Ein Ehepaar auf den Spuren des „Genius Loci“ am Bodensee

2016 hat das Ehepaar Sandra und Hendrik Fennel mit einem zukunftsgerichteten Nachhaltigkeitskonzept die Ausschreibung für den Betrieb des Seegut Zeppelin am Bodensee gewonnen. Sandra Maier ist die Urenkelin des Gründers des nahen Hotel Maier und, zusammen mit ihrem Mann, kann sie nicht genug bekommen von neuen Projekten und Herausforderungen. Tatendrang und langfristige Zukunftsvisionen mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit zeichnen den Alltag der beiden aus.
Sie leiten mit dem Hotel Maier in Fischbach bei Friedrichshafen einen beachtlichen Betrieb. Woher kam der Ansporn, sich mit dem Seegut Zeppelin einem so großen neuen Projekt zu widmen?
Wir sind Menschen, die selten still stehen – weder im Kopf noch im Tun. Als die Ausschreibung für das Seegut Zeppelin kam, haben wir uns sehr detailliert damit auseinandergesetzt, ob wir uns das wirklich zutrauen und ob wir diesen Schritt gehen wollen. So ein Projekt bedeutet viel Verantwortung – für den Ort, die Natur, die Geschichte und die Menschen, die dort arbeiten und Urlaub machen.
Uns war klar, dass dieser Platz am See etwas Besonderes ist und eine einmalige Chance bietet. Wir wollten zeigen, dass man Hotellerie und Gastronomie anders denken kann: nachhaltiger, zukunftsgerichteter und trotzdem wirtschaftlich tragfähig.
Worin unterscheidet sich das Seegut Zeppelin vom Hotel Maier?
Das Hotel Maier ist ein gewachsenes Haus mit Geschichte – klassisch, urban-ländlich, sehr verwurzelt im Ort. Es ist unser Familienhotel.
Das Seegut Zeppelin ist dagegen von Anfang an als Konzept gedacht gewesen: sehr reduziert, ruhig, fast meditativ. Es hat eine andere Tonalität – mehr Zurückhaltung, mehr Ruhe.
Was war zuerst da – die Henne oder das Ei? Hatten Sie für das Seegut Zeppelin bereits ein bestimmtes Konzept im Kopf oder sind die Ideen erst mit dem Seegut gewachsen?
Wir hatten schon ein paar grundlegende Ideen im Kopf: Nachhaltigkeit sollte eine wichtige Rolle spielen, und wir wollten eine klare, unaufdringliche Architektur.
Es war aber auch wie ein Gespräch mit dem Ort, in dem unsere Vorstellungen reifen konnten. In diesem Sinne war beides wichtig: eine erste Idee und das genaue Hinhören. Wir sprechen da gerne vom „Genius Loci“ – dem Geist des Ortes, der einem zeigt, was möglich und richtig ist.
Acht Jahre hat der Prozess von der ersten Bewilligung bis zur Eröffnung des Seegut Zeppelin gedauert. Waren Sie zwischendurch ungeduldig?
Ja, Geduld war auf jeden Fall gefragt. Wir sind beide Menschen, die gerne Dinge anstoßen und umsetzen. Es gab so viele Schritte: Baugenehmigungen, Ausschreibungen, Nachhaltigkeitskonzept, Förderanträge, Detailplanung – und dann noch die Pandemie. Oft hatten wir das Gefühl, es geht einfach nicht voran.
Wir haben tatsächlich auch ein paar Mal überlegt, das Ganze sein zu lassen. Aber immer, wenn wir dann aufs Grundstück gegangen sind und dort standen, war sofort klar: Wir machen weiter.
Waren Sie auch in der architektonischen Planung und Einrichtung mit Ploesser Architekten und Linie Zweii involviert?
Ja, wir waren durchaus intensiv eingebunden. Als Pächter sind wir natürlich nicht die Bauherren, aber wir wurden von Anfang an eingeladen, das Hotel bestmöglich vor allem beim Interior-Design auf unsere Bedürfnisse abzustimmen und auszurichten. Das war eine große Chance, aber auch eine verantwortungsvolle Aufgabe.
Wo lag die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung war sicherlich die Komplexität des Projekts und der lange Zeitraum, über den sich alles erstreckt hat.
