln Sie ihn bitte so, wie wir es tun - mit Ruhe und Respekt. Dann bleibt er, was er ist.
Unser fester Anlaufpunkt im Sommer ist die Tritschalm im Moostal. Seit Kurzem führen sie zwei junge Burschen aus St. Anton: Janne und Jakob. Die beiden verwöhnen ihre Gäste mit Charme und ehrlichen Kochkünsten, und der selbstgemachte Käse hat sich im Ort bereits herumgesprochen.
Für mich ist die Alm das beste Beispiel dafür, wie die junge Generation hier weitermacht: bodenständig, herzlich und mit hohem Anspruch an das, was auf den Teller kommt.

Was im Herbst schöner ist als im Winter? Die Farben. An allen Hängen leuchtet es dann im goldenen Licht, die Lärchen färben sich, die Luft wird klar und die Wege gehören wieder den Einheimischen. Wer St. Anton ohne Trubel erleben will, kommt zwischen Mitte September und Ende Oktober - und bringt sich Zeit zum Schauen mit.
Wo wir selbst einkaufen? In der Sennerei direkt im Ort, geführt von Familie Raffeiner - dort bekommen Sie Käse aus der Region. Bei Kathis Backwerk gibt es selbstgemachte
Kuchen und Torten, und im Plangger in der Fußgängerzone, bei den Berger-Zwillingen, warten viele Schmankerl aus der Umgebung zum Kosten und Kaufen.



Was Sie darüber hinaus mit nach Hause nehmen, wiegt nichts und passt in jeden Koffer: gute Geschichten, Erlebnisse und große Glücksmomente. Das meine ich ernst - die schönsten Mitbringsel aus St. Anton kommen nicht aus dem Souvenirshop.
Wenn Sie nur 24 Stunden hier haben, dann schlage ich Ihnen unseren Lieblingsablauf für einen Sommertag vor. Früh aufwachen und den ersten Espresso noch im Zimmer trinken. Von 8 bis 9 Uhr Yoga auf der Terrasse, danach in Ruhe frühstücken.

Ab 10 Uhr beginnt der Bergtag: Bike & Hike zur Heilbronner Hütte, unterwegs ein Sprung in den Langsee, Mittagessen auf der Hütte und auf dem Rückweg ein Einkehrschwung in der Wagner Hütte.

Die letzten Sonnenstunden gehören einem Gin & Tonic auf der Terrasse der Galzig Bistrobar. Von 17 bis 19 Uhr Wellness und ein paar Längen im Pool, um 19 Uhr ein mehrgängiges Menü, danach ein gemütlicher Spaziergang durch die Fußgängerzone. Um 22 Uhr fallen Sie zufrieden ins Bett - versprochen.
Am Ende jedes Tages führt unser Weg zurück in unser Haus. Mein Lieblingsplatz ist die Lobby, wenn es draußen dunkel ist und das Feuer im Kamin flackert - dazu ein Cocktail und eines der vielen Bücher. Michael zieht das Restaurant vor, am liebsten einen Tisch direkt neben dem gut sortierten Weinschrank.


Kulinarisch bieten wir unseren Gästen eine Halbpension mit 4-Gang-Wahlmenü, in den Wintermonaten zusätzlich à la carte, und von Donnerstag bis Samstag unser Gourmet-Tasting-Menü - ausgezeichnet mit zwei Hauben und einem Michelin-Stern, im Sommer wie im Winter.
Wie unser Haus innen und außen aussieht, wie es entstanden ist und was es für Ihren Aufenthalt bereithält, lesen Sie auf der Seite zum Designhotel Ullrhaus in St. Anton am Arlberg. Wir freuen uns, wenn wir Ihnen unsere Lieblingsplätze bald persönlich zeigen dürfen.


Lydia Stöflmayr
Texterin & Autorin
Lydia ist freie Texterin, Autorin und Dolmetscherin. Sie liebt es, neue Sprachen, Kulturen und Mentalitäten kennenzulernen. Dabei spielt Sprache eine wesentliche Rolle und eben vor allem die richtigen Worte zu finden. Diese Aufgabe hat sie zu ihrer Profession gemacht.
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