Ein wichtiger Punkt war auch, unsere Nachhaltigkeitsziele mit den Vorgaben der Ausschreibung und der Notwendigkeit einer wirtschaftlich tragfähigen Lösung zu verbinden. Gerade die Finanzierungskosten und die Inflation haben uns dabei immer wieder gefordert und zu Anpassungen gezwungen. Hinzu kamen die Schutzinteressen von Denkmal- und Landschaftsschutz.
Die eigentliche Kunst war es, all diese Rahmenbedingungen nicht als Hindernis, sondern als Chance zu sehen.
Das Restaurant „Pinus“ ist vorwiegend der vegetarischen Küche gewidmet. Eine mutige Entscheidung! Wie kommt ihr pflanzenbasiertes Konzept bei der Kundschaft an?
Das Konzept passt für uns einfach ausgesprochen gut zu diesem Ort. Mit dem großen Garten, dem Gewächshaus, den Hochbeeten und der Streuobstwiese war schnell klar, dass wir das, was hier wächst, in den Mittelpunkt stellen wollen.
Bei unseren Gästen kommt das in aller Regel sehr gut an. Die Gerichte sind vielseitig und geschmackvoll, und viele schätzen diese frische, kreative Küche. Vegetarisch bedeutet für uns nicht Verzicht, sondern eine andere, bewusste Art zu kochen – und das überzeugt viele, oft auch Menschen, die es vorher gar nicht erwartet hätten.
Im Restaurant bieten Sie auch ein innovatives „Sharing-Konzept“. Was kann man sich darunter vorstellen?
Im Kern geht es uns darum, das Essen zu einem gemeinsamen Erlebnis zu machen. Statt klassischer Einzelgerichte stellen wir verschiedene Schalen und Platten in die Mitte des Tisches, die man miteinander teilt. Das schafft eine besondere Atmosphäre von Großzügigkeit und Gelassenheit und lädt dazu ein, sich auszutauschen und gemeinsam zu genießen.
Als Gastronomiefachfrau und gelernter Koch bringen Sie sehr viel Know-how mit. Kann Sie überhaupt noch etwas im Hotelalltag überraschen?
Ja, tatsächlich jeden Tag. Menschen überraschen einen immer wieder. Die Branche entwickelt sich ebenfalls ständig weiter: Gästebedürfnisse verändern sich, Technologien kommen dazu, Rahmenbedingungen ändern sich. Wer meint, schon alles zu wissen, hört auf zu lernen. Es ist wichtig, offen zu bleiben – denn genau das macht es auch spannend und lebendig.
Nachhaltigkeit ist Ihnen offensichtlich sehr wichtig. Worüber freuen Sie sich in dieser Hinsicht am meisten an der gelungenen Umsetzung?
Stolz sind wir im Seegut Zeppelin auf unser gastronomisches Konzept mit einem starken Fokus auf Regionalität: kurze Lieferketten, hochwertige Produkte aus der Umgebung und ein pflanzenbetonter Ansatz.
Ebenso wichtig ist uns der respektvolle Umgang mit unseren Mitarbeitenden – faire Arbeitsbedingungen, offene Kommunikation und die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch, dass wir uns als Teil der örtlichen Gemeinschaft verstehen.
Wie sehen Sie die Entwicklung Ihres ganzheitlichen Nachhaltigkeitskonzepts in der Zukunft?
Nachhaltigkeit ist für uns kein fertiges Konzept, das man einmal festschreibt und dann abhakt, sondern ein Weg, auf dem wir uns immer weiterentwickeln möchten. Wir wollen uns in vielen Bereichen verbessern – sei es bei Kreislaufwirtschaft, bei engeren Partnerschaften mit regionalen Produzenten, in der sozialen Nachhaltigkeit innerhalb unseres Teams oder durch digitale Lösungen, die Abläufe effizienter und ressourcenschonender machen.
Apropos Zukunft: Werden Ihre Kinder Emma, Oskar und Marla in Ihre Fußstapfen treten?
Das müssen sie ganz für sich selbst entscheiden.
Sie zeigen schon jetzt großes Interesse an unserer Arbeit, bringen sich kulinarisch und im Service bereits toll ein und genießen das Leben als Kinder von Hoteliers durchaus. Wenn sie später Lust darauf haben, würden wir uns sehr freuen. Und wenn nicht, sollen sie einfach ihren eigenen Weg gehen dürfen.
Vielen Dank für das interessante Gespräch an Sandra und Hendrik Fennel. Schön, dass Sie sich für diesen Einblick in Ihr Leben Zeit genommen haben.
